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Sprachen über ein brandaktuelles Thema, die E-Mobilität (v.l.): Bernhard Gehringer, Andrea von Haniel, Katrin Staffler, Claudia Kops und Michael Niedermair.

Elektromobilität in Haimhausen

Viele Probleme für E-Auto-Besitzer

Wie sieht es mit der Elektromobilität in der gemeinde Haimhausen aus? Dieser Frage sind Vertreter der E-Werke Haniel und des CSU-Ortsverbandes sowie die Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler bei einem gemeinsamen Gespräch nachgegangen. Der Tenor: Es gibt fundamentale Probleme.

Haimhausen – Wie sieht es mit der Stromversorgung und der Elektromobilität in Haimhausen aus? In einem Gespräch, an dem Vertreter der E-Werke Haniel sowie CSU-Politiker teilgenommen haben wurde die Situation erörtert. Die brennendsten Fragen: Wenn ich mir ein E-Auto kaufe, wie lade ich dies wieder zu Hause auf? Was kostet mich der Umbau der Garage? Wo finde ich die nächste E-Tankstelle in Haimhausen?

Nun: Die von den E-Werken aufgestellte, kostenlos nutzbare Ladesäule beim Haimhauser Rathaus musste wegen der Baumaßnahmen daneben entfernt werden. Zwei neue Ladesäulen sollen in der neu entstehenden Tiefgarage neben dem Rathaus aufgestellt werden, diesmal aber mit einem Bezahlsystem. Das Problem: Das System ist uneinheitlich und höchst kompliziert. Die meisten Großbetreiber haben eine eigene Karte. Das heißt, der lokale Betreiber muss dafür sorgen, dass möglichst viele dieser Karten an der Ladestation gültig sind, was wiederum die Verwaltung deutlich erhöht und teuer macht. Die Abrechnung selbst ist auch teuer, da hier nur Kleinstbeträge abgerechnet werden, die beispielsweise per Kreditkarte bezahlt werden, wobei die Abrechnungsgebühr mit dem Kartendienst hier der teure Teil ist. Auch das Problem mit dem Beleg (Quittung) ist noch nicht gelöst.

Auch der Förderantrag für Ladesäulen ist sehr kompliziert und aufwendig. Er enthalte viele Belehrungen, Anlagen, Checklisten und so weiter, so CSU-Pressesprecher Michael Niedermair. Und: „Die Förderung von E-Autos reicht alleine nicht aus. Gleichzeitig muss in die Infrastruktur von Ladesäulen investiert werden“, ergänzt die CSU-Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler.

Ein weiteres Problem der Ladesäulen ist der Standort. Im ländlichen Bereich seien diese meist nicht rentabel, so Niedermair. „Eine Ladesäule muss acht Stunden pro Tag laden, dass sich diese lohnt“, so der Sprecher, „im Stadtbereich oder bei Einkaufszentren ist dies kein Problem, aber auf dem Dorf schon.“

Wie bei dem Gespräch deutlich wurde, ist ein großes Problem der Ladesäulen: Je höher die zur Verfügung gestellte Leistung, desto schwieriger ist es für den Stromversorger, denn bei sehr leistungsfähigen Ladestationen muss direkt daneben eine Trafostation mit eingeplant werden. Neben dem entsprechenden Platz hierfür müssen auch die Kosten beim Laden mit berücksichtigt werden. Ladestationen über 12 Kilowatt sind genehmigungspflichtig. In Haimhausen werden solche Anlagen vom Netzbetreiber zur Zeit nicht genehmigt, da der Ausbau der Infrastruktur (Trafostation, neue Leitungen, Straßenbaumaßnahmen etc) im Moment viel zu teuer kommt.

Für den Netzausbau gibt es keine Unterstützung vom Bund. Die Baukosten sind enorm. Daher werden bei Neubaugebieten „dickere“ Leitungen verlegt, aber nicht überdimensioniert, da dies zu teuer ist. Eine überdimensionierte, wenig genutzte Kupferleitung ist vergrabenes Geld, erwirtschaftet wenig und erhöht den Strompreis für die Abnehmer. „Daher müssen hier die Menschen flexibler werden. Das E-Auto zu jeder beliebigen Tageszeit zu 100 Prozent zu laden – und dies in wenigen Minuten –, wird nicht möglich sein“, so Niedermair. „Wir werden es allein schon aufgrund der Infrastruktur vermutlich nicht schaffen, vollständig auf E-Autos umzustellen“, meint Staffler.

dn

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