+
Gebannt lauschten die Zuhörer bei der Haimhauser Bürgerversammlungen den Ausführungen von Bürgermeister Peter Felbermeier. foto: gm

Bürgermeister Peter Felbermeier informiert drei Stunden lang

Fast 200 Besucher bei Bürgerversammlung in Haimhausen

180 Zuhörer, drei Stunden reden – Haimhausens Bürgermeister Peter Felbermeier scheint ein guter Unterhalter zu sein. Er präsentierte einen unterhaltsamen und informativen Abend. Einzelberatungen zum Thema Glasfaser gab es inklusive.

Haimhausen – Für 150 Besucher war bestuhlt, am Ende mussten noch gut weitere 30 Sitzplätze dazugestellt werden. Denn Bürgermeister Peter Felbermeier wollte nicht, dass jemand stehen musste. Das Interesse an der Bürgerversammlung in Haimhausen war riesengroß, vor allem am Thema Glasfaserausbau. Auch nach drei Stunden waren die Besucher noch bester Laune, denn ihr Bürgermeister verstand es in seiner humorigen Art, die Aufmerksamkeit hoch zu halten.

Für Kommunikation der Zukunft

Die Bauarbeiten am neuen Glasfasernetz für Haimhausen und Ottershausen sind seit 28. März in vollem Gange. 1800 Haushalte können die neue Kommunikationstechnologie nutzen, wenn die Bauarbeiten, wie geplant, Ende des Jahres beendet werden. 15 Mitarbeiter sind am Bau mit der Mini-Trenching-Technologie beschäftigt, mit der sehr schmale Gräben für das Glasfaserkabel gegraben werden können.

Yvonne Schmidt von der Deutschen Glasfaser AG betonte: „Wenn die Arbeiter weg sind, bedeutet das nicht, dass sie fertig sind. Manchmal ruhen die Arbeiten einige Zeit.“ Während der Bürgerversammlung nutzten sehr viele Haimhauser das Angebot zu Einzelberatungen in einem eigens eingerichteten Nebenraum. Darüber hinaus unterhält die Deutsche Glasfaser ein Informationsbüro in Unterschleißheim in der Lise-Meitner-Straße 3, das donnerstags von 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr geöffnet ist. In nächster Zeit wird die Deutsche Glasfaser Hausbegehungen durchführen, um für jedes Gebäude den idealen Anschlusspunkt festzulegen. Eine Hausbegehung dauert eine halbe Stunde, die Mitarbeiter können sich ausweisen.

Spatenstich für Ärzte- und Gemeindehaus

Bürgermeister Felbermeier stellte die Pläne für das neue Ärzte- und Gemeindehaus an der Hauptstraße vor: Das Mehrzweckgebäude für rund 5,5 Millionen Euro wird sich komplett in kommunaler Hand befinden. Bauherr ist aber nicht die Gemeinde, sondern ein kommunales Unternehmen: die „Liegenschaften Haimhausen“ als 100prozentige Tochter der Gemeinde. Im Erdgeschoss beherbergt das dreigeschossige Gebäude künftig das alte Rathaus-Erdgeschoss mit Bürgerbüro und Meldeamt sowie eine Zahnarztpraxis.

Im ersten Geschoss finden sich künftig Allgemeinärzte, im zweiten Geschoss dann das Pflegeteam, Büros sowie ein neuer Sitzungssaal der Verwaltung, der auch für Feiern genutzt werden kann. Das kommunale Mehrzweckgebäude soll Anfang 2020 bezugsfertig sein, der Spatenstich erfolgt in den nächsten Tagen. Die Nutzfläche beläuft sich auf 1450 Quadratmeter.

Bürgermeister Felbermeier meinte zu dem Projekt: „Wenn wir an unserer Infrastruktur arbeiten wollen, müssen wir Ärzten ein gutes Nest bauen. Um so ein Gebäude beneiden uns viele Nachbargemeinden.“ Auf Anfrage aus dem Publikum konnte Felbermeier beruhigen: „Durch die Bauarbeiten wird es zu keiner langfristigen Straßensperrung kommen. Höchstens zu einer Tagessperre, wegen des Kanals.“ Mit dem Gebäude entstehen auch 55 Stellplätze, die meisten in der Tiefgarage.

Wohnungen für Haimhausen

Ein weiteres kommunales Bauprojekt entwickelt die Gemeinde am Schrammerweg, Bauabschnitt WA 3. Dort entstehen bis 2021 drei Baukörper mit insgesamt 42 Wohneinheiten, von denen 30 von der Gemeinde vermietet werden. Die 12 Wohneinheiten im dritten Gebäude sollen über ein Baulandmodell bevorzugt an Einheimische vergeben werden. Bürgermeister Felbermeier betonte, dass es sich ausdrücklich nicht um Sozialwohnungen handelt, denn die unterliegen strengsten Regeln, auf die die Gemeinde keinen Einfluss hat. Die Gemeinde rechnet mit Mietpreisen zwischen 11 und 15 Euro pro Quadratmeter, je nachdem, ob die Gemeinde selbst (dann gibt es 30 Prozent Förderung vom Freistaat) oder das kommunale Bauunternehmen (keine Förderung) der Bauherr ist.

Der Bürgermeisterberichtet

In seinem Bericht zur Lage der Gemeinde wies Felbermeier auf den künftig verbesserten Lärmschutz für das Inhauser Moos durch den Autobahnausbau und auf den Erlass einer „Informationsfreiheitssatzung“. Klartext: Es soll mehr Transparenz für die Bürger geben, was die Gemeindeverwaltung tut und vorhat. Jeder, der Auskunft will, soll künftig auch das Recht dazu haben, sie zu bekommen.

Schließlich stellte Felbermeier noch den neuen Geschäftsleiter Florian Errat vor, der ab Herbst in dieser Funktion tätig werden soll. Der 42-jährige Garchinger ist aber schon jetzt für Personal- und Organisationsfragen verantwortlich. Wie schwer die Besetzung dieser Stelle war, machte Felbermeier deutlich: Von 40 Bewerbern erfüllten nur sechs die Minimalvoraussetzungen. Auch für die Bauverwaltung sucht die Gemeinde händeringend Personal. Angedacht ist jetzt die Ausschreibung eines dualen Studiums, „damit wir uns Fachkräfte selber heranziehen können“.

Der Ausbau der Bundesstraße B13 bereitet auch dem Bürgermeister Bauchweh. Zwar sind im Zuge der Vollsperrung keine Umleitungsschilder über Haimhausen vorgesehen, doch, so Peter Felbermeier: „Die Pendler sind ortskundig, die richten sich nach langen Umwegen. Da kommt eine enorme Verkehrsbelastung auf uns zu.“ Baubeginn soll im Juni dieses Jahres sein.

Gottfried Möckl

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Eine Ruine hinter schmuckem Kleid
Seit 2001 ist die Schönbrunner Hofmarkkirche Heilig Kreuz wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, seit 2002 steht das Innengerüst, aber kaum mehr ist bisher geschehen.
Eine Ruine hinter schmuckem Kleid
Weniger Reibereien
Pflegebedürftige alte Menschen aus dem Landkreis Dachau haben bisher ihre Sozialhilfeleistungen vom Landratsamt bekommen. Ab 1. September ist dafür der Bezirk Oberbayern …
Weniger Reibereien
Ist ein Schutzraum für Frauen überflüssig?
Die Aktion „Sicheres Dachauer Volksfest“ ist in diesem Jahr nicht auf dem Dachauer Volksfest vertreten. Für Mädchen und Frauen bedeute dies aber keinen Verlust, betonen …
Ist ein Schutzraum für Frauen überflüssig?
Kochen macht Spaß
Kochen macht Spaß, stellten die 15 Kinder fest, die im Rahmen des Hebertshauser Ferienprogramms in die Schulküche der Grund- und Mittelschule gekommen waren. Eingeladen …
Kochen macht Spaß

Kommentare