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Nach Unterschriftenaktion: Röhrmooser Ärztehaus steht nichts mehr im Weg

Dem Röhrmooser Ärztehaus steht nun nichts mehr im Weg. Eine Bürgeraktion zeigte Wirkung: 679 Unterschriften sorgen für einen Meinungsumschwung im Gemeinderat.

Röhrmoos – Die 679 Unterschriften für ein Ärztehaus in der Dorfmitte von Röhrmoos haben im Gemeinderat für einen Meinungsumschwung gesorgt. Bevor der Gemeinderat sich erneut mit dem Bebauungsplan „Blumenstraße“ befasste, nutzte die Inzemooser Bürgerin Karin Decker die Bürger-Viertelstunde, um den Ratsmitgliedern ins Gewissen zu reden und für das Anliegen der Schönbrunner Ärztegemeinschaft zu stimmen. Auch die beiden Schönbrunner Ärzte, Dr. R. Jetschny und Dr.E.Pelzl, die in der Blumenstraße in Röhrmoos das Ärztehaus eröffnen wollen, fanden sich auf der Zuhörerbank ein. Rederecht wollte man den beiden Medizinern allerdings nicht einräumen. Letztlich war es die von Decker initiierte Unterschriftensammlung, bei der sich nicht weniger als 679 Bürger für die Ansiedelung dieser Arztpraxis ausgesprochen hatten.

Quer durch die Fraktionen fiel nach längerer Diskussion der 13:6 Stimmen-Beschluss, die im Rahmen des Verfahrens erfolgten Einzeleinwendungen von zwei Bürgern und die Sammeleinwendungen mittels Unterschriftenliste zu akzeptieren. So dürfte dem vor allem von der älteren Generation heiß ersehnten Ärztehaus nichts mehr im Wege stehen.

In der Debatte der Februar-Sitzung ging es nämlich darum, ob in diesem geplanten Haus an der Blumenstraße eine Wohnung im Erdgeschoß vertretbar ist, und dagegen wehrte sich die Mehrheit im Gemeinderat. Die beiden Ärzte versicherten, dass sie für ihre Praxis zunächst nicht das volle Erdgeschoss benötigen. Der am Mittwochabend gefasste Beschluss lässt nun aber bis zu 130 Quadratmeter zur Wohnnutzung zu, das sind 30 Prozent der gesamten Geschossfläche im Erdgeschoss. Dass sich die Ärzte mit der Dachauer Firma Reischl diesbezüglich einigen können, setzt der Gemeinderat voraus, die angedachte Lösung über eine Betriebsleiterwohnung ist nun vom Tisch.

Der geschäftsleitende Gemeindebeamte Erwin Zelenka kam zu dem Schluss, dass vieles in der hitzigen Debatte im Februar untergegangen sei. Burkhard Haneke (CSU), der Seniorenbeauftragter im Gemeinderat ist, begrüßte die Einwendungen der Bürger. Besorgte Senioren befürchteten, dass das Projekt scheitern könnte, so Haneke. Wolfgang Götz (SPD) sagte: „Wir sind in der glücklichen Lage, dass im Ortskern so ein Ärztehaus entstehen kann“ – und wies darauf hin, dass man so dem Apothekensterben entgegenwirken könne.

Günter Bakomenka (Freie Wähler) bedauerte, dass man die zeitliche Befristung für Wohnen in diesem Haus seitens der Gemeindeverwaltung nicht geprüft habe, „denn es ist ein Problem, im Bedarfsfall die Mieter wieder rauszubekommen“. Der Gemeinderat solle nun mit verbundenen Augen in den sauren Apfel beissen. Dass die Gemeinde als Mieter auftreten sollte, hält Bürgermeister Dieter Kugler (CSU) nicht für notwendig, denn die Verwaltung bekomme durch den Auszug der Evangelischen Kirche aus dem Rathaus ja wieder mehr Platz. Dass im Laufe der letzten Wochen Drohszenarien aufgebaut wurden, sagte der junge CSU-Fraktionssprecher Matthias Rager. Man dürfe nicht so tun, als ob die einen Ärzte haben wollen und die anderen nicht. Zelenka aber widersprach dem Ausdruck Instrumentalisierung.

Aber auch Ulrike Mayer-Lange (FW) erklärte, sich nun gedrängt zu fühlen. Es gebe keine Garantie, dass der Vermieter den Wünschen der Röhrmooser Bevölkerung folgt. Von Drohgebährden wollte aber der dienstälteste Gemeinderat, Gerhard Schmidbauer (SPD) nichts wissen. Er erkenne in der Unterschriftenaktion nur das demokratische Recht zur Willensbildung. Das sah auch die Gemeinderatsmehrheit mit dem Bürgermeister so.

Rubriklistenbild: © dpa / Benjamin Ulmer

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