Glasfasernetz wird sicher gebaut

Indersdorf - Noch vor einer Woche sah es düster aus: Es fehlten 20 Prozent an Unterschriften für das große Glasfaserprojekt der Gemeinde. Jetzt steht fest: Das Zehn-Millionen-Euro-Netz wird gebaut.

„Wir bauen“ steht jetzt in leuchtorgange auf den Plakaten für das Indersdorfer Glasfasernetz. Seit Montagabend steht nach einer nichtöffentlichen Sitzung im Rathaus fest: 62 Prozent der Haushalte unterstützen das Projekt Glasfaserausbau, und das heißt: „Die größte Baumaßnahme, die Indersdorf je angepackt hat, beginnt“, sagt Breitbandpate Klaus Mayershofer.

Mayershofer ist seit zweieinhalb Jahren mit dem Projekt betraut. In seinem Büro stehen 13 Ordner nur zum Projekt Glasfaser, zig Firmen waren seither in der Gemeinde, um sich vorzustellen. Erst mit der Münchner Firma KMS und zwei Hamburger Experten fanden die Indersdorfer ihre perfekten Partner. Mayershofer ist glücklich, dass der Traum von einem eigenen Netz für die Gemeinde nun wahr wird. „Es ist Wahnsinn, dass das Ding jetzt gebaut wird.“ Auch die Gemeinderäte zeigten sich in der Montagssitzung laut Mayershofer erfreut, „dass so viele diesen Weg mitgehen“.

60 Prozent der Indersdorfer waren als Unterstützer nötig, damit der Bau beginnen kann, denn: Nur so kann der zehn Millionen Euro teure Netzbau in den kommenden 20 Jahren aus den Pachteinnahmen refinanziert werden. „Aber dann haben wir etwas, was es hier sonst nirgendwo gibt: Der Gemeinde gehört dann ein eigenes Glasfasernetz.“ Sobald der Winter, also der Frost vorbei ist, soll der Bau beginnen. Und zwar nicht nur an einem Ort, sondern gleich an acht Stellen gleichzeitig. „In einem guten Jahr wollen wir fertig sein“, sagte Mayershofer. Wenn der Bau fertig ist, soll wirklich jeder noch so kleine Weiler über einen Glasfaseranschluss bis ins Haus verfügen können. Diejenigen, die bis zum 30. November ihren Vertrag abgegeben haben, erhalten einen kostenfreien Anschluss an das Glasfasernetz mit Installation des Hausanschlusses. Über 2200 Verträge gingen bei der Gemeinde ein - gerade in den letzten vier Tagen kam ein enormer Schwung. Klaus Mayershofer ist begeistert: „Es ist einmalig, dass die Bürger hier zusammen an einem Strang ziehen, und sich so über die Jahre ihr eigenes Netz schaffen.“

Die Zeiten, in denen Experten, wie noch vor zwei Jahren, nach Indersdorf in den Gemeinderat kommen, und dem Ort eine katastrophale Unterversorgung bescheinigen, dürften nun also für immer vorbei sein.

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