Zwei Männer vor einem Kirchenaltar.
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Die Köpfe hinter dem digitalen Kirchenführer: Florian Wildmoser (l.) und Sven Sassnowski.

Es geht um die Geschichten dahinter

Duo entwickelt digitalen Kirchenführer - damit ist eine Kirchenentdeckung vom Sofa aus möglich

  • vonLeyla Yildiz
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Florian Wildmoser und Sven Sassnowski haben einen digitalen Kirchenführer entwickelt, mit dem sich Interessierte im Internet über eine Kirche schlau machen können.

Inhausen – Das Erste, was in der Kirche in Inhausen auffällt, ist das Deckenfresko. Über die ganze Wölbung der Decke zieht sich ein Kunstwerk von Johann Georg Dieffenbrunner. Ins Zentrum hat der Maler die heilige Maria gesetzt, weil die Inhauser Kirche eine Marienkirche ist.

Die Deckenmalerei ist eine Besonderheit und gilt als eine der wichtigsten Rokoko-Werke. Diese Besonderheit der Kirche haben Florian Wildmoser und Sven Sassnowski für einen neuartigen digitalen Kirchenführer herausgegriffen. Die beiden kommen nicht aus dem Landkreis Dachau – Wildmoser ist aus Fahrenzhausen und Sassnowski aus Saulgrub bei Garmisch-Partenkirchen. Dennoch sind die zwei mit ihrem neuartigen Projekt im Pfarrverband Fahrenzhausen-Haimhausen gestartet. „Der Kontakt zum Pfarrverband war eng“, sagt der 35-jährige Wildmoser. „Wir haben bei Pastoralreferent Bernhard Skrabal offene Türen eingerannt.“

Digitaler Kirchenführer: Konzept ist einfach

Ihr Konzept ist dabei ganz einfach. Auf der Internetseite des Kirchenführers stellt das Duo einzelne Kirchen vor. „Vor allem kleine Kirchen haben eine besondere Geschichte zu erzählen“, sagt der 39-jährige Sassnowski. Momentan stehen auf der Internetseite die Inhauser Kirche und die Kuratiekirche St. Georg in Weng. Fünf weitere sind in Bearbeitung. Die Informationen über die Gotteshäuser erhalten Wildmoser und Sassnowski von den Pfarrverbänden und speisen diese zusammen mit Fotos der Kirche sowohl vom Innen- als auch Außenraum, Drohnenaufnahmen und Audiospuren der Glocke in ihren digitalen Kirchenführer ein.

Hinter ihrer Idee steckt aber nichts Neues, wie Wildmoser sagt. „Wir wollten den Kirchenführer, der ja sonst in Papierform in den Kirchen ausliegt, auf ein multimediales Level heben“, sagt er.

Wildmoser und Sassnowski wollen Geschichten einer Kirche erzählen

Mit ihrem Kirchenführer wollen die beiden vor allem „die beeindruckenden Geschichten einer Kirche erzählen“, sagt Wildmoser. „Wir kümmern uns um die Kirche als Bau und wollen nicht missionieren.“ Besonderheiten wie das Deckenfresko von Dieffenbrunner heben sie hervor.

Die Leute können sich mit dem Kirchenführer über die Kirche informieren – egal, ob die Kirche nun geöffnet oder geschlossen ist. „So können die Menschen sich virtuell durch eine Kirche klicken und schauen, ob sie die Geschichte dahinter interessiert“, sagt Sassnowski. Die Internetseite solle aber auf keinen Fall einen Besuch vor Ort ersetzen. „Nur damit können die Menschen die Atmosphäre einer Kirche spüren.“

Das Duo legt viel Wert auf die Qualität des Inhalts

Wildmoser und Sassnowski legen viel Wert auf die Qualität des Inhalts. Deshalb arbeiten sie beispielsweise mit professionellen Fotografen zusammen. Ihr Traum ist es, dass die Besucher des Kirchenführers per 3-D-Modell virtuell durch die Kirche gehen können – ähnlich wie Google Street View. „Das kommt hoffentlich bald“, sagt Sassnowski.

Momentan ist der Kirchenführer noch ein Projekt, das die beiden aus eigener Tasche bezahlen. Texte, Fotos, Drohnenaufnahmen – in Zukunft möchten Wildmoser und Sassnowski diese Sachen mit dem jeweiligen Pfarrverband abrechnen. „Der muss einen Teil der Gelder dafür freigeben“, sagt Wildmoser.

Die Zwei glauben fest daran, dass sie noch andere Pfarrverbände von ihrem Projekt überzeugen können. „Die Kirchen haben mit dem Kirchenführer eine Plattform, mit der sie moderne Wege gehen können“, sagt Sassnowski. Damit wollen die beiden zusammen mit den Pfarrverbänden jeden Menschen erreichen, egal ob nun jung oder alt, Christ oder Nichtchrist.

Der digitale Kirchenführer

ist unter der-kirchenfuehrer.de im Internet zu finden. Dort stehen weitere Informationen zur Verfügung.

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