Das Klinikum in Dachau.

Isolierstationen in Dachau und Indersdorf

Engpässe in Kliniken wegen Grippewelle

Die Grippewelle hat auch die Helios Amper-Kliniken Dachau und Markt Indersdorf in Schwierigkeiten gebracht. Die Isolierstationen in Indersdorf etwa ist temporär ausgelastet.

Dachau – Plötzlich hohes Fiber, Schüttelfrost, kurz: eine Unzufriedenheit mit der gesundheitlichen Gesamtsituation. Viele Menschen im Landkreis Dachau kennen das gerade; sie werden von der Grippe ins Krankenbett gezwungen. Nur könnte es ihnen passieren, dass dieses Krankenbett nicht in den Amper-Klinikum Dachau oder Markt Indersdorf steht. Der Grund: Dort sind bereits alle Betten von Mitleidenden belegt. Die Grippewelle hat den Landkreis fest im Griff.

Am Mittwoch jedenfalls war die Isolierstationen im Helios-Haus in Indersdorf „ausgelastet“, so Helios-Pressesprecherin Katharina Mathern, die jedoch zu bedenken gibt: „Die Anzahl der Patienten mit Influenza ist tagesaktuell abhängig. Somit verändert sich täglich die Belegung und damit die Auslastung unserer Isolierstation durch Influenzapatienten“. Patienten mit Verdacht auf Influenza könnten an beiden Standorten in die Notaufnahme kommen, so die Sprecherin.

Anfragen von der Integrierten Leitstelle Fürstenfeldbruck (ILS), die auch für Dachau zuständig ist, ob ein Patient in die Krankenhäuser Dachau und Markt Indersdorf verlegt werden kann, „werden von uns täglich auf Basis der derzeitigen Auslastung der Isolierstation geprüft“, so Mathern. Sind die Isolierstationen belegt, werden die Patienten in andere Krankenhäuser gebracht. 

Wie die ILS die Transporte von Patienten organisiert, erklärt Dr. Michael Daunderer, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF): Im Normalbetrieb bestehe eine Übersicht über Krankenhäuser, die aufnahmebereit sind. „Aktuell ist die Lage aber dramatisch angespannt, fast alle Krankenhäuser nehmen keine Patienten mehr auf“, so Daunderer. Das liege auch an der Influenza, aber auch an Atemwegserkrankungen und dem Noro-Virus. Für den einzelnen Patienten telefoniert die Leitstelle dann laut Daunderer die Kliniken ab, „da geht es um Detailfragen“. Und wenn in akzeptabler Zeit kein aufnahmebereites, geeignetes Krankenhaus gefunden werde, „findet eine Akutzuweisung in das nächstgelegene geeignete Krankenhaus statt“ – auch wenn es nicht aufnahmebereit ist. Denn die Krankenhäuser haben eine Aufnahmeverpflichtung, erklärt der Notarzt. Da komme es schon vor, „dass ich einige Patienten lange in einem Bett auf dem Gang sehe“.

dn

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