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Ernteten donnernden Applaus: die Mitwirkenden beim Neujahrskonzert in Haimhausen.

Ein fulminanter Musikabend

Neujahrskonzert in Haimhausen eröffnet Jubiläumsjahr des Kulturkreises

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Neujahrskonzerte als perfekter Auftakt haben in Haimhausen Tradition. Diesmal hat der Kulturverein nicht gekleckert, sondern geklotzt.

Haimhausen – So ein großes Neujahrskonzert hat es in Haimhausen noch nie gegeben: Mit einem fulminanten Musikabend ist der Kulturkreis in sein 35-jähriges Jubiläumsjahr gestartet. Im Auditorium der Bavarian International School entführten rund 80 Musiker und Sänger unter der Leitung des renommierten Dirigenten Klaus Linkel das Publikum in die Welt der Opern und Operetten.

Das Westböhmische Symphonieorchester aus dem tschechischen Marienbad war dazu für ein Gastspiel in die Gemeinde gekommen. Dieses besteht seit 1821 und ist eines der ältesten Symphonieorchester in Europa. Das Ensemble gehört zu den besten des Landes und hat sich auch international einen Namen gemacht. Unterstützt wurde es von rund 30 Sängern des Haimhauser Chores Stimmbruch, den Marja-Leena Varpio leitet. Sie ist gleichzeitig auch die Vorsitzende des Kulturkreises und hatte als Opernsängerin schon Engagements bei der Wiener Volksoper, der Staatsoper Stuttgart, der Finnischen Nationaloper Helsinki und vielen weiteren großen Theaterhäusern.

Auch beim Neujahrskonzert trat sie als Solistin auf: Als Sopranistin schlüpfte sie in die Rollen verschiedener Operettenfiguren und brillierte mit ihrer klaren, reinen Stimme. Dabei ergänzte sie sich gut mit Dora Garcidueñas, die als sich Soubrette vor allem durch Leichtigkeit und Fröhlichkeit auszeichnete. Bei den Herren übernahmen der Wiener Sänger Christian Bauer die Tenor-Soli und Martin Danes, Dozent für Gesang an der Hochschule für Musik München, die Bariton-Soli. Voluminös und temperamentvoll waren ihre Vorträge. In Kombination mit dem ausgezeichneten Spiel der Orchestermusiker und dem stimmgewaltigen Chor entstand ein beeindruckender Klang.

Dirigent Klaus Linkel bot mit seinem Programm einen Querschnitt aus bekannten Operettenmelodien, seine Frau Lilli Linkel führte charmant durch den Abend und erklärte dem Publikum den Inhalt der Werke. Zu hören waren gefühlvolle Arien, leidenschaftliche Duette und mitreißende Walzer.

Im ersten Teil des Konzerts stand mit mehreren Stücken aus Johann Strauß’ bekannter Operette „Die Fledermaus“ vor allem die so genannte „goldene Operettenära“ im Mittelpunkt. Doch mit „Der Graf von Luxemburg“ und „Gold und Silber“ von Franz Lehár gab es auch einen Einblick in die darauf folgende „silberne Ära“. Außerdem standen mit „Tanz auf dem Vulkan“ und „Der Opernball“ auch Werke von Theo Mackeben und Richard Heuberg auf dem Programm.

Den zweiten Teil startete das Orchester mit Carl Millöckers „Bachhanal der Geister“ aus „Das verwunschene Schloss“. Ein Höhepunkt war dann Carl Zellers bekannte Operette „Der Vogelhändler“, aus der bekannte Lieder wie zum Beispiel „Ich bin die Christl von der Post“ oder „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ dargebracht wurden.

Zum Abschluss gab es mit dem „Studentenchor“ von Sigmund Rombergs „Der Studentenprinz“ noch einmal ein besonderes Schmankerl für den Chor Stimmbruch, bevor das Konzert so endete wie es angefangen hatte: Mit „Die Fledermaus“ von Johann Strauß.

Das begeisterte Publikum belohnte die Künstler mit langanhaltendem Applaus – die sich wiederum mit einer ganz besonderen Zugabe revanchierten und dafür erneut Riesenbeifall ernteten: Zu Melodien aus Carl Millöckers „Der Bettelstudent“ blickten sie auf das vergangene Jahr in Haimhausen und der Welt zurück: Der Dieselskandal und Markus Söders Raumfahrtprojekt „Bavaria One“ waren bei diesem ganz besonderen Operettentext genauso Thema wie der Bau des Haimhauser Ärztehauses und der Turnhalle – und natürlich das Jubiläum des Kulturkreises.

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