Masern überstanden, Mumps überstanden, Abi überstanden: Angelika Kettenbach (links) und Daniela Kettner erinnerten an die vergangenen beiden Jahre. Foto: dg

Gymnasium Indersdorf: Lauter freundliche Meister

Indersdorf - Zum Einmarsch haben sie die Champions-League-Hymne gewählt. „These Are the Champions“ heißt es darin - dies sind die Meister: 112 Abiturienten erhielten gestern am Gymnasium Markt Indersdorf ihr Abiturzeugnis.

116 Schüler hatten es versucht, drei sind gescheitert. Ein Anwärter hat die Prüfungen wegen einer Erkrankung noch vor sich. Seine Mitschüler wünschten ihm noch während der Zeugnisvergabe viel Glück.

Für eine erfolgreiche Doppelspitze sorgten Katharina Münster und Michael Zörner, die beide mit der exakt gleichen Punktzahl ein 1,0-Abitur vorweisen können. Beide erhielten von der Sparkasse Dachau ein Stipendium für einen Auslandsaufenthalt im Wert von jeweils 1200 Euro.

Die jungen Absolventen konnten sich vor Gratulationen kaum retten. Die stellvertretende Landrätin Eva Rehm (CSU) knüpfte ihre Glückwünsche an eine Bitte: „Schauen Sie nicht nur auf Ihr eigenes Glück, bringen Sie sich in die Gesellschaft mit ein.“ Auch der Elternbeirat wünschte einen erfolgreichen Weg und eine aufregende Zeit nach dem Abitur.

Schulleiter Dr. Günther Pölsterl lobte die „erfreulich hohe Akzeptanz“ im Jahrgang für das achtjährige Gymnasium und das „ausnahmslos freundliche Auftreten“ seiner Schüler. Zudem dankte er den Abiturienten, dass sie - wegen des Todes eines Mitschülers - am geplanten Tag auf ihren Abistreich verzichtet hatten. „Das hatte Qualität“, zollte er seinen Respekt. Die Feier wird nachgeholt.

Angelika Kettenbach und Daniela Kettner erinnerten in einer durch und durch versöhnlichen Abi-Rede daran, dass die diesjährigen Abiturienten vermutlich der einzige Jahrgang in der Geschichte waren, der gleich zwei Epidemien in die Schule geschleppt hat: Gleich wegen Masern und Mumps hatte sich das Gesundheitsamt in der Schulbibliothek einnisten müssen. Für Schüler ohne lückenlosen Impfpass ein zusätzlicher Pflichturlaub. „Auf einmal haben viele ihren Impfpass nicht mehr gefunden“, erinnerte sich ein schmunzelnder Pölsterl. Der Direktor fand jedoch auch kritische Worte für die sogenannten „Lehnstuhlkritiker“ auf Facebook, die sich selbst jeder ehrenamtlichen Arbeit verweigerten: „Diese Mentalität sollten sie ablegen!“

Während der Rede,zeigten die Abiturienten auf einer Leinwand Fotos von Skilager und Abschlussfahrt. Auch die Lehrer mussten dran glauben: Beim Rollentausch musste Mathelehrer Christian Specht vor der gesamten Aula mathematische Gleichungen lösen oder Deutschlehrerin Christina Hebecker eine abgewandelte Version von Goethes Prometheus rezitieren. Für Musik sorgten die Big Band Jazzcake unter der Leitung von Roman Novak, Daniel Steger am Piano und das Vocalensemble.

Mit der persönlichen Zeugnisübergabe durch Direktor Pölsterl war der offizielle Teil erledigt. Heute dürfen die Abiturienten beim Abi-Ball noch einmal gemeinsam richtig feiern, bevor jeder Champion seinen eigenen Weg geht. (dg)

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