Das Jubelpaar mit seiner großen Familie. Foto: kn

Goldene Hochzeit im goldenen Sonnenschein

Dachau - Vor 50 Jahren gaben sich Karl und Erika Scheingraber das Ja-Wort in der Kirche St. Peter in Dachau und blicken heute, ein halbes Jahrhundert später, auf ein erfülltes Leben und eine lange, von Gott getragene Zweisamkeit zurück.

Karl Scheingraber, geboren 1929, stammt aus Natternberg im Bayerischen Wald. Von Kindesbeinen an musste er in der elterlichen Landwirtschaft hart mitarbeiten. Nach dem Tod seines Vaters 1947 ging die Landwirtschaft an seinen jüngeren Bruder über. Karl verließ die Heimat, zog nach Frankfurt und arbeitete dort für die amerikanischen Streitkräfte, die er in guter Erinnerung hat. Mit den bescheidenen Mitteln, die er dort verdiente, unterstützte er Mutter und Bruder in seiner Heimat.

1961 zog er nach Dachau, arbeitete dort zunächst erneut bei den amerikanischen Besatzern und wechselte 1962 zur Stadtgärtnerei in Dachau. Dieser blieb er bis zu seiner Verrentung treu. Seine Liebe zum Garteln und zur Natur, zu langen und ausgedehnten Spaziergängen sowie zum Schwammerlsuchen ist bis heute ungetrübt.

Erika Scheingraber stammt aus Tesswitz an der Wiese in Südmähren. Mit sieben Jahren erlebte sie die Schrecken der Vertreibung. Nie vergessen wird sie Weihnachten 1945, als ihr Vater nach vielen Wochen ungewisser Abwesenheit an Heiligabend plötzlich mit einem kleinen Christbaum und ein paar brennenden Kerzen in der Stube stand.

Das Paar lernte sich schließlich beim Tanzen kennen und lieben, es heiratete 1963. Mit ihren zwei Kindern Christina und Robert sind sie heute stolze Großeltern von acht Enkeln.

Ihre ganz große Leidenschaft, das Dachauer Volksfest, besuchen die beiden jeden Tag. Tochter Christina erinnert sich, dass ihre Familie während des Volksfests nie in Urlaub gefahren sei. Alles, was ihre Eltern brauchten, war das Dachauer Volksfest und eine zünftige Maß Bier.

Der Terminkalender des Ehepaars ist auch jetzt im Rentenalter noch voll. Kaum ein Hoagartn, eine Volks- oder Blasmusikveranstaltung oder Auftritte der Ampertaler finden ohne Karl und Erika statt. Seit nunmehr fast schon zwei Jahrzehnten bringen die beiden ihre Enkelkinder zu den Kindertanzproben und Auftritten und begleiten auch sonst begeistert alle Ampertaleraktionen. Da war es doch für die Kindergruppe der Trachtler und ihren Jugendleitern eine Selbstverständlichkeit, diesen Ehrentag mit ein ein paar Volkstänzen zu bereichern.

(dn)

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