Positiv fiel die Bilanz der Polizei aus – ähnlich wie die Bilanz der meisten Besucher. cc

„Geschrumpfte Gehirnwindungen“

Dachau - Über 300 000 Besucher sind dieses Jahr aufs Dachauer Volksfest gekommen. Eine Rekordzahl. Trotzdem kann die Polizeiinspektion für das Fest, das am Montag zu Ende gegangen ist, alles in allem durchweg eine positive Bilanz ziehen.

Langweilig ist den Dachauer Polizisten allerdings nicht geworden.

Bereits nach dem ersten Wochenende gab es gegen drei Personen, die wegen Gewaltdelikte auffällig wurden, ein Festverbot. Die Anzahl der registrierten Körperverletzungen ist aber gering: In insgesamt 14 Fällen musste die Polizei eingreifen. Schwer verletzt wurde aber niemand.

In zehn Fällen handelten sich meist jugendliche Täter eine Anzeige wegen Diebstahls ein, weil sie die Bierkrüge mit nach Hause nehmen wollten, und fünf Personen wurden die Handtaschen oder Mobiltelefone gestohlen.

Ein 24-jähriger Dachauer stibitzte den Geldbeutel aus einer im Zelt vergessenen Handtasche, wurde allerdings von der Polizei auf frischer Tat dabei ertappt. Ein Glück für die junge Besitzerin: Ihr konnte die Tasche mit komplettem Inhalt noch am selben Abend wieder ausgehändigt werden.

Viermal wurden Einsatzkräfte beleidigt, und zwei Personen, bei denen laut Polizeisprecher Michael Richter „die Gehirnwindungen alkoholbedingt arg geschrumpft waren“, wurden gegen Polizeibeamte tätlich und müssen sich deshalb wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verantworten.

Bei insgesamt sechs Jugendschutzkontrollen mussten die Betroffenen entweder Bier oder Zigaretten abgeben, wobei „die jüngste Zigaretten-Dame erst zwölf Jahre alt war“, erklärte Richter.

Bei vielen Streitigkeiten konnten die Einsatzkräfte rechtzeitig einschreiten, so dass es erst gar nicht zu Straftaten kam. So verlangte zum Beispiel ein stark alkoholisierter 57-Jähriger Unterschleißheimer beim Dosenwerfen so vehement einen wertvolleren Preis für seine Treffer, dass es beinahe zu einer körperlichen Auseinandersetzung kam. Die Beamten kamen gerade noch rechtzeitig und konnten den Streit schlichten. Das Ende vom Lied war das Ende des Dosenwerfens für den 57-Jährigen.

Auch ein 19-jähriger dänischer Tourist kam am zweiten Volksfestsamstag gerade noch einmal um eine Anzeige herum. Der junge Mann hatte mit mehr als 2,5 Promille seine Blase an einem Streifenwagen entleert, was eine Besatzung der Wiesenwache „nicht gerade prickelnd empfand“, so Richter. Der Däne war aber einsichtig und reinigte das Einsatzfahrzeug kurzerhand mit seinem Trachtenhemd. „Eine Hand wäscht die andere“, dachten sich die Polizeibeamten und fuhren den Touristen zum Bahnhof, damit dieser auch ganz sicher seinen Weg zurück ins Hotel nach München finden konnte.

Denn genau das hatte am Mittwochabend ein 30-Jähriger Münchner nicht mehr geschafft und sich mit mehr als zwei Promille auf halber Strecke einen Schlafplatz in einem Gebüsch gesucht. Auch hier führte der Weg zum Bahnhof und zur Sicherheit wurde noch die Freundin verständigt, die den Mann am Heimatbahnhof in Empfang nahm.

Tatkräftig wurden die Dachauer Polizeibeamten von den Kollegen des Einsatzzuges aus Fürstenfeldbruck unterstützt wurden.

(reg)

Auch interessant

Kommentare