Nördlich des Amperbergs in Haimhausen soll ein großes Wohngebiet entstehen.
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Nördlich des Amperbergs in Haimhausen soll ein großes Wohngebiet entstehen.

Gemeinderat Haimhausen diskutiert abermals über den Bebauungsplan „Nördlich des Amperbergs“

Zwei Varianten bleiben übrig

  • Leyla Yildiz
    vonLeyla Yildiz
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Haimhausen – In der jüngsten Sitzung hatten die Haimhausener Gemeinderäte viel Diskussionsbedarf. Die Gemeinde hatte extra eine Sondersitzung angesetzt, in der es unter anderem um das Baugebiet „Nördlich des Amperbergs“ ging.

Schon in der Februar-Sitzung hatte Werner Dehm nach einer Bürgerbeteiligung mit seinem Augsburger Planungsbüro OPLA drei Bauvarianten für das Baugebiet vorgestellt. Doch weil es sich um ein äußerst attraktives Areal der Gemeinde handelt, schlug der Planer dem Gemeinderat damals vor, alle Vor- und Nachteile der drei Vorschläge parallel zu erarbeiten. Dehm präsentierte in der Sondersitzung zwei der Varianten mit eingearbeiteten Einwürfen. Die dritte Variante fällt wegen äußerst schwieriger Umsetzung weg.

Der erste Vorschlag beinhaltet eine konventionelle Erschließung des Geländes. Das bedeutet, dass im Wohngebiet grundsätzlich Autos erlaubt und alle Grundstücke anfahrbar sind. Jedoch kann die Gemeinde eine Tempo-30-Zone anordnen und die Straße als Schleife anlegen lassen. Die Vorgaben der Stellplatzsatzung werden auf den Grundstücken erfüllt.

In beiden Plänen sieht Dehm ein Parkstadl vor – mit Packstation, Carsharing und Ladesäulen für E-Autos. „Es gibt sogar schon Leute, die diesen Parkstadl betreiben wollen“, sagte Dehm.

Die zweite Variante ist autoreduziert

Die zweite Variante ist hingegen autoreduziert. Hier erfolgt die Erschließung der Häuser über eine große Sackgasse, mit einer Möglichkeit zum Wenden am Parkstadl. Das Anfahren aller Grundstücke ist dann nur noch für Rettungsfahrzeuge erlaubt sowie für die Ver- und Entsorgung. Es gibt also keine Garage, aber dafür einen ein Be- und Entladeplatz. Parken können die Anwohner im Parkstadl.   

Doch zufrieden war Bettina Ahlrep von den Grünen nicht so ganz mit beiden Varianten bzw. mit dem Baugebiet. „Wir hatten im ganzen Prozess nie wirklich die Wahl zwischen verschiedenen Baugebieten“, sagte sie. Die vorgestellten Konzepte seien die, die topografisch – momentan ist das Gebiet noch ein Acker in Hanglage – machbar seien. Ahlrep: „Wenn wegen der Topografie, also wegen des Gefälles, nur ein Baugebiet machbar ist, das wenig innovativ, nicht fortschrittlich ist und sich nicht verdichten lässt, dann muss ich mich schon fragen, ob das ein geeignetes Baugebiet für uns in Haimhausen ist.“

Dehm fragte sie, woran sich Innovation festmache. „Wir haben sehr unterschiedliche Varianten entwickelt, um die Vor- und Nachteile erkennen zu können“, sagte er. „Wir haben aber auch alle Themen, die Innovation haben, diskutiert und versucht zu berücksichtigen.“ Als Beispiel nannte er unter anderem die Verkehrsverlangsamung und die höhere Aufenthaltsqualität. Dies seien innovative Themen, „die da aufgegriffen worden sind“.

Ahlrep meinte, dass sie da weniger Kritik an Dehm übe, sondern an der Umsetzung des Bebauungsgebietes trotz der Topografie. Dehm stellte jedoch klar, dass das Gelände anspruchsvoll, jedoch gut händelbar sei.

Er plant grundsätzlich mit zwölf Doppelhaushälften, 19 Einfamilienhäusern, vier Geschosswohnungen, dem besagten Parkstadl und zwei Gemeindehallen.

Eine Entscheidung, welche Variante weiterverfolgt werden soll, fiel noch nicht.

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