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Am Tag danach: Das Ausmaß des Brandes erschwert die Ermittlungen für die Brandfahnder. Sie machten sich am Donnerstag ein Bild vor Ort.

Großeinsatz in Haimhausen: Polizei sucht wichtigen Zeugen

Rollstuhlfahrer entdeckt Brand

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Ein Rollstuhlfahrer war es, der die Menschen in der Halle vor dem Feuer gewarnt hat – und sie so vermutlich vor Schlimmerem bewahrte. Bei dem Großbrand am Mittwoch in Haimhausen sind drei Männer leicht verletzt worden, auf der Flucht vor den Flammen. Die Polizei sucht nun dringend nach dem Rollstuhlfahrer. Er wäre für die Brandfahnder der Kripo ein wichtiger Zeuge.


Haimhausen – Drei Männer sind bei dem Brand am Mittwochnachmittag in Haimhausen leicht verletzt worden. Sie mussten wegen eingeatmeter Rauchgase sowie Fuß- und Gesichtsverletzungen behandelt werden. Bei dem Großbrand sind eine gewerblich genutzte Halle und ein Feldstadel vollständig ausgebrannt. Der Sachschaden beträgt 1,5 Millionen Euro. Die Brandfahnder der Kripo konnten gestern bereits feststellen, wo der Brand ausgebrochen ist, die Ursache steht hingegen noch nicht fest. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Brandschaden laut Polizei auf 1,5 Millionen Euro. 

Bis zu 270 Einsatzkräfte der Feuerwehr haben am Mittwoch gegen die Flammen gekämpft. Bis in die Nacht dauerten die Löscharbeiten an. 18 Feuerwehren aus den Landkreisen Dachau, Freising und München sowie das THW Dachau waren bei dem Großbrand in der Dorfstraße in Haimhausen im Einsatz. 

Gegen 15.40 Uhr kam ein Rollstuhlfahrer in die Motorradwerkstatt, die in der Halle an der Dorfstraße untergebracht war. Er hatte das Feuer auf der Rückseite der Halle bemerkt und machte die Angestellten darauf aufmerksam, wie Peter Grießer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, mitteilte. Der 55-jährige Inhaber der Motorradwerkstatt aus Haimhausen rannte um das Gebäude, „er stürzte dabei und verletzte sich im Gesicht“, so Grießer. Gleichzeitig wurde die Feuerwehr alarmiert. Zwei weitere Männer, Angestellte aus einem angrenzenden Betrieb, wurden bei der Flucht aus der brennenden Halle verletzt. Ein 37-jähriger Münchner erlitt offenbar eine Bänderverletzung am Fuß, ein 54-jähriger Haimhauser musste wegen einer Rauchgasvergiftung behandelt werden. 

Als wenige Minuten nach der Alarmierung die ersten Feuerwehrkräfte eintrafen, fanden sie ein bereits in Vollbrand stehendes Gebäude vor. Nach einer guten Stunde war das Feuer unter Kontrolle, die Halle brannte jedoch nahezu vollständig aus, wie Wolfgang Reichelt, Pressesprecher der Dachauer Feuerwehr, mitteilte. Das Löschwasser konnte dem vorbeifließenden Mühlbach entnommen werden. Gegen 18.30 Uhr war das Feuer aus, das THW riss mit Radlader noch stehende Wände und das Dach ein, um zu überprüfen, ob alle Glutnester gelöscht sind. Um 20.30 Uhr waren die Abbrucharbeiten abgeschlossen. 

Aufgrund der von der Brandstelle ausgehenden starken Rauchentwicklung musste die Ortsdurchfahrt Haimhausen vorübergehend für den Fahrverkehr gesperrt. Zudem wurde eine Gefahrendurchsage zum Schutz der Anwohner vor den Rauchgasen veranlasst. 

Bürgermeister Peter Felbermeier und Landrat Stefan Löwl machten sich persönlich vor Ort ein Bild. Auch die Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes waren vor Ort, weil „die Gefahr bestand, dass Löschwasser in den Mühlbach fließt“, erklärt Reichelt. Dem war aber nicht so: „Das Wasser ist in die Kanalisation geflossen, der Klärwärter hat das Wasser in einem Rückhaltebecken aufgehalten.“ 

Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat gestern bereits feststellen können, wo das Feuer ausbrach: „In einem Schuppen, angrenzend an die Halle, in dem Holz gelagert war“, sagte Grießer. Die Spuren, die der Brand hinterlässt, stimmen mit den Aussagen der Zeugen überein. Was zu dem Brand geführt hat, könne man noch nicht sagen, so Grießer. Allerdings waren in dem Schuppen stromführende Leitungen verlegt. Ein wichtiger Zeuge ist für die Polizei der Rollstuhlfahrer. „Der Mann ist namentlich nicht bekannt“, so Grießer. Er wird dringend gebeten, sich bei der Kripo zu melden, weil er den Brand entdeckt hat. Seine Wahrnehmungen und die Wahrnehmungen weiterer Zeugen können für die Ermittlungen von Bedeutung sein. Und das frühe Stadium des Brandes sei für die Brandermittler entscheidend. 

Der Zeuge und eventuelle weitere Zeugen sollen sich bei der Kripo FFB unter Telefon 0 81 41/61 20 melden.

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