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Die neue Stromtrasse verläuft von Ottenhofen (Landkreis Erding) durch die Landkreise Freising und München bis nach Oberbachern im Landkreis Dachau.

Anwalt und Stadtplanerin in der Gemeinderatssitzung

Hochspannungsleitung: Gemeinde Haimhausen plant mit

  • vonLeyla Yildiz
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In der Gemeinde Haimhausen gehen die Planungen zur Hochspannungsleitung der Firma Tennet weiter. Ein Anwalt und eine Stadtplanerin stellten in der jüngsten Gemeinderatssitzung die nächsten Schritte zur Vermeidung einer Nordtrasse vor.

Haimhausen – Der Ersatzneubau der Hochspannungsleitung von Oberbachern nach Ottenhofen im Landkreis Erding war erneut Thema im Gemeinderat Haimhausen. Die Firma Tennet plant im Auftrag des Staates die Leitung, die unter anderem durch das Gemeindegebiet Haimhausen verlaufen soll (wir haben berichtet). Dafür hat die Firma zwei Varianten vorgesehen – die Nord- oder die Südvariante.

Während die Südvariante weitestgehend an der bestehenden Stromtrasse verlaufen würde, ist die Nordvariante deutlich schlechter für die Gemeinde. Sie wirke sich auf die kommunale Planungshoheit der Gemeinde aus, wie Bürgermeister Peter Felbermeier sagte. „Die neue Trasse wird wahrscheinlich für die nächsten 80 bis 90 Jahre stehen. Wir können aber nicht sagen, wie sich die Gemeinde bis dahin entwickelt“, erklärte er.

Für alle weiteren Schritte hat die Verwaltung den Anwalt Martin Engelmann hinzugezogen. Er ist auf Baurecht spezialisiert und erklärte in der Sitzung die rechtlichen Möglichkeiten der Gemeinde zur Umgehung der Nordtrasse. Laut Engelmann beginnt die Regierung von Oberbayern bald mit dem Raumordnungsverfahren (ROV) für das Projekt. Zuvor muss die Firma Tennet ihre Pläne an die Regierung übermitteln. Diese entscheidet dann, ob die Firma in ihrem vorgesehenen Korridor ein Planfeststellungsverfahren einleiten darf.

Parallel dazu hat Martin Engelmann der Gemeinde geraten, eigene Planungen zu betreiben. Das heißt, dass die Verwaltung zusammen mit der Stadtplanerin Marion Linke ihre Pläne für eine Trasse im Flächennutzungsplan festlegen soll. So kann die Gemeinde unter Einbeziehung von Fachbehörden sogenannte Konzentrationszonen entwickeln und in den Flächennutzungsplan einzeichnen. „Die Konzentrationszonen sollten so gewählt sein, dass sie für alle verträglich sind“, sagte Linke in der Sitzung. „Sie würden vor allem das südliche Gemeindegebiet betreffen.“

Allerdings ist es nicht sicher, ob die Haimhauser Planungen mit den Konzentrationszonen Erfolg haben. Findet die Naturschutzbehörde beispielsweise eine geschützte Tier- oder Pflanzenart in dem Gebiet, das die Verwaltung für die Trasse vorsieht, kann es sein, dass die Pläne trotzdem scheitern.

Laufen die Planungen aber so, wie vorgesehen, kann sich die Regierung von Oberbayern nur mit einer guten Begründung darüber hinwegsetzen. Peter Felbermeier ist es wichtig zu betonen, dass die Gemeinde eine Stromtrasse nicht verhindern will. „Wir brauchen die Versorgung“, sagte das Gemeindeoberhaupt.

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