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Mais anbauen kann jeder: Andreas Knab probiert es mit Quinoa. Auf rund 10 000 Quadratmetern hat er den Versuch für seine Meisterarbeit aufgebaut.

Mit Superfood aber nichts am Hut

Dieser Landwirt baut Inka-Reis in Haimhausen an

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Er ist eigentlich in den Anden Südamerikas zuhause: Quinoa, auch Inka-Reis genannt. Andreas Knab baut die Pflanze in Haimhausen an. Es ist ein Projekt für seine Meisterarbeit – mit Superfood hat er nichts am Hut.

Haimhausen – Quinoa ist in den Anden Südamerikas daheim: Schon vor 5000 Jahren haben die Inkas dort Quinoa angebaut. Da Mais in den Hochebenen nicht fruchtete, war Quinoa ein Ersatzgetreide für die indigenen Stämme in Bolivien, Ecuador und Peru. Heute gilt die Pflanze vor allem als Superfood – ein Lebensmittel, das nur so vor Energie sprüht: Vor allem bei Veganern ist der Inka-Reis beliebt, er bietet ihnen eine wichtige Eiweißquelle. Andreas Knab, 21, aus Haimhausen ist weder Nachfahre eines Inka-Stammes noch Veganer – trotzdem baut er auf 2,3 Hektar seines Ackers in Haimhausen Quinoa an. Es ist ein Test: Mais anbauen kann schließlich jeder.

Das Quinoa-Feld am Amperweg Richtung Haimhausen leuchtet braun-orangefarben. An den Stängeln der Quinoa-Pflanzen hängen Samenpäckchen, etwa so groß wie Tannenzapfen. Andreas Knab pflückt eine Handvoll ab und reibt die Körner zwischen seinen Händen. Dann bläst er in seine linke Hand: Kleine braune Körner liegen darauf, umhüllt von einer Schale, die bitter schmeckt. So muss Quinoa aussehen, sagt Knab: Die Körner müssen trocken sein, ohne grüne Blätterreste und dürfen nicht verkleben. Sonst verklebt auch der Mähdrescher, der den Quinoa erntet.

Der Haimhauser ist Quinoa-Experte, er schreibt seine Meisterarbeit an der Landwirtschaftsschule Triesdorf über den Anbau der Eiweißbombe. Die meisten seiner Schulkollegen bauen für die Meisterarbeit Mais an: „Das war mir zu langweilig“, sagt Andreas Knab.

Normalerweise bauen die Knabs aus Haimhausen vor allem Kirschen und Kürbisse an. Im Internet hat Andreas Knab dann über Quinoa gelesen. Sein Papa reagierte erst einmal skeptisch: „Was willst denn noch alles machen?“, fragte er. Von den Prüfern der Landwirtschaftsschule bekam Knab Rückenwind: „Pluspunkte, weil das noch keiner ausprobiert hat“, sagt Knab. Doch Quinoa in Haimhausen anbauen bleibt eine Herausforderung.

Auf rund 10 000 Quadratmetern hat Andreas Knab den Versuch für seine Meisterarbeit aufgebaut: Den Samen hat er aus Dänemark bestellt und im Frühjahr ausgesetzt. Für den Versuch hat er in den einzelnen Abschnitten des Feldes mit null, 85 und 120 Kilogramm Stickstoff gedüngt. Er will herausfinden, welcher Düngereinsatz am besten fruchtet. Was Knab schon festgestellt hat: je mehr Dünger, desto mehr Körner hängen an den Pflanzen. Doch wenn er mehr Dünger einsetzt, dauert es auch länger, bis der Quinoa reif ist.

Eine weitere Herausforderung: das Unkraut. Zwischen den Quinoa-Pflanzen sprießt das grüne Unkraut. Die Erntehelfer der Knabs mussten es von Hand heraushacken.

„In zwei Wochen glaube ich, dass wir dreschen können“, sagt er: „Ich rechne mit circa einer Tonne Quinoa“, sagt Knab. Nach der Ernte muss das Korn erst getrocknet werden. Knab hat dafür extra eine Getreidetrocknungsmaschine gekauft. Danach muss er einen Müller finden, der die bittere Quinoa-Schale entfernt.

Den Quinoa gibt es dann in Ein-Kilo-Packerln am Obsthof der Knabs in Haimhausen. Dann beginnt die Analyse: Lohnt sich der Quinoa-Anbau auch in Haimhausen, rund 490 Meter über dem Meeresspiegel? Die Anden sind bis zu 6900 Meter hoch. Das will Andreas Knab in seiner 60-seitigen Meisterarbeit herausfinden. Die muss im Frühjahr fertig sein – spätestens dann steht das Ergebnis fest.

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