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In luftigen Höhen: Bauleiter Andreas Schmelzer trägt den Richtspruch vor – vor dem Banner mit der Aufschrift „We make it work“, in etwa: „Wir kriegen es hin“.

Richtfest für Karlsfelds Ortszentrum

Ein gutes Ende für die Neue Mitte?

Karlsfeld - Die Gemeinde Karlsfeld hat am Dienstag das Richtfest ihres Ortszentrums gefeiert. Die Diskussionen darum dürften allerdings noch kein Ende gefunden haben.

Zünftige Blasmusik tönte schon von weitem über die „Neue Mitte“ Karlsfelds. Klingt gemütlich, harmonisch. Weniger harmonisch war die Vorgeschichte des neuen Versorgungszentrums. Es soll in Zukunft das lebendige Ortszentrum von Karlsfeld werden – mit Einzelhandelsflächen mit einer Größe von 4000 Quadratmetern und 207 Eigentumswohnungen. Am Dienstag feierte die Gemeinde rund acht Jahre nach dem Spatenstich das Richtfest der „Neuen Mitte“.

„Die Neue Mitte hat eine lange Historie, aber darauf will ich jetzt nicht mehr länger eingehen“, sagte Klaus Laminet, Geschäftsführer der Investa Immobiliengruppe, die für den Bau des großen Einkaufszentrums zuständig ist. Daraufhin hörte er leises Kichern von den rund 150 interessierten Besuchern. Nach dem Spatenstich am 29. April 2008 war die „Neue Mitte“ jahrelang nur eine große Baugrube, an der es jahrelang nicht voranging, weil das Projekt umstritten war. Zwei Bürgerinitiativen kämpften dagegen an.

„Es waren sehr intensive Diskussionen, aber sie werden heute ein gutes Ende finden“, sagte Bürgermeister Stefan Kolbe in seiner Ansprache. Vor allem die direkten Anwohner des Baugebiets, allen voran Bündnis-Gemeinderat Bernd Rath, hatten sich vehement gegen die neue Einkaufsmeile gestellt. Rath kritisierte, dass durch die „Neue Mitte“ ein hoher Parksuchverkehr in der umliegenden Nachbarschaft entstehe und die vielen Autos nicht nur viel Lärm machen, sondern auch Abgase ausstoßen. 

Deshalb klagte Bernd Rath vor dem Verwaltungsgericht gegen den Bebauungsplan an der „Neuen Mitte“ – ohne Erfolg: Die Klage wurde im Juni 2015 vom Gericht als chancenlos bewertet. Schließlich gingen die zwei Investoren, die Investa Immobilien und die HI-Wohnbau, nach dem eingestellten Prozess auf Bernd Raths Forderungen ein und sicherten eine Tiefgarage mit rund 200 Stellplätzen zu. Außerdem versprachen die Investoren, dass unter der Woche maximal 17 Lastwagen anfahren dürfen. Auch die Lärmbelastung soll nach Fertigstellung der „Neuen Mitte“ noch einmal überprüft werden. 

Wie bei jedem Richtfest der Investa sicherte Klaus Laminet der Karlsfelder Bürgerstiftung eine Überweisung in Höhe von 10 000 Euro zu. Danach kam auch Architekt Johann Spengler zu Wort. Er beschäftigte sich bereits seit 2006 mit dem Bauprojekt und sprach von der Schwierigkeit in Karlsfeld, „so viele unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bekommen“. Lange setzte er sich zum Beispiel für die Größe des urbanen Platzes für das neue Ortszentrum ein. Außerdem war ihm der kleine Vorplatz vor dem Einkaufszentrum ein Anliegen, wo in Zukunft zum Beispiel eine Bühne aufgebaut werden könne. 

Noch laufen die Arbeiten an der „Neuen Mitte“ auf Hochtouren. Das Versorgungszentrum mit den Großkonzernen Aldi, Edeka und Müller steht noch im betongrauen Rohbau. Einige der mehrgeschössigen Eigentumswohnungen sind bereits fertig. Derzeit ist die Investorengruppe HI-Wohnbau noch auf der Suche nach kleineren Einzelhändlern. Für den Richtspruch von Bauleiter Andreas Schmelzer war es noch nicht zu früh: „We make it work“ („Wir kriegen es hin“) stand auf einem Banner. Ob sich darüber auch alle Karlsfelder freuen?

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