Glasfaser für ganz Indersdorf

Indersdorf - Das Internet ist für viele Indersdorfer zu langsam - das ist nichts Neues. Die Gemeinderäte wollen daran etwas ändern - auch das ist nichts Neues. Aber: Immerhin wurde nun beschlossen, dass die gesamte Gemeinde mit Glasfaser versorgt wird. Wie, steht aber noch nicht fest.

Das Thema war schon im Juni, im September, im Oktober und im November auf der Tagesordnung im Gemeinderat, dazu kämpft eine Bürgerinitiative seit Monaten dafür: Schnelleres Internet in der Gemeinde Indersdorf. Denn: Die Marktgemeinde ist stark unterversorgt. „Das Netz ist in Randgebieten katastrophal“, sagt Kommunikationsexperte Heinrich Raudis (wir berichteten). Und: „Ohne schnelles Internet ist eine Gemeinde nicht mehr zukunftsfähig.“

Deshalb wollen die Gemeinderäte handeln. Das Netz soll ausgebaut werden. Die Frage lautete nur: wie? Nach zahlreichen Sitzungen steht nun der Beschluss fest. Die gesamte Gemeinde soll mit einem Glasfaser-Netz versorgt werden. In der jüngsten Sitzung ist eines klar geworden: Mit weniger gibt sich keiner mehr zufrieden. Eine Zwischenlösung etwa mit Funktechnik oder nur stellenweise Glasfaser kommt für keinen der Politiker in Frage. „Wenn wir jetzt Geld in die Hand nehmen, wieso sollen wir dann erst eine Übergangslösung bauen?“ fragte Thomas Loderer (Bürgerblock Niederroth) in der Sitzung. „Lieber machen wir es gleich richtig, damit es auch zukunftsträchtig ist.“ Deshalb wollen die Kommunalpolitiker in einem absehbaren Zeitraum, also in rund sechs Jahren, in der ganzen Gemeinde Glasfaser verlegen - das haben sie nun einstimmig beschlossen.

Es ist derzeit die beste Technik, die es auf dem Markt gibt (siehe Interview unten). Es ist die nachhaltigste. Es ist die teuerste. Deshalb will jeder Planungsschritt gut überlegt sein. Denn das Indersdorfer Glasfasernetz wird die Gemeinde an die sechs Millionen Euro kosten, vermutet Klaus Mayershofer. Er ist Breitbandpate und Geschäftsleiter der Gemeinde.

Ihm liegt vor allem daran, dass das Konzept so durchdacht ist, dass das Risiko für die Gemeinde möglichst klein bleibt. Deshalb hat sich Mayershofer in den vergangenen Monaten in Gemeinden mit ähnlichen Problemen umgesehen und Lösungsvorschläge gesammelt. Und hat einen Favoriten gefunden.

Das Modell setzt auf die Gründung eines Kommunalunternehmens. Zusammen mit dem Unternehmen und einem Netzbetreiber wird der Ausbau realisiert. Der große Vorteil bei dieser Variante: Die Gemeinde ist Eigentümer des Glasfasenetzes. Selbst wenn der Anbieter pleite geht, kann der Netzbetrieb weiterlaufen. „Denn einen neuen Anbieter findet man schnell“, sagt Klaus Mayershofer. Jetzt hat die Gemeinde Indersdorf zwei Möglichkeiten: Sie lässt das Netz von einem privaten Anbieter bauen oder sie macht es selber. Was die bessere Lösung ist, soll eine Ausschreibung und eine genaue Planung mit Spezialisten zeigen.

(cb)

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