Gebogene Deckenkonstruktion
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Die Deckenkonstruktion erinnert Bernhard Skrabal an die Oper in Sydney. 

St.-Nikolaus-Kirche bald fertig

Ein Stück Sydney in der Haimhauser Kirche

  • vonLeyla Yildiz
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Die Sanierung der St. Nikolaus Kirche in Haimhausen ist bald fertig. Im Innenraum der Kirche hat sich so einiges getan – auf die vielen Neuheiten können sich die Gläubigen bald freuen.

Haimhausen – Noch ist der Innenraum der St. Nikolaus Kirche in Haimhausen eine Baustelle. Bis zur Decke hoch steht ein großes Baugerüst, auf dem Boden und auf Werkbänken stehen Farben, Werkzeuge und Baumaterialien. So wüst, wie es erscheint, soll es in voraussichtlich einer Woche nicht mehr ausschauen. Dann soll laut dem Pastoralreferenten des Pfarrverbands Haimhausen, Bernhard Skrabal, das Baugerüst aus dem Innenraum abgebaut werden.

Die Sanierung der Kirche läuft schon seit 2005. Damals hatte ein Statiker die Kirche gesperrt, da „das Kirchendach die Wände nach außen gedrückt hat“, sagt Skrabal. Drei Jahre später begannen dann die Bauarbeiten mit dem Einbau eines Innengerüsts. Das sollte die Kirche stabilisieren. 2012 wurden an der Nord- und der Westwand Stützpfeiler angebaut. Dann folgte in den nächsten Jahren unter anderem die Sanierung des Dachstuhls, der Orgel, der Turmzwiebel und das Verputzen der Fassade. 2019 wurde als Abschluss der Außenrenovierungen der heilige Nikolaus auf das Dach des Altarraums aufgesetzt.

Das Baugerüst steht momentan noch im Innenraum der St.-Nikolaus-Kirche.

Seit vergangenem Jahr läuft nun die Sanierung des Innenraums. Die Wände erstrahlen in reinweiß, keine düstere Wandbemalung ist mehr zu sehen. Um mit der Zeit zu gehen, ist eine sechs Meter lange Leinwand an der Decke vor dem Altarraum angebracht. Dort sollen, so der Plan, Liedtexte oder Ähnliches angestrahlt werden. „So kann man die Papierproduktion für einen Gottesdienst reduzieren“, sagt Skrabal.

Die Decke musste wegen der Orgel hochgezogen werden. „Die längste Orgelpfeife geht bis zur Decke“, sagt Skrabal. Über dem Kirchenschiff erstreckt sich nun eine gewölbte Deckenkonstruktion aus Holz. Skrabal findet, dass diese eine Ähnlichkeit mit der Oper in Sydney hat.    

Gruft der Herrschaften Butler-Haimhausen entdeckt

Während der Bauarbeiten haben die Arbeiter laut dem Pastoralreferenten festgestellt, dass sich unter der Kirche die Gruft der Herrschaften Butler-Haimhausen befindet. Angelegt wurde diese 1841. Im Zuge der barocken Ausgestaltung 1933 ist die Gruft dann geschlossen und im Laufe der Jahre vergessen worden. Jetzt führen wieder Treppen in die Gruft hinunter. „Ein paar Sarkophage sind noch frei, es ist also noch Platz da unten“, sagt Skrabal. Doch die Arbeiter haben nicht nur die Gruft gefunden, auch alte Pläne und Fotos der Kirche aus früheren Zeiten liegen auf der Baustelle herum. „Das ist erstaunlich, was man hier so findet“, sagt der Pastoralreferent.

Auf der Baustelle liegen alte und neue Planungen sowie Fotos herum. Pastoralreferent Bernhard Skrabal findet es erstaunlich, was dort zu finden ist. 

Eigentlich hätte die Kirche schon dieses Jahr fertig sein sollen, doch wie bei so vielen anderen Sachen kam die Corona-Pandemie dazwischen. Kardinal Reinhard Marx hatte sich sogar zur Wiedereinweihung Ende Juni dieses Jahres angekündigt. „Das wird dann am 10. Juli 2021 nachgeholt“, sagt Bernhard Skrabal.

Dennoch soll schon am 6. Dezember der erste Gottesdienst in der neugestalteten Kirche stattfinden. Bis dahin muss noch die Inneneinrichtung wie Bänke, Seitenaltäre und das Hauptportal eingebaut werden. Insgesamt belaufen sich alle Kosten der Sanierung auf etwa 6 Millionen Euro. 3,8 Millionen war die erste Kostenschätzung.

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