Frau hinter einer Schanktheke
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Ihr geht es wie so vielen Gastronomen in diesen schweren Zeiten: Wirtin Minka Jarence ist verzweifelt.

Pandemiefolgen für Gastronomie

„Corona hat fast alles kaputtgemacht“ - Restaurant kämpft ums Überleben

  • Leyla Yildiz
    VonLeyla Yildiz
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Das Ehepaar Jarence hat mitten in der Corona-Pandemie sein Restaurant „Mediterran“ in Haimhausen eröffnet. Doch seitdem sind immer mehr Probleme aufgetaucht.

Haimhausen - Sie hatten den Mut, während der Corona-Pandemie ein Restaurant zu eröffnen. Minka Jarence und ihr Mann Samo sind die neuen Pächter der Sportgaststätte des SV Haimhausen (Landkreis Dachau) und haben ihr mit ihrem Lokal „Mediterran“ wieder Leben eingehaucht. Doch jetzt stehen sie fast vor dem Aus.

Vor der Eröffnung steckten Minka und Samo Jarence viel Geld ins Lokal, vor allem fürs Inventar gaben sie viel aus. Umso größer war die Hoffnung, es so schnell wie möglich mit dem Betrieb wieder hereinzuholen. Doch dann: „Corona hat fast alles wieder kaputtgemacht“, sagt Minka Jarence. „Aber wir haben gesagt, dass wir weitermachen.“

Haimhauser Restaurant „Mediterran“: Lebensmittel blieben teilweise liegen

Das Abholgeschäft hat den Jarences über die Zeit des Lockdowns zumindest ein paar Einnahmen in die Kassen gespült, aber eben nicht genug. „Sehr oft hatten wir am Ende des Tages eine Null stehen“, berichtet die Wirtin. Viele Lebensmittel blieben liegen, mussten zum Teil entsorgt werden. „Mir tut es weh, dass es so viel war“, sagt Jarence. Um das Pächterpaar in der schweren Zeit ein wenig zu unterstützen, erließ der SV Haimhausen dem Ehepaar die Miete.

Mittlerweile sind die Corona-Beschränkungen gelockert, man darf wieder in die Gaststätten. Das „Mediterran“ bietet eine Variation von Speisen an. Unter anderem gibt es hausgemachte Pasta, Gerichte aus der mediterranen Küche sowie Burger und Pommes.

Großes Problem von Haimhauser Gaststätte: Kein Durchgangsverkehr durch Sackgasse

Doch nun ist ein weiteres Problem auf das „Mediterran“ zugekommen: Das Lokal ist kaum bekannt. Die Gastronomen können durch die Sackgasse am Unteren Bründlweg nicht auf Durchgang zählen, so wie andere Restaurants in verkehrsgünstigen Lagen. „Zu uns kommen nur die Sportler und Stammkunden“, sagt Jarence.

Sie und ihr Mann machten von den wenigen Einnahmen während des Lockdowns Werbung für das „Mediterran“ im Gemeindeblatt Haimhausen. Auch einige Sportler unterstützten sie mit Mundpropaganda. Doch Erfolg brachte dies nicht wirklich.

Besitzer von Haimhauser Restaurant sorgen sich um ihre Zukunft: „Großes Minusgeschäft“

Die Jarences machen sie große Sorgen um ihre Zukunft. „Wir haben ein sehr großes Minusgeschäft und alles von unserem eigenen Ersparten reingesteckt“, sagt die Gastronomin. Sollte das Geschäft nicht an Fahrt aufnehmen und nicht mehr Gäste von außerhalb kommen, dann kann sich Minka Jarence vorstellen, einen Schlussstrich zu ziehen. „Wenn ich etwas anderes finde, dann gehe ich.“ Doch noch ist es noch nicht soweit. Ein Jahr wollen die Jarences auf alle Fälle noch weitermachen. (ly)

Die Gastronomie ist seit einigen Wochen schon wieder geöffnet. Doch Normalität ist noch immer nicht eingekehrt. Wie geht es der Gastro?

Ein großes Problem der Gastronomie ist derzeit, dass sie kein Personal mehr findet, wie mehrere Beispiele aus Bayern zeigen.

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