Ihre Anmut hat sich Tänzerin Sara Schwartz hart erarbeitet. 
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Ihre Anmut hat sich Tänzerin Sara Schwartz hart erarbeitet. 

Nach jahrelanger harter Arbeit

Wie die Corona-Krise fast einen Ballett-Traum zerstörte

  • vonLeyla Yildiz
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Sara Schwartz ist ausgebildete Ballett-Tänzerin und hat dieses Jahr ihr erstes Engagement bekommen. Doch die Corona-Krise löste ihre Träume in Luft auf.

  • Für Sara Schwartz ist Ballett ihr Leben.
  • Die 19-jährige Haimhauserin ist ausgebildete Tänzerin und hat dieses Jahr ihr erstes Engagement bekommen.
  • Doch die Corona-Krise machte ihr einen Strich durch die Rechnung.  

Haimhausen – Es sieht ganz einfach aus, wenn Sara Schwartz in ihren Spitzenschuhen über das Parkett schwebt. Ihr Körper ist komplett angespannt, die Finger und Zehen bis in die Spitzen gestreckt. „Das war jetzt nur kurz improvisiert“, sagt sie mit einem verschmitzten Grinsen.

Wenn Sara Schwartz Ballett tanzt, dann ist sie in ihrem Element. „Ich wüsste nicht, was ich ohne Ballett wäre“, sagt die 19-Jährige. Schwartz kommt aus Haimhausen. An vielen Schulen, unter anderem in London, lernte sie zu tanzen. Neben dem Abschluss des Abiturs an einer Abendschule, schloss sie letztes Jahr die Ballett-Akademie der Hochschule für Musik und Theater in München schließlich mit dem Bachelor of Arts ab.

Erstes Engagement für Sara Schwartz: „Absage der Tournee war ein Schock“

Die jahrelange Arbeit zahlte sich aus. Dieses Jahr ergatterte sie ihr erstes Engagement als Balletttänzerin beim Schweizer „Offspring Ballet“ – einer Kompanie für junge Tänzer. Doch die Corona-Krise löste die Pläne der jungen Haimhauserin in Luft auf. „Die Absage war für uns alle ein Schock, weil wir nicht damit gerechnet haben“, sagt sie. „Wir hatten ein 70-minütiges Programm für unsere Tournee durch Italien und die Schweiz zusammengestellt und dafür schon die Generalprobe abgehalten.“

Statt der Bühnenauftritte musste Sara Schwartz nun in Haimhausen trainieren. „Ich habe versucht mich so gut wie möglich mit Cross-Training und mit Joggen in Form zu halten“, sagt sie. Die Leiterin des „Offspring Ballets“ stellte den Tänzern dazu Übungsvideos zur Verfügung. „Unabhängig davon haben wir Tänzer uns auf Zoom getroffen und zusammen Pilates gemacht.“

Gute Nachricht für Sara Schwartz: Sie durfte am vergangenem Sonntag wieder in die Schweiz zurück

Nach vielen Wochen virtuellen Trainings kam für Sara Schwartz am vergangenen Freitag eine gute Nachricht – sie durfte am Sonntag wieder zurück in die Schweiz fahren. „Nachdem die Tour in Italien abgesagt wurde, sind die Direktoren des ,Offspring Ballets’ drangeblieben und haben so Ersatztermine in Zürich gefunden“, sagt sie.

Doch einige Tänzer können nicht mehr zur Kompanie zurückkehren. „Ein paar kamen aus Neuseeland und Spanien“, sagt Schwartz. „Deshalb müssen wir das Programm umschreiben, sodass wir es in reduzierter Form aufführen können.“ Allerdings kann sie sich nicht vorstellen, wie ein Pas de Deux, also ein Paartanz, stattfinden soll. „Ich habe mich schon gefragt, wie tanzen ohne Körperkontakt funktioniert“, sagt sie. „Aber da wir eh alle zusammen in einem Haus wohnen, wird sich das Problem wahrscheinlich erübrigen.“

„Ich verstehe diese Ungleichheit nicht, weil die Arbeitsleistung auf einem vergleichbaren Niveau liegt“

Das Tanzen ist Sara Schwartz’ Beruf. Sie steckt viel Arbeit hinein – deshalb kann sie es nicht verstehen, warum manche Sportler, beispielsweise Fußballer, ihren Beruf eher ausüben dürfen als andere. „Ich verstehe diese Ungleichheit nicht, weil die Arbeitsleistung auf einem vergleichbaren Niveau liegt“, sagt Schwartz. „Das wird in der Öffentlichkeit oft nicht wertgeschätzt, auch was die Bezahlung angeht. Und das tut schon ein bisschen weh.“

Trotzdem kann sie sich nichts anderes vorstellen. Ihr großer Traum ist es, irgendwann einmal am „Nederlands Dans Theater“ zu tanzen. „Das wäre das ultimative Ziel, weil das Ballett auf höchstem Niveau ist“, sagt sie.

Sara Schwartz: „Alle haben das Tanzen als Kommunikationsmittel“

Jetzt freut sie sich wieder, in die kosmopolitische Welt des Tanzens zurückzukehren. „Mir gefällt das gut, dass wir eine internationale Familie sind, und alle haben das Tanzen als Kommunikationsmittel“, sagt Schwartz. Sie spricht vier Sprachen: deutsch, englisch, italienisch und französisch. So ist sie perfekt auf die Tanzwelt vorbereitet – egal wo sie in den nächsten Jahren noch landen wird.

ly

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