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Stefan Jänicke, Gemeinderat und Kommandant der Feuerwehr.

Feuerwehr bekommt ihr neues Fahrzeug

Haimhauser Kommandant pocht auf Beschaffung eines neuen Löschfahrzeugs - Gegenwind kommt von CSU-Gemeinderat

  • vonNico Bauer
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Die Beschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs für Haimhausen löste im Gemeinderat eine rege Diskussion aus. Von CSU-Gemeinderat Thomas Mittermair kam Gegenwind.

Haimhausen – Stefan Jänicke ist Gemeinderat der Bürgerstimme, aber diesmal sprach er als Feuerwehrkommandant von Haimhausen. Sein Anliegen war der Bedarf für ein neues Fahrzeug – und der Gegenwind kam völlig unerwartet. Sein Ratskollege Thomas Mittermair (CSU) wollte in Zeiten finanziell extremer Situationen den Bedarf noch einmal durch einen Gutachter die Dringlichkeit klären. Sein Antrag wurde jedoch abgelehnt. Die Feuerwehr bekommt ihr neues Fahrzeug.

Mit ihrem Schreiben hatte die Feuerwehr bei Kosten jenseits der 600 000 Euro die Ersatzbeschaffung für das Löschfahrzeug LF 16 beantragt, das Flaggschiff der Feuerwehr. Das 1996 zugelassene Fahrzeug ist in der Regel das erste, das ausrückt. Nun hat es das Ende der Lebensdauer erreicht. Kommandant Stefan Jänicke erklärte deutlich den Bedarf: „Es geht hier nicht um ein Spielzeug für die Feuerwehr, sondern eine wieder 20 Jahre haltende Ersatzbeschaffung.“

Für die Gemeinde Haimhausen würde die Beschaffung Kosten von etwa 500 000 Euro bedeuten, weil man 119 000 Euro staatlichen Zuschuss erwarten kann.

Und genau hier hakte Thomas Mittermair ein. Er forderte die Einschaltung eines Gutachters. Dieser soll sich das Löschfahrzeug ansehen und einschätzen, ob die Bestellung für die rund zweijährige Bauzeit noch etwas hinausgezögert werden kann. Mittermair betonte, dass dies nicht gegen die Feuerwehr sei: „Jeder braucht das richtige Werkzeug, aber wir hören eben auch in jeder Sitzung, was uns an Einnahmen wegbricht.“ Deshalb könnte es in den Jahren nach Corona gut sein, wenn das bestehende Fahrzeug mit vertretbaren Reparaturen am Laufen gehalten wird.

Kommandant Jänicke hielt dem entgegen, dass die Feuerwehr mit sparsamer Mittelführung jahrelang Rücklagen gebildet habe und nun einfach die Zeit reif sei.

Der 2. Kommandant Benjamin Biely ist Kfz-Meister und bestätigte, dass es die Ersatzbeschaffung jetzt und nicht irgendwann braucht. Er machte auch deutlich, „dass die Feuerwehr immer komplexere Aufgaben mit immer weniger Leuten schaffen muss“. Das neue Löschfahrzeug habe den Vorteil, dass man bei vielen Einsätzen auch mit geringerer Personenstärke ausrücken kann. So etwas sei wichtig bei Alarmen am Tag.

Es entbrannte eine Diskussion und Feuerwehr-Kommandant Jänicke wirkte richtig angefressen. Dann legte Mittermair noch nach: „Ich habe eine Verantwortung für das Steuergeld.“ Es sei bemerkenswert, wie man mit den Millionen um sich schmeiße.

Bürgermeister Peter Felbermeier (CSU) versuchte die Schärfe aus der Diskussion zu nehmen, „weil ich bei den Investitionen weniger Sorgen habe. Gefahren sehe ich eher beim Verwaltungshaushalt“. Viele Bereiche wie etwa die München-Zulage erhöhen stetig die laufenden Kosten.

Es gab auch mehrere Gemeinderäte, denen die überraschende Diskussion um das neue Feuerwehr-Fahrzeug sichtlich peinlich war. Thomas Kranz (CSU) fragte in die Runde, warum man da eigentlich diskutiere über den Bedarf. Und die zweite Bürgermeisterin Claudia Kops (CSU) streichelte die Seelen zahlreicher Feuerwehrmitglieder unter den Besuchern: „Wir müssen dankbar sein, dass wir unsere Feuerwehrleute haben.“

Mit 3:17 Stimmen wurde der Antrag Mittermairs auf eine Gutachter-Prüfung abgelehnt. Einstimmig wurde die Ersatzbeschaffung des neuen Feuerwehrfahrzeugs beschlossen.

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