„Indersdorf hat ein Alleinstellungsmerkmal“

Interview: Bald steht der Gemeinde ein Gigabit-Glasfasernetz zur Verfügung

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Am heutigen Mittwoch ist Finanzminister Markus Söder in Indersdorf, um sich über das in Bayern einzigartige Glasfasernetz zu informieren. Der Geschäftsführer der Betreiberfirma KMS, Rüdiger Schmidt, verrät im Interview, ab wann tatsächlich auf ein Gigabit aufgerüstet wird, wie schnell das eigentlich ist, und  was das Netz heute und in Zukunft für die Gemeinde bedeutet.

Welche Geschwindigkeiten stehen den Indersdorfern bisher mit dem neuen Netz zur Verfügung?

Rüdiger Schmidt: Derzeit bieten wir 100 MBit pro Sekunde an, ab dem 1. August rüsten wir auf 400 MBit auf. Zudem schaffen wir Produkte, mit denen es zum Jahreswechsel möglich sein wird, mit bis zu einem Gigabit, also 1000 Megabit pro Sekunde zu surfen.

Für Laien: Wie schnell ist ein Gigabit?

Schmidt: Lassen Sie mich das an einem Beispiel erklären. Der Download einer DVD mit 8704 MB dauert mit einem 20Mbit/s Anschluss zirka 58 Minuten, mit einem 1.000 Mbit/s Anschluss zirka 1,2 Minuten.

Wie beurteilen Sie es, dass eine mittelgroße Gemeinde wie Indersdorf das erste flächendeckende Gigabit-Netz in Bayern zur Verfügung stellt?

Schmidt: Das ist sehr beeindruckend. Vor allem, wie sich alles entwickelt hat. Hier ging es den Verantwortlichen nicht darum, einfach kurzfristig Bandbreiten zu erhöhen. Von Anfang an stand ein zukunftsfähiges Netz im Fokus. Jetzt hat die Gemeinde ein nachhaltiges Glasfasernetz, das für alle Geschwindigkeiten gerüstet ist. Und zwar flächendeckend bis in jedes Haus. Das Zusammenspiel von Bürgerinitiative, Gemeinde und allen Verantwortlichen war bemerkenswert. Das ist nicht selbstverständlich.

Was bedeutet das Gigabit-Netz für die Gemeinde?

Schmidt: Dieses Netz schafft einen sehr lukrativen Standortfaktor. Es geht bei weitem mehr als um den Komfort, dass man im Internet schnell surfen kann. Es entwickeln sich immer mehr Anwendungen, Dienste und Services, die eine hohe Bandbreite erfordern. Das betrifft nicht nur den Bereich Unterhaltung sondern auch berufliche Anforderungen. So bieten z.B. immer mehr Firmen Home-Office-Arbeitsplätze an. Mit diesem Netz sind Heimarbeitsplätze äußerst attraktiv. Und natürlich gilt das auch für Firmen, denn auch hier steigt der Bandbreitenbedarf ständig an. Somit ist dieses Netz für den Standort Markt Indersdorf heute und in Zukunft ein enormer Gewinn.

Wieso gibt es in München kein so flächendeckendes Netz?

Schmidt: Markt Indersdorf hat mit seinem flächendeckenden „Glasfaser bis ins Haus“ in der Tat ein Alleinstellungsmerkmal. In München haben wir bereits vor 16 Jahren mit dem Aufbau eines Glasfasernetzes begonnen. Über 300 000 Haushalte werden darüber heute versorgt und das Netz wird weiter ausgebaut.

Wie viele Kunden haben Sie mittlerweile in Indersdorf?

Schmidt: Mittlerweile haben wir die 70-Prozent-Marke überschritten.

Denken Sie, es schließen sich noch mehr Leute an das eigene Gemeindenetz an?

Schmidt: Das hoffen wir natürlich und sind auch zuversichtlich, dass sich noch mehr Bürger für den Anschluss entscheiden. Auch aus dem Bereich der Neubauten in Markt Indersdorf erhalten wir einen großen Zuspruch.

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