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„Den Bürgern von Haimhausen alles erdenklich Gute und viel europäischen Geist.“ Das war der Wunsch, den Europaabgeordnete Angelika Niebler den Haimhausern in ihr Goldenes Buch schrieb, beobachtet von (v.l.) MdL Bernhard Seidenath, CSU-Ortsvorsitzender Claudia Kops und Bürgermeister Peter Felbermeier. 

Neujahrsempfang der CSU Haimhausen

Werbung für Europa und das Ehrenamt

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Gleich zwei Liebeserklärungen hat es beim Neujahrsempfang des CSU-Ortsverbandes Haimhausen gegeben – und beide waren an Empfänger adressiert, die oft als selbstverständlich betrachtet und zu wenig geschätzt werden.

Haimhausen – Im Mittelpunkt standen zum einen die vielen Ehrenamtlichen aus der Gemeinde, zum anderen die Europäische Union. Denn zu dem Empfang war auch die Europaabgeordnete Angelika Niebler (CSU) nach Haimhausen gekommen. Sie sitzt seit 1999 im Europäischen Parlament und nutzte die Gelegenheit, um Werbung für die Europawahl im Mai zu machen. „Die Wahl ist für mich eine Schicksalswahl, noch nie war sie so wichtig wie in diesem Jahr“, erklärte sie.

Die Europäische Union sei „das Beste, was wir seit 70 Jahren politisch auf den Weg gebracht haben“, ein Garant für Frieden und die einzige Lösung für länderübergreifende Probleme wie Terrorismus. Natürlich sei es nicht sinnvoll, wenn beispielsweise der Auftrag für das Catering der Haimhauser Schulmensa europaweit ausgeschrieben werden müsse, gestand sie ein. Aber: „Die großen Aufgaben können wir nur europäisch lösen.“

Nieblers Wunsch für die Wahlen: „Es ist wichtig, dass nicht Populisten, die zu den Nationalstaaten zurück wollen, das Sagen bekommen.“ Ziel solle stattdessen sein, „gemeinsam das europäische Haus weiterzuentwickeln.“   

Einen kleinen Beitrag dazu leisten auch viele Haimhauser, die sich in ihrer Freizeit für andere engagieren. „Es ist einmalig in der Europäischen Union, wie die Bürger hier in Bayern zusammenhalten“, lobte Niebler. „Auch das ist es, was den Freistaat ausmacht.“ Deshalb waren zu dem Neujahrsempfang viele Ehrenamtliche eingeladen.

„Menschen, die sich stark machen für andere, sind unverzichtbar für ein starkes Gemeinwesen“, würdigte die Ortsverbandsvorsitzende Claudia Kops den Einsatz. Das seien zum Beispiel Bürger, die sich beim Rettungsdienst oder als Helfer vor Ort, in der Pflege, bei der Begleitung von Kranken und Sterbenden, in der Nachbarschaftshilfe oder in Stiftungen engagieren.

Einen besonderen Dank sprach sie auch den Helfern aus, die während des Schneechaos mitangepackt haben. Aus der Gemeinde Haimhausen waren 30 Feuerwehrler mit zwei Fahrzeugen in Holzkirchen und in Miesbach im Einsatz. „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen“, zitierte Kops den französischen Schriftsteller Guy de Maupassant.

Wie lebenswert das Leben in der Gemeinde Haimhausen ist, betonte Bürgermeister Peter Felbermeier: „Wir stehen so gut da wie noch nie in der Geschichte der Gemeinde.“ Natürlich gebe es Herausforderungen wie das wachsende Defizit in der Kinderbetreuung oder der gesellschaftliche Wandel durch die Digitalisierung. Haimhausen sei dafür aber gut gerüstet, so Felbermeier. „Bald haben wir den ganzen Ort mit Glasfaser ausgestattet, bis in den hintersten Weiler.“

Auch sonst ist 2019 einiges im Gange. Der Bau der neuen Schulturnhalle mit einer großen Mensa soll 2020 abgeschlossen sein, im Rahmen eines Baulandmodells entsteht geförderter Wohnraum, und in der Ortsmitte wird gerade ein großes Ärztehaus errichtet. Zehn Ärzte werden sich dort niederlassen. Das Gebäude ist zweieinhalb-geschossig, im Ort gibt es Diskussionen, ob es nicht zu groß sei. Dem widersprach Felbermeier. „Es ist kein Hochhaus“, betonte er. „Und für eine gute ärztliche Versorgung zu sorgen, ist Pflichtaufgabe einer Gemeinde.“

Am Ende des Empfangs trug sich Europaabgeordnete Angelika Niebler in das Goldene Buch von Haimhausen ein. Ihr Wunsch für die Gemeinde: „Den Bürgern von Haimhausen alles erdenklich Gute und viel europäischen Geist.“ Als die Haimhauser Dorfmusik neben der Bayernhymne und dem Deutschlandlied auch die Europahymne spielte, war er schon spürbar. CLAUDIA SCHURI

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