Auf dem bisher landwirtschaftlich genutzten Feld am Kramer Kreuz entstehen der neue Supermarkt und ein Wohngebiet.
+
Auf dem bisher landwirtschaftlich genutzten Feld am Kramer Kreuz entstehen der neue Supermarkt und ein Wohngebiet.

Gemeinderat Haimhausen ändert Flächennutzungsplan für das Areal am Kramer Kreuz

Der Weg für den Supermarkt ist frei

  • Leyla Yildiz
    vonLeyla Yildiz
    schließen

Haimhausen – Schon seit etwa zwei Jahren ist bekannt, dass der Nahkauf Ungnadner noch heuer für immer schließen wird. Die Haimhausener müssen dann zum Einkaufen entweder nach Ampermoching oder nach Unterschleißheim fahren.

Doch die Gemeinde will für die Haimhauser Bürger Abhilfe schaffen. In den nächsten Jahren soll am Kramer Kreuz ein neuer Supermarkt entstehen. Den Startschuss dafür legte ein Bürgerentscheid 2019, als sich die Bevölkerung positiv zu so einem Markt äußerte (wir berichteten). In der jüngsten Gemeinderatssitzung, die unter anderem wegen dieses Bauprojekts angesetzt worden war, beschäftigten sich die Räte mit der Änderung des Flächennutzungsplans und dem Bebauungsplan für das Gelände.

Momentan ist das Areal im Flächennutzungsplan als Landwirtschaftsfläche ausgewiesen. Bleibt das so, könnte dort kein Supermarkt entstehen. Zusätzlich soll neben dem neuen Verbrauchermarkt eine Wohnsiedlung entstehen. Das bedeutet, dass im Süden am Kreisverkehr der Markt entsteht und gleich daneben im Norden ein Mischgebiet mit Wohnbebauung. Der Plan dabei ist, beide Verfahren voneinander zu trennen.

Nur im Vorfeld erscheint das Projekt einfach

Doch so einfach, wie sich das im Vorfeld anhörte, war es am Sitzungsabend nicht. Es gab mehrere Wortmeldungen und Nachfragen. Detlef Wiese (Bürgerstimme) fragte in die Runde, warum die Pläne, die ihm als Grundlage für die Beschlussvorlage vorliegen, anders aussähen als die noch von 2019. Für Andrea Fischböck aus der Bauverwaltung war die Begründung einfach: „Vertragliche Grundlagen zwischen dem Bauherrn Ratisbona und dem Eigentümer. Näheres wissen wir auch nicht“, sagte sie. „Das ist ja der Startschuss des Verfahrens, wie wir es beim Amperberg 2019 gemacht haben.“ Da habe sich auch im Laufe der Zeit gezeigt, dass eine Modifizierung gemacht werden musste. „Es kann also schon sein, dass sich die Grenzen möglicherweise noch mal verschieben.“

Bürgermeister Peter Felbermeier fügte an: „Bei dem Bebauungsplan für den Amperberg haben sich die Grenzen aufs Massivste verschoben.“   

Ergun Dost (ebenfalls Bürgerstimme), äußerte Sorgen um das Rechtliche. „Beim Amperberg kann ich mir nicht vorstellen, wer gegen uns geklagt hätte, aber hier haben wir es mit einer Firma zu tun“, sagte er. „Das heißt: Die wollen Geld verdienen, und meines Erachtens müssen wir schon aufpassen, was wir ihnen für Vorgaben machen.“ Felbermeier wiederholte, dass man am Beginn eines Verfahrens sei: „Was nicht geht, wird nicht umgesetzt“.

Für Bettina Ahlrep (Grüne) ergaben sich andere Fragen, die jedoch mit dem Wohngebiet zu tun hatten. „Mir fehlen hier Infos. Wie viele Leute sollen da wohnen, wie viele Wohneinheiten sollen entstehen, was heißt eigentlich Mischgebiet, und was ist das Verhältnis zwischen Gewerbe und Wohnbebauung?“

Martin Müller (CSU) wollte die Lage nach weiteren Diskussionen etwas entspannen: „Wir streiten uns gerade darüber, wie detailliert der Plan schon ist.“ Parteikollege Georg Mayerbacher ergänzte: „Wenn wir das heute beschließen, dann beschließen wir nur die Änderung einer Nutzung einer landwirtschaftlichen Fläche, ansonsten überhaupt nichts.“

Letztendlich schlug Detlef Wiese vor, über die Zahlen und die wirtschaftliche Grundlage im nichtöffentlichen Teil zu sprechen, das Ganze aber noch an dem Abend abzuschließen. Dem stimmte Peter Felbermeier zu. So diskutierten die Gemeinderäte unter Ausschluss der Öffentlichkeit weiter und beschlossen, dann den Flächennutzungsplan so zu ändern, dass im Süden der Supermarkt entsteht und im Norden das Mischgebiet. Die Aufstellungsbeschlüsse für die Bebauungspläne sind auf einen späteren Zeitpunkt vertagt worden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare