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Die tägliche Kleinbus-Karawane an der BIS

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Von: Thomas Zimmerly

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Kleinbusse BIS
Kritisiert, weil sich die Schüler in Dutzenden von Kleinbussen (Bild) sowie Privatautos in die BIS chauffieren lassen. © zim

Die Bavarian International School (BIS) ist vor Kurzem mit einem hohen Umweltpreis ausgezeichnet worden, weil sie viele Projekte in Sachen Umweltschutz in den Lehrplan integriert. Gleichzeitig werden die Schüler täglich in Dutzenden von Bussen oder Privatwagen zur Schule chauffiert. Diesbezüglich nehmen es Schule, Eltern und Schüler weniger genau mit dem Schutz unseres Planeten.

Haimhausen – Kurz nach 16 Uhr geht in Haimhausen das Schauspiel los. Dutzende Reisebusse, Kleinbusse und (zumeist) schwere Autos rollen langsam die Hauptstraße hinauf zum Kreisverkehr, durchqueren ihn und „fluten“ die Hauptverkehrsstraße, die Dachauer Straße. Schulschluss bei der Bavarian International School.

Klaus Kellerer ist Pendler. Auf seinem zeitgleich zu bewältigenden Arbeitsweg zwischen Hebertshausen und Lohhof muss er sich nicht selten in die „Schulbus-Karawane“ einordnen, wie er sagt. Doch Kellerer ist nicht nur Pendler, er ist auch Leser der Dachauer Nachrichten. Und dort stand vor ein paar Tagen geschrieben, dass die BIS mit der höchsten Auszeichnung des bayerischen Naturschutzbunds sowie des bayerischen Umweltministeriums ausgezeichnet worden ist: als Umweltschule mit drei Sternen. Die BIS hat mit Projektarbeiten zu den Themen Biodiversität, Nachhaltigkeit und Müllvermeidung den BN und das Ministerium überzeugt. Umweltschutz, so heißt es zudem, habe an der BIS eine besondere Bedeutung. Das Thema sei über sämtliche Klassen hinweg sehr eng in den Lehrplan integriert.

Pendler Kellerer fragt sich: Wie geht das zusammen? Einerseits rühmt sich die Schule dafür, dass ein „grüner Spirit“ alle rund 1150 Schüler in den beiden BIS-Zweigstellen in Haimhausen und Schwabing sowie die rund 200 Lehrer und Mitarbeiter und nicht zuletzt die rund 1500 Eltern „erreicht“ habe, wie die BIS in einer Presseerklärung zur Auszeichnung schreibt. Andererseits verlassen die Zöglinge der BIS in „unzähligen Kleinbussen mit mindestens 13 Sitzplätzen die Schule in Richtung München und Dachau“, wie Kellerer beobachtet hat. „Besetzt sind diese mit dem Fahrer und maximal einem oder zwei Schülern“, fährt der Hebertshauser fort, „hinzu kommen einige fast leere Großbusse und viele Limousinen mit einem Kind, von Mama oder einem Chauffeur gelenkt.“

Es ist freilich angenehmer, auf dem Rücksitz eines Porsche Cayenne oder mit wenigen Mitschülern zusammen in einem großräumigen Kleinbus oder noch größeren Reisebus zur Lehranstalt transportiert zu werden, während, wie Kellerer es formuliert, „alle ,normalen’ Schulen von übervollen Schulbussen angefahren werden“.

Nun ist es aber so, dass die Bavarian International School keine normale Schule ist. Bei der BIS gebe es kein Sprengelsystem, das dafür sorge, dass alle Schüler in der Nähe wohnen, so BIS-Pressesprecher Marko Mädge. Die 1150 Schüler stammen aus 60 Nationen. Da „ist es logisch, dass nicht alle beim Campus wohnen“, so Mädge. Das Einzugsgebiet der Privatschule reicht über den Landkreis Dachau hinaus. Für viele sei es daher unmöglich, zu Fuß oder mit dem Rad nach Haimhausen zu kommen.

Es dürfe kein falscher Eindruck gewonnen werden, so Mädge weiter. Die BIS habe in Sachen Schülertransport „nachhaltige Maßnahmen“ ergriffen. Viele Kinder würden gemeinsam nach Haimhausen gefahren. Der Sprecher verweist etwa auf die „Cityline“ der BIS. Die Münchner Schüler kämen an der Haltestelle Odeonsplatz zusammen. Von dort aus gehe es zunächst nach Schwabing und hernach direkt nach Haimhausen.

Umweltschul-Koordinatorin Emma Morris hat die Auszeichnung der BIS zur Umweltschule mit drei Sternen wie folgt kommentiert: „Die Arbeit unserer engagierten, jungen Menschen gibt uns die Hoffnung, dass wir den Weg in Richtung eines drastischen Klimawandels noch ändern können...“

Für Klaus Kellerer jedenfalls müsste die BIS in Sachen Schülertransporte ihren Weg ändern. Er fragt: „Kann man das nicht umweltfreundlicher und nachhaltiger organisieren?“

Geehrt wegen ihres Engagements in Sachen Umweltschutz: Mitglieder der Green Teams der Oberstufe der BIS auf dem Haimhausen-Campus.
Geehrt wegen ihres Engagements in Sachen Umweltschutz: Mitglieder der Green Teams der Oberstufe der BIS auf dem Haimhausen-Campus. © BIS

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