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Durch die Baustelle des neuen Kultur- und Bildungszentrums führen Bürgermeister Peter Felbermeier (l.) und rechts Bauleiter Horst Dieter Pakusch (rechts).

50 Senioren beteiligen sich an der „Rollenden Bürgerversammlung“ durch Haimhausen

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50 Senioren haben sich an der „Rollenden Bürgerversammlung“ durch Haimhausen beteiligt.

Haimhausen – Eine Busrundfahrt mit dem Bürgermeister – knapp 50 Senioren der Gemeinde Haimhausen nahmen dieses Angebot an und erlebten einen informativen und unterhaltsamen Nachmittag mit Peter Felbermeier. Auch einige Gemeinderäte fuhren mit. Die „Rollende Bürgerversammlung“ führte dieses Mal ins Baugebiet Inhauser Moos, auf den Amperberg, zum geplanten Wohnungsbau am Schrammerweg, zum neuen Kultur- und Bildungszentrum auf dem Schulgelände sowie zu den möglichen Orten für den Ersatzneubau der Hochspannungsleitung.

Felbermeier erklärte den Zuhörern, dass es beim Thema Hochspannungsleitung die Möglichkeit einer Nord- und einer Südtrasse gebe. In beiden Fällen kämen auf die Gemeinde keine Kosten zu, da diese vom Bund zu tragen seien. Anders als teilweise zu hören und zu lesen gewesen sei, gebe es keinen Bauantrag, sondern lediglich ein sogenanntes „Raumordnungsverfahren“. Bei diesem gebe es keine Bürgerbeteiligung und keine Einspruchsfrist. Die Gemeinde werde aber den Bürgerwillen sehr wohl einbringen, versprach der Felbermeier.

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An einer neuen Hochspannungsleitung käme man aber nicht vorbei, erklärte Felbermeier, denn die „Kapazitäten reichen nicht aus“. Die Leitungen an selber Stelle einfach zu erneuern, gehe aber auch nicht. „Das wird noch viele Juristen beschäftigen“, kündigte der Bürgermeister an. Die südliche Trasse sei vom landschaftlichen Gebiet her „hoch sensibel“, erklärte Felbermeier den Senioren, da es sich um ein Niedermoorgebiet handle, wo man theoretisch sogar noch Torf stechen könne. Die Nordtrasse hingegen würde die Gemeinde „massiv in den Entwicklungsmöglichkeiten einschränken“, wogegen die Gemeinde klagen würde, stellte Felbermeier in Aussicht. Bei der südlichen Variante hingegen vermute er Klagen der Umweltverbände.

Die neuen Masten seien definitiv größer als die jetzigen, kündigte Felbermeier an – egal ob bei der Nord- oder bei der Südtrasse. Ob man die Leitungen unterirdisch verlegen könne, müsse noch geprüft werden. „Da ist ein Graben von 100 Meter Breite notwendig“, so Felbermeier. Zusammenfassend stellte das Gemeindeoberhaupt in Aussicht, dass man so entscheiden müsse, dass „die meisten Leute nicht berührt“ würden. Mit allen Parteien im Gemeinderat werde man nach einer bestmöglichen Lösung suchen.

Die Busfahrt führte dann zum neuen Baugebiet „Inhauser Moos“. Direkt hinter dem Sportheim wird links und rechts vom Birkenweg in gebaut werden. 55 Prozent der Grundstücke verbleiben bei den Eigentümern, 45 Prozent gehen an die Gemeinde, die dort im Einheimischenmodell und auf Erbpacht Wohnungsbau errichten will. Felbermeier betonte, dass generell bei allen Bauprojekten in der Gemeinde „die Grundstückseigentümer bei öffentlichen Baumaßnahmen der Gemeinde wohlgesonnen sind“.

So auch beim geplanten Wohnungsbau am Schrammerweg, der nächsten Station der „Rollenden Bürgerversammlung“. Hier werden in drei Gebäuden Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen entstehen. Die Gemeinde wolle hierbei „keinen Gewinn abschöpfen“, wie Peter Felbermeier erklärte. Der Gemeinderat könne hier aber nur an der „Preisschraube Grundstück“ drehen, die nicht mehr als zehn Euro pro Quadratmeter kosten sollen. Bis zur Fertigstellung wird es allerdings noch etwa 21 Monate dauern, erklärte das Gemeindeoberhaupt.

Auf dem Amperberg, auf dem 2001 die Wasserschutzzone durch den Freistaat Bayern aufgehoben wurde, stellte der Bürgermeister in Aussicht, dass „wir hier was richtig Tolles machen können“. Hier solle ebenfalls bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, da müsse sich die Gemeinde einkaufen, so Felbermeier weiter. Die Landwirtschaft solle aber nicht eingeschränkt werden. „Wir wollen eine Bürgerbeteiligung draus machen“, gab Felbermeier Einblick in die Pläne der Gemeinde. „Wenn man das klug macht, können wir einige Millionen für uns generieren“, stellte er in Aussicht.

Ein Höhepunkt war die Besichtigung des neuen Kultur- und Bildungszentrums in Verbindung mit der Dreifachturnhalle auf dem Schulgelände. Bauleiter Horst Dieter Pakusch führte die Teilnehmer durch die Baustelle. Allein in der Mensa soll es ab September 2020 120 Plätze geben. Das Essen wird jeden Tag in der eigenen Küche selbst gekocht, und das Ziel ist, laut Felbermeier, in Zukunft etwa 500 Essen für alle Einrichtungen in der Gemeinde zu kochen. Als Küchenhilfen sollen Jugendliche beschäftigt werden, die „auf dem freien Arbeitsmarkt keine Chance haben“. In dem neuen Komplex, einem Gemeinschaftsprojekt von Gemeinde, Schulverband und Sportverein, findet dann auch die Vhs unter modernen Bedingungen ein neues Zuhause. Ebenso die Dorfmusik und die Chöre, berichteten Pakusch und Felbermeier. In der neuen Dreifachturnhalle soll die Kabinenkapazität verdoppelt werden. Zum Abschluss gab es noch Kaffee und Kuchen in der Amperresidenz Haimhausen.

Simone Wester

In Dachau bewegte die Bewohner außerdem die in einer Plastikbox ausgesetzte Schildkröten-Mama mit ihren fünf Babys.

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