Glockenwerk von St. Nikolaus
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Die Bedienung des Glockenwerks von St. Nikolaus ist eine diffizile Angelegenheit.

Misstöne ums Glockenspiel

Haimhauserin moniert die Läutzeiten von St. Nikolaus – Pastoralreferent weist Kritik zurück

  • Thomas Zimmerly
    vonThomas Zimmerly
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Eine Haimhauserin moniert die Läutzeiten der Kirche St. Nikolaus, die gegen die Tradition seien. Der Pastoralreferent weist Kritik zurück.

Haimhausen – Süßer die Glocken nie klingen, als zu der Weihnachtszeit, sie ist, als ob Engelein singen, wieder von Frieden und Freud’. Das ist die erste Strophe des bekannten Weihnachtsliedes, die der Theologe Friedrich Wilhelm Kritzinger einst gedichtet hat. Doch so richtig Freud’ will bei Elke Obermeier zur Weihnachtszeit nicht aufkommen, wenn sie dem Klang der Glocken der generalsanierten Haimhauser St.-Nikolaus-Kirche (wir berichteten) zuhört.

„Ein millionenschweres neues Gotteshaus, neuer Glockenstuhl und neue Elektrik, und man kriegt es nicht hin, dass die Kirchenglocken zum richtigen Zeitpunkt vernünftig und richtig läuten“, sagt Obermeier, die seit 38 Jahren nur rund 150 Meter von der Kirche St. Nikolaus entfernt wohnt.

Die Haimhauserin spielt darauf an, dass das Feierabendgeläut seit Ostern schon um 19.30 Uhr einsetzt, statt wie früher um 20 Uhr. Zum Sonntagsgottesdienst werde nach dem Einläuten um 9.30 Uhr nun final schon um 9.50 Uhr gebeten, statt wie früher um 9.55 Uhr, „damit diejenigen, die schon an den Frühschoppen denken, doch noch in die Kirche kommen“, erklärt Elke Obermeier. Und: Es würden alle Glocken auf einmal erklingen, was früher nur bei sehr wichtigen Anlässen angeordnet wurde. Alles in allem, sagt Obermeier, rüttle dies an der Tradition.

Pastoralreferent Bernhard Skrabal, der seit 2008 im Pfarrverband Fahrenzhausen-Haimhausen tätig ist und St. Nikolaus unter seinen Fittichen hat, gefallen diese Aussagen überhaupt nicht. Er kann die Aufregung nicht verstehen und weist darauf hin, dass sich an der Läuteordnung nichts geändert habe. Im Zuge der Sanierungsarbeiten, die sechs Jahre dauerten und fünf Millionen Euro kosteten, sei innerhalb des Pfarrteams der Gedanke gekommen, um 19.30 Uhr zu läuten und zwar mit allen Glocken. Seit Ostern werde das nun so gemacht.

Nun ist es so, dass im Turm von St. Nikolaus vier Glocken hängen. Zwei nebeneinander unten und darüber wieder zwei nebeneinander. Die schwerste Glocke wiegt 2,5 Tonnen, die leichteste immerhin auch noch 800 Kilogramm. Die Elektrik ist eine diffizile Angelegenheit. Um sie zu bedienen, sagt Skrabal, reiche es nicht aus, einfach nur auf einen Knopf zu drücken. „Die Glockenbaufirma, die die Glocken wartet und einstellt, übernimmt die Bedienung“, erklärt der Pastoralreferent.

Bei der Sanierung des Gotteshauses hätten die Baufirmen die Glocken öfter abklemmen müssen. Aktuell habe man noch Schwierigkeiten mit der Elektrik und sei froh, dass das Geläut funktioniert. Passt schließlich die Elektrik, wird das Thema, wann und wie geläutet wird, im Pfarrverband erneut diskutiert.

Bis dahin ist also ein wenig Geduld gefragt, damit es in Haimhausen so ist wie im Weihnachtslied, wo es in einem Reim heißt: Glocken mit heiligem Klang, klinget die Erde entlang.

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