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Über die ungewisse Zukunft des Gewerbes in Haimhaus en sprachen Stefan Löwl, Wolfgang Gehrer, Josef Sebastian Portenlänger und Peter Felbermeier.

Diskussionsabend in Haimhausen: Mit einer Seilbahn in die Firmenzukunft?

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Der Gewerbeverband Haimhausen hat sein 20-jähriges Bestehen mit einem Diskussionsabend gefeiert. Das Thema: Wie geht es weiter mit den Unternehmern der Gemeinde? Und was müssen sie tun, um fit für die Zukunft zu sein?

Haimhausen – Auch wenn die Auftragsbücher gut gefüllt sind, haben die Selbstständigen derzeit mit einigen Problemen zu kämpfen. „Die Schuhe drücken gewaltig“, erklärte der Vorsitzende des Gewerbeverbandes Haimhausen, Josef Sebastian Portenlänger. „Wir haben immer mehr Probleme, Mitarbeiter zu finden.“ Auch die Unsicherheit durch die Digitalisierung bereite den Firmen viele Sorgen. Umso wichtiger sei es für Selbstständige sich zu vernetzten, so Portlänger: „Wir müssen vermitteln, dass die kleinen Selbstständigen das Rückgrat der Gesellschaft sind.“

Der Haimhauser Gewerbeverband hat rund 35 Mitglieder. Sein Ziel ist deren Anliegen in der Politik eine Stimme zu verleihen. Dazu müsse es eine stärkere Zusammenarbeit mit Verbänden aus anderen Gemeinden geben, forderte Portenlänger. Daran mangelt es noch: Die Haimhauser hatten zwar andere Gewerbeverbände zum Festabend eingeladen – gekommen ist aber kein einziger. Auch viele Gewerbetreibende haben es nicht zur Feier geschafft – sie kommen mit der Arbeit nicht hinterher.

Außerdem könnte der Verband künftig weiter wachsen: Bürgermeister Peter Felbermeier (CSU) sprach sich für ein weiteres Gewerbegebiet in der Gemeinde aus, am liebsten entlang der B 13. Doch das sogenannte Anbindegebot, wonach Gewerbeflächen an Siedlungen anschließen müssen, macht Probleme. Felbermeier will trotzdem dafür kämpfen: „Ich sehe nicht ein, dass wir den Verkehr in den Ort reinziehen, wenn wir die Möglichkeit haben, ihn draußen zu halten.“ Innerorts könnte er sich weiteres „ruhiges Gewerbe“ vorstellen, denn Haimhausen biete gute Voraussetzungen für Unternehmen.

Die Hebesätze für die Gewerbesteuer seien – nach Vermittlung durch den Gewerbeverband – seit Jahren niedrig. Überdurchschnittlich hoch hingegen ist die Kaufkraft der Bevölkerung vor Ort. „Und die verkehrliche Lage ist mit der Autobahn und der B 13 prinzipiell top.“ Lediglich mit dem Ausbau der Straßen und des öffentlichen Personennahverkehrs hinke man hinterher. Dem stimmte auch Landrat Stefan Löwl zu, der sowohl eine Ertüchtigung des Straßennetzes und des ÖPNV forderte. Hier müsse man kreative Ideen einbeziehen, wie eine Seilbahn zwischen Haimhausen und Lohhof.

Entscheidend sei „die Ressource Boden“, so Löwl. „Und die ist kaum verfügbar.“ Er forderte die Unternehmer auf, selbst „Teil der Politik“ so werden. „Sie müssen Überzeugungsarbeit in der Bevölkerung leisten“, sagte er. „Nur so können Sie junge Menschen als Fachkräfte gewinnen und die Politik bei Projekten unterstützen.“

Der Gewerbeverband hatte auch einen Futuristen eingeladen. Wolfgang Gehrer weihte die Unternehmer in die Geheimnisse der Zukunft ein. „Schnell, digital und exponentiell“ würde sich das Leben und die Technik entwickeln. „In fünf Jahren können Sie sich mit Ihrem Laptop unterhalten wie mit Ihrem besten Freund“, sagte er voraus: „Und in weiteren fünf bis sechs Jahren wird der Laptop die geistige Leistung von allen menschlichen Gehirnen auf der Welt haben.“

Viele Jobs würden wegfallen, andere neu geschaffen. Schon jetzt gäbe es die Möglichkeit, Brücken und Häuser mit dem 3D-Drucker zu bauen. „Als Bauunternehmer müsste man den Übergangsprozess starten und zum Beispiel die Maurer nach und nach zu Maschinenführern weiterbilden.“ Dann könne man positiv in die Zukunft blicken: „Es liegt an uns, Lösungen zu finden, die manche Probleme in Luft auflösen werden.“

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