Der Entwurf eines Vollsortimenters des Allgäuer Familienunternehmens Feneberg.

Die Haimhauser sollen entscheiden

Soll der Supermarkt ans Kramer Kreuz?

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Der Gemeinderat Haimhausen hat entschieden: Es wird einen Bürgerentscheid darüber geben, ob am Kramer Kreuz ein Vollsortimenter ansiedeln darf.

Haimhausen – Es war eine leidenschaftliche Diskussion im Gemeinderat Haimhausen: Zwar gibt es über die Fraktionen hinweg eine überragende Mehrheit dafür, am Kramer Kreuz einen Verbrauchermarkt anzusiedeln. Entscheiden sollen aber jetzt die Bürger.

Edeka und das Allgäuer Familienunternehmen Feneberg haben Interesse daran, am Kramer Kreuz einen neuen Vollsortimenter zu betreiben. Beide haben ihre Pläne jetzt in einer Sondersitzung dem Gemeinderat vorgestellt. In dieser Sitzung beschlossen die Lokalpolitiker aber zugleich mehrheitlich, vorher die Bürger abstimmen zu lassen, ob überhaupt ein Supermarkt an diesem Standort gewünscht ist.

Denn der Bau könnte weitreichende Folgen haben. „Ich gehe davon aus, dass mit diesem Gebäude der Startschuss für eine Bebauung des Brunnenfelds fällt“, erklärte Bürgermeister Peter Felbermeier. Zwar sei noch nicht abschätzbar, wann es so weit kommen wird, es könne auch noch Jahre oder Jahrzehnte alles beim Alten bleiben. Aber: „Wir müssen den Bürgern ehrlich sagen, dass irgendwann Bauland entstehen könnte.“ Auf einer Fläche von rund 15 Hektar könne womöglich Wohnbebauung für 2000 Einwohner kommen, so eine Einschätzung von Felbermeier.

Die Gemeindeverwaltung hatte den Gemeinderat im Oktober auf dieses Thema aufmerksam gemacht. Viele der Lokalpolitiker waren selbst überrascht davon, nicht jeder ist von einer weiteren Bebauung begeistert. „Ich möchte nicht, dass wir in 20 Jahren 36 Prozent Zuwachs haben“, erklärte Angelika Goldfuß (Überparteiliche Wählergemeinschaft). Auch Manfred Moosauer (CSU) ist „maximal dagegen“, wie er erklärte. „Ich möchte das Stück frei halten, wir sollen die Bürger nicht auch noch auf eine Bebauung hinweisen.“

Offener ist zum Beispiel Josef Heigl (CSU). „Wir können uns nicht verschließen, größer zu werden. Bauland entwickelt sich sowieso langsam und Schritt für Schritt.“ Er sprach sich gegen einen Bürgerentscheid aus: „Wir sollten dafür kein Geld verschwenden, ich gehe von einer 80-prozentigen Zustimmung für den Verbrauchermarkt aus.“

Auch die anderen Gemeinderäte rechnen damit, dass ein großer Teil der Bevölkerung einen Vollsortimenter befürwortet. Dafür spreche auch das große öffentliche Interesse, als Edeka und Feneberg in der Sitzung ihre Konzepte vorstellten.

Die Gemeinderäte waren sich deshalb nicht einig, ob ein Bürgerentscheid wirklich notwendig ist. „Wir halten ihn für überflüssig“, erklärte Armgard Körner (Grüne). „Es gibt keine Alternativen zu dem Standort, und es weckt den Anschein, als ob wir Gemeinderäte uns aus der Verantwortung ziehen wollen.“ Bernhard Seidenath (CSU) dagegen gab zu bedenken, dass das Grundstück am Kramer Kreuz eines „der letzten Filet-Grundstücke in der Gemeinde“ sei. „Wer dort nach Haimhausen fährt, wird künftig als erstes den Supermarkt sehen“, erklärte er. Deshalb sei es sinnvoll zu fragen, ob der Einzelne einen solchen Supermarkt wolle oder nicht. Zumal das Gebäude wohl auch nachts beleuchtet wäre, wie Bürgermeister Peter Felbermeier ergänzte. „Momentan gibt es dort weit und breit kein vergleichbar großes Gebäude.“

Letztlich setzten sich die Befürworter eines Bürgerentscheides mit zwölf zu acht Stimmen durch. Um Kosten zu sparen, soll die Abstimmung am Sonntag, 26. Mai, gemeinsam mit der Europawahl stattfinden.

Die wahlberechtigten Haimhauser können dann entscheiden, ob die Gemeinde Haimhausen „auf der heutigen landwirtschaftlichen Fläche am Kramer Kreuz westlich der Münchner Straße (kurz vor Einmündung in die Staatsstraße 2339) ein Bauleitplan-Verfahren für die Ansiedlung eines Verbrauchermarktes“ einleiten solle.

cla

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