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Bei seiner letzten Sitzung im Gemeinderat verabschiedete sich Andreas Brandt (links) als jüngstes Mitglied von seinen Kollegen.

Interview mit Andreas Brandt

Der jüngste Gemeinderat hört auf

Politik ist sein Hobby. Andreas Brandt (CSU) aus Haimhausen ist mit 20 Jahren in den Haimhauser Gemeinderat gewählt worden.

Politik ist sein Hobby. Andreas Brandt (CSU) aus Haimhausen ist mit 20 Jahren in den Haimhauser Gemeinderat gewählt worden. Er war Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschuss und im Jugend-, Umwelt-, Kultur-, Sport- und Sozialausschuss. Vor kurzem hat der 23-Jährige sein Amt aufgegeben. Der VWL-Student zieht für seinen Master nach England. Im Interview erzählt er, warum er als junger Gemeinderat Startschwierigkeiten hatte und, was das Schönste als Gemeinderat war.

-Könnten Sie sich vorstellen, hauptberuflicher Politiker zu werden?

Andreas Brandt: (zögert) Naja, ich finde, man sollte eigentlich nicht gleich vom Hörsaal in den Plenarsaal. Sondern sich davor mal anschauen, was die arbeitende Bevölkerung so bewegt.

-War es schwierig, sich gegen die älteren Kollegen im Gemeinderat durchzusetzen?

Ich hatte schon ein paar Startschwierigkeiten. Eigentlich habe ich immer gedacht: Wenn man eine gute Idee hat, kann man die in zwei Tagen umsetzen. Aber selbst in der eigenen Partei gibt es Reibereien und man muss Kompromisse suchen.

-Welche Ihrer Ideen konnten Sie umsetzen?

Ich gehe gern schwimmen. Gemeinsam mit der Jungen Union Haimhausen habe ich es geschafft, dass das Gras im Heigl-Weiher nicht mehr so hoch ist. Da hat’s mit dem Fischereiverein erst ziemlich gekracht. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass das Gras im Schwimmbereich geschnitten wird. Wo viele Fische schwimmen, soll es ganz natürlich bleiben.

-Gab es auch negative Erfahrungen?

Am Anfang hatte ich einen Blog im Internet, wo ich die Gemeinderatssitzungen kommentiert habe. Da gab es dann schon sehr kritische Kommentare von Usern, wie: „Was erlaubst du dir mit deinen 20 Jahren, das zu kommentieren?“

-Waren das Ihre Gemeinderatskollegen?

Nein, ich konnte die Namen der Kommentatoren sehen. Ich weiß also, wer kommentiert hat. Aber ich habe den Blog nach eineinhalb Jahren eingestellt, weil ihn immer weniger Leute gelesen haben.

-Wie viel Zeit hat das Ehrenamt eingenommen?

Im Monat waren es auf jeden Fall drei Sitzungen: Eine Gemeinderats- und Ausschusssitzung und eine Fraktionssitzung – also circa zehn Stunden. Dazu kommen Vor- und Nachbereitung: Da kommen schon so 15 bis 20 Stunden pro Monat zusammen, gerade bei den Haushaltsverhandlungen am Anfang, wenn man 200- oder 300-Seiten-Wälzer als Sitzungsunterlagen vor sich hat.

-Wie viel Zeit bleibt da noch für die Freizeit?

Solange man Student ist, geht es leichter. Ich hatte noch genug Zeit für meine Ämter bei der Jungen Union, das Lesen und Schwimmen. Aber wenn man Vollzeit arbeitet und als Gemeinderat noch abends und am Wochenende eingespannt ist – dann habe ich davor größten Respekt.

-Kommen Sie in den Haimhauser Gemeinderat zurück?

Das entscheide nicht ich, sondern die Partei und die Wähler. Aber wenn es mich wieder nach München verschlägt, würde ich gerne. Denn die Zeit als Gemeinderat war wirklich eine tolle Erfahrung, die ich nur jedem empfehlen kann. Man lernt in kürzester Zeit unglaublich viel, wie: Was darf eine Kommune, der Landkreis oder nur der Freistaat? Und das Schönste ist: Man kann selbst etwas am eigenen Ort verändern.

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