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Ohrenbetäubend: Die Bewohner der beiden Einbahnstraßen sind schwer bedient.

Anwohner machen mobil gegen Fehlplanung

Die Einbahnstraßenhölle von Haimhausen

Diese Baustelle raubt ihnen den letzten Nerv. Bis zu 50 Autos pro Stunde verirren sich in die Sackgassen nahe der Dachauer Straße in Haimhausen, seitdem die Straße saniert wird. Den Anliegern reicht’s, sie werfen der Gemeinde und dem Straßenbauamt eine Fehlplanung vor.

Haimhausen – Schon wieder einer, der sich nicht auskennt. Den Anwohnern der Dachauer Straße in Haimhausen reicht’s. Sie stehen vor einem Sackgassenschild in der Tegelfeldstraße, unter dem sie ein selbstgemaltes Plakat geklebt haben: „Tatsache kein (!) Witz! Sie kommen nicht weiter.“ Es ist eine Trotzaktion: Denn seit vergangenem Montag ist der Hauptabschnitt der Dachauer Straße eine Baugrube. Viele Autofahrer verirren sich in die Sackgassen daneben, sie ignorieren die Durchfahrtsschilder vor der Baugrube und versuchen sich stattdessen durch die Sackgassen Richtung B 13 zu schlängeln. Was natürlich nicht geht. „Bis zu 50 Autos in der Stunde verirren sich in unsere Straße und brausen dann frustriert wieder runter“, sagt Anliegerin Gabriele Reichold. Die Autos machen einen Riesenlärm. Familie Reichold und Albert Wallner, 68, werfen der Gemeinde und dem Straßenbauamt eine Fehlplanung vor.

Die Familie Reichold wohnt in der Tegelfeldstraße, Wallner in der Weiherstraße, nur wenige Meter von der Baugrube entfernt. „Gestern haben sie mir sogar einen Schubkarren und einen Blumentopf umgefahren“, sagt Wallner. Er hatte sie den Autofahrern in den Weg gestellt, damit sie sich nicht mehr durch seine Straße Richtung B 13 brausen können. Denn dort kommen sie nicht weiter, denn nach der Weiherstraße ist Schluss. Die zur B 13 weiterführende Alleestraße ist seit rund vier Monaten gesperrt. Durch Haimhausen gibt es also kein Durchkommen – die Autofahrer versuchen es trotzdem.

Bereits etwa sechs Kilometer vor der Baugrube – beim Edeka in Ampermoching – hat das Staatliche Bauamt ein Schild angebracht: „Hauptstraße in Haimhausen von 7.8. bis 8.9. gesperrt“ steht darauf. Einen Kilometer weiter in Ampermoching ist der Wegweiser nach Haimhausen wieder durchgestrichen. Stattdessen ist die Umleitung angeschrieben, die noch im Ampermoching beginnt. Wer dennoch weiterfährt – und das sind viele – trifft später in Haimhausen, rund 200 Meter vor der Baugrube, auf eine Schranke mit dem roten Schild „Verbot für Fahrzeuge aller Art“. Doch auch das interessiert einige Autofahrer nicht: „Viele fahren einfach nach Navi und ignorieren das alles“, sagt Reichold. Wenn es nach ihr ginge, müsste das Straßenbauamt mehr und „radikalere Durchfahrtsschilder“ anbringen, zum Beispiel mit „Totalsperrung in Haimhausen“. Zudem hätte das Straßenbauamt die Sperrung auch an verschiedene Radiosender und den ADAC weitergeben sollen.

Otto Felkel, Sprecher der Gemeinde Haimhausen, sagt zu den Vorwürfen: „Es ist der falsche Weg, sich beim Bauamt oder der Gemeinde zu beschweren.“ Die Polizei sei dafür zuständig. Außerdem wurde die Straßensperrung am Montag an zwei Radiosender weitergegeben. Auch Ergun Dost, Leiter der Baustelle, sagt: „Die Anwohner beschimpfen uns, weil die Verkehrsteilnehmer die Schilder ignorieren.“ Von der Dachauer Polizei bekam die Gemeinde zu hören: „Das Problem wird sich schon von selbst lösen“ – wenn die Autofahrer bemerkt haben, dass es in Haimhausen kein Durchkommen gibt.“

Anna Schwarz

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