Übersichtsplan: So sieht die gegenwärtige Planung für das Altonetz aus. Im Herbst soll Bauabschnitt vier abgeschlossen sein. Dann könnte der Hauptort an der Reihe sein

Glasfaserprojekt - deutschlandweit einmalig

Altomünster - Die Geschichte der Glasfaserverkabelung aller Haushalte Altomünsters ist deutschlandweit einmalig. Doch die Tücke steckt im Detail, wie auf der letzten Ratssitzung klar wurde.

Stefan Reindl, einer der Initiatoren des Glasfaserprojekts und Mitinhaber der Altonetz GmbH, präsentierte den Ortsvertretern den Stand der Dinge. Sein Zwischenfazit fiel überaus positiv aus: Zwölf Orte im Altoland sind bis jetzt am Netz. Mehr als 350 Haushalte können nun mit Übertragungsraten bis zu 100 Megabit pro Sekunde im weltweiten Netz surfen. Obwohl erst 18 Monate seit der Gründung seiner Firma vergangen sind.

Mehr noch: Reindl versprach: „Bis Ende 2015 ist die gesamte Marktgemeinde vernetzt“. Inklusive Hauptort und aller Weiler und Einzelgehöfte (siehe Kasten). Speziell letzteres wäre deutschlandweit wohl einmalig. Bürgermeister Konrad Wagner (FW) wies daraufhin, dass die von seiner Verwaltung ehedem befragten Telekommunikations-Großkonzerne nicht einmal Angebote für so eine Lösung abgegeben hatten. Allerdings ist auch die Altonetz GmbH ein Firma, die auf einen wirtschaftlichen Betrieb achten muss, wie auf der Sitzung deutlich wurde. Reindl hatte anhand einer Beispielrechnung klar gemacht, mit welchen Kosten eine Familie in einem Fünf-Häuser-Weiler rechnen muss. Nach Abzug eines Gemeindezuschusses von 750 Euro ist ein Anschlussinhaber mit immerhin rund 3250 Euro dabei. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung beschlossen die Ortsvertreter die Förderung auf 1000 Euro anzuheben, wie Wagner den Dachauer Nachrichten bestätigte. Die Familienkasse würde demnach mit 3000 Euro belastet. Wobei die Sache im Einzelfall deutlich teuer werden könnte. Christian Buchner aus Übelmanna - einem Ort mit insgesamt sieben Haushalten - berichtete von einem Altonetz-Angebot, nach dem auf jeden Haushalt rund 3300 Euro Anschlusskosten zukämen. Buchner sieht jedoch die konkrete Gefahr, dass einige Übelmanna-Einwohner bei diesen Preisen abspringen würden. Er rechnete vor, dass sich die Kosten für einen Turbo-Internet-Anschluss auf 4800 Euro erhöhen würden, wenn nur zwei Familien nicht mitmachten.

Wagner merkte dazu ein: „Bei Weilern kann die Sache nur funktionieren, wenn auch wirklich alle an einem Strang ziehen.“ Buchner wies zudem auf die Konsequenzen hin, die ein Nicht-Anschluss für Übelmanna haben könnte: „Wir landen dann mit 56-KB-Modems wieder in der digitalen Steinzeit.“ Denn im Augenblick ist sein Dorf mit einer Funklösung via Hohenzell versorgt. Wenn die Hohenzeller auf Glasfaser umsteigen, wird deren Antenne abgeschaltet und dann sitzt Übelmanna in einem Loch. Buchner schlug vor, nicht Förderung zu erhöhen, sondern die Anschaltkosten auf 1000 Euro zu deckeln. Das Ortsparlament verwarf diese Idee aber: „Das könnte die Kommune richtig teuer kommen“, hatte Josef Obeser (FW) ausgerechnet.

Ausbaustufen Altonetz:

Bauphase 1: läuft seit August 2011. Bis dato sind Thalhausen und Wollomoos angeschlossen, Pfaffenhofen ist in Arbeit. Bauphase 2: Baubeginn war im Mai letzten Jahres. Ober- und Unterzeitlbach sind inzwischen am Netz. Bauphase 3: Dort starteten die Arbeiten vor vier Monaten. In Betrieb genommen wurden bisher Röckersberg, Plixenried, Langengern, Irchenbrunn und Hinterholz. Kiemertshofen, Oberndorf und Radenzhofen sollen im Mai folgen. Bauphase 4: Im Mai soll mit dem Bau begonnen werden. Pipinsried soll im Juli abgeschlossen sein. Randelsried, Asbach und Schmarnzell folgen im Herbst in Abhängigkeit von den Kanalbauarbeiten. Danach kann sich die Firma dem Hauptort zuwenden (eine Beauftragung durch die Marktgemeinde vorausgesetzt) und ihr Weiler-und Einzelhöfe-Programm starten. Hohenzell könnte nach Auslaufen der Funknetz-Förderungen folgen.

(kra)

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