Indersdorfer Umzug

Das Faschingswagenrüsten

Indersdorf - Höher, länger, lauter: Das Faschingswagen-Wettrüsten ging auch heuer beim Indersdorfer Faschingsumzug weiter. Insgesamt feierten tausende Faschingsnarren sehr friedlich miteinander. Nur intern gab es in der Organisation ein kleines Problem - und zwar mit dem Komiteebus.

Mit einem Riesengefängnis waren erneut die „Niederrother Knackis“ und das Piratenschiff in Echtgröße der Allershausner Burschen und Mädels bezüglich „Faschingswagengröße“ ganz vorne dabei. Fast 100 Faschingsfans hatten auf den zwei Kunstwerken Platz.

Auch am Straßenrand tummelten sich am Sonntag die maskierten Faschingsnarren: „Wir haben dieses Jahr rund 8500 Eintrittszeichen verkauft. Wir glauben aber, dass insgesamt 15 bis 20 000 Leute da waren“, berichtete Michael Hohenester (32) als Mitglied des sechsköpfigen Faschingskomitees. Mit dem Reinerlös daraus werde wie jedes Jahr der Seniorennachmittag auf dem Indersdorfer Volksfest finanziert.

Fotos vom Indersdorfer Faschingsumzug

Insgesamt 42 Faschingswagen und 18 Fußgruppen konnten die Zuschauer bei ausgelassener Stimmung bestaunen. Bezüglich der Themen waren die Wägen bunt gemischt: „Nur beim extrem Politischen wurde ein bisschen nachgelassen. Da hatten wir schon mal mehr“, stellte Hohenester fest.

Trotzdem griffen die Oberrother Abgasprüfer und der Partybus Biechlhof den VW-Skandal auf. Außerdem machten sich die Mammendorfer mit einer Riesenhenne über den Salmonellen-Skandal von Bayern-Ei lustig: „Heute machen Viele eher Themen aus ihrer Jugend“, so Hohenester. Viermal gab es zum Beispiel das Motto „Superhelden“ – genauso viele Wägen wie rund um das Thema „Gefängnis“, vermutlich wegen des inhaftierten Uli Hoeneß.

Nach dem Umzug war das Faschingskomitee mit dem Ablauf sehr zufrieden. Trotzdem meldete die Polizei am Folgetag eine Auseinandersetzung mit einer Wagen-Gruppe aus dem Nachbar-Landkreis, die ein verbotenes bengalisches Feuer und Rauchbomben zündete. Danach folgten Beleidigungen von zwei Personen der Gruppe gegenüber der Polizei. Später griff ein weiteres Mitglied des Wagens einen Polizeibeamten an – es folgte eine Anzeige.

Außerdem meldet die Polizei drei Körperverletzungen und drei Diebstähle, wobei in einem Fall bereits der Täter festgestellt wurde. Vier Personen kassierten wegen aggressiven Verhaltens auch einen Platzverweis vom Marktplatz.

Verletzungen blieben auch nicht aus: Das BRK Dachau behandelte insgesamt 47 Patienten. Davon mussten 25 sogar ins Krankenhaus gebracht werden. Einsatzschwerpunkt waren laut BRK Alkoholvergiftungen und kleinere Verletzungen, wie Kopfplatzwunden, aber auch Herzinfarkte und ein Asthmaanfall. Außerdem verletzte sich ein junger Mann abends so schwer am Kopf, dass er mit dem Hubschrauber in ein Münchner Klinikum geflogen werden musste.

Abgesehen davon war das interne Problem des Organisationsteam nur Kleinkram: Der neue Komiteebus, mit dem die Veranstalter auch heuer vom Klinikum bis zum Marktplatz fahren wollten, machte schlapp. Denn der Anlasser sei kaputt gegangen, so Johannes Böller (26) vom Faschingskomitee: „Wir gehen mit dem besten Beispiel voran, nämlich spritsparend“, und verwies grinsend auf den VW-Abgasskandal.

Anna Schwarz

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