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Vor der ausgebrannten Autowerkstatt ihres Sohnes steht Linda Goblirsch. Ihr Sohn hatte noch keine Versicherung für das Inventar abgeschlossen. Der Familie steht eine schwere Zeit bevor. 

Autowerkstatt abgefackelt

Nach Großbrand: „Mein Sohn steht vor dem Nichts“

Die Autowerkstatt von Patrick Goblirsch in Haimhausen ist komplett abgebrannt - und der junge Existenzgründer hatte noch keine Versicherung abgeschlossen. Seine Mutter kämpft nun für ihren Sohn.

Haimhausen – Wenn er am Sonntag vom Urlaub nach Hause kommt, steht Patrick Goblirsch vor einem Trümmerhaufen. Seine Autowerkstatt in Haimhausen ist bei einem Großbrand vor rund einer Woche komplett ausgebrannt (wir haben berichtet). Seine Mutter Linda Goblirsch, 46, die in Haimhausen wohnt, hat ihm nur geschrieben, dass es in seiner Werkstatt in der Nähe der Schlossbrauerei gebrannt hat. Linda Goblirsch steht vor dem, was davon übrig ist: „Vor dem Nichts“, sagt sie. Denn ihr 23-jähriger Sohn hatte noch keine Versicherung für das Inventar abgeschlossen. Er steht vor einem Schuldenberg. Nun kämpft sie für ihn.

Es riecht immer noch nach Rauch. Linda Goblirsch steht neben einem schwarzen Holzhaufen, der einmal das Dach der Werkstatt war, einem ausgebrannten Fiat von einem Kunden, von dem nur noch das Gestell übrig ist, zwei Pfählen aus Stahl, einst die Hebebühne, und einem schwarzen Trümmerhaufen aus verkohlten Werkzeugen und Felgen. „80 bis 100 neue Reifensätze – auch von Kunden – waren noch in der Werkstatt“, sagt Goblirsch. Daneben befanden sich zum Zeitpunkt des Brandes noch ein Cabrio und ein Sportboot des Onkels, ein Gabelstapler, eine weitere Hebebühne sowie weitere Maschinen in der Halle. All das ist nun zerstört.

Warum das Feuer am vergangenen Mittwochnachmittag auf dem Werksgelände ausgebrochen ist, bleibt weiter unklar, erklärt Peter Grießer vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord. Fest steht nur, dass neben der Autowerkstatt ein Schuppen stand, wo Holz gelagert war. Dort waren auch stromführende Leitungen.

Das Gelände wird weiter von Securitymännern bewacht und abgesperrt. Denn neben der Autowerkstatt wurden ein Antiquitätenhandel und eine Motorradwerkstatt ein Raub der Flammen. Die nahe Schreinerei blieb verschont. Gutachter von Versicherungen ermitteln derzeit die Schadenshöhe.

Nach seinem Urlaub wollte Patrick Goblirsch die Versicherung abschließen

Patrick Goblirsch hatte das Gebäude gepachtet, aber noch keine Versicherung für das Inventar abgeschlossen. Vor rund einem halben Jahr hatte er die Werkstatt von seinem Onkel übernommen. Am Mittwoch ist er mit seiner Freundin in den Urlaub geflogen – noch am selben Nachmittag hat das Feuer in seiner Werkstatt gewütet. „Nach seinem Urlaub wollte er das mit den Versicherungen eigentlich angehen“, sagt seine Mutter. Denn anfangs warf die Werkstatt noch nicht viel Geld ab, und als Existenzgründer hatte er hohe Kosten: Pro Monat musste er rund 500 Euro Ablöse für die Geräte in der Werkstatt an seinen Onkel zahlen, dazu kamen Miete für Werkstatt und Wohnung. Und vor Kurzem hat er noch in ein Auslesegerät für mehrere tausend Euro investiert.

Eine nachträgliche Versicherung für das Inventar ist nicht mehr möglich, sagt Rainer Flohr vom Versicherungsbüro Flohr aus Feldgeding. „Die hätte er schon vor dem Schadenszeitpunkt abschließen müssen.“ Auch die Kosten für die verbrannten Reifensätze der Kunden muss er übernehmen, denn dafür hätte er vor dem Brand eine Handel- und Handwerk-Versicherung abschließen müssen: „Sie versichert alles, was sich in der Obhut der Werkstatt befindet“, sagt Flohr.

Schutt und Asche: Lagerhallen brennen nieder

Jetzt ist es zu spät. „Den Urlaub haben hauptsächlich wir als Eltern finanziert, weil wir so stolz auf ihn waren“, sagt Linda Goblirsch. „Jetzt steht er vor einem Schuldenberg.“

Die „Kette der helfenden Hände“ der Dachauer Nachrichten unterstützt Patrick Goblirsch. Alle Spenden, die mit dem Verwendungszweck „Werkstatt“ eingehen, werden direkt an den 23-Jährigen Mechatroniker weitergeleitet. Das sind die Kontoverbindungen: Volksbank Raiffeisenbank Dachau: IBAN: DE68 7009 1500 0000 0199 50, BIC: GENODEF1DCA. Sparkasse Dachau: IBAN: DE29 7005 1540 0380 9731 15, BIC: BYLADEM1DAH

Anna Schwarz

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