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Das Pferd am Kran: Nachdem es unter der kleinen Brücke hervorgezogen worden war, konnte das Pferd mit Hilfe des Krans samt Bergegeschirr gerettet werden. 

Ungewöhnlicher Einsatz in Haimhausen

Pferd stürzt von Brücke: Feuerwehren und THW rücken aus - Kran kommt zum Einsatz

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Ein Pferd ist am Donnerstag an einem Altwasser bei Haimhausen von einer Brücke gestürzt und verletzte sich, so dass es sich nicht mehr aus eigener Kraft aus seiner Lage befreien konnte. Es musste mit einem Kran gerettet werden.

Haimhausen - Ein Pferd ist am Donnerstag an einem Altwasser bei Haimhausen von einer Brücke gestürzt und verletzte sich so schwer, dass es nicht mehr aufstehen konnte. Es musste mit einem Kran gerettet werden. 

Mit verbundenen Augen, am Riesenkarabiner festgezurrt und in Gurten baumelnd wurde ein abgestürztes Pferd am Donnerstag nahe Haimhausen gerettet. Sein Besitzer führte es gegen 14.30 Uhr an den Zügeln über eine Amperbrücke, als das Tier in die Böschung abstürzte. Die Rettung war problematisch: Denn der Unfallort – ein stillgelegter Arm der Amper hinter dem Heiglweiher – war schwer zugänglich. 

Pferd war schwer verletzt und konnte nicht mehr aufstehen

„Wir mussten einen Kran der Berufsfeuerwehr anfordern“, sagt Kreisbrandinspektor Maximilian Reimoser. Der Kran wurde etwa 25 Meter vom Unfallort aufgestellt und der Arm ausgefahren, um das verunglückte Pferd zu retten. Für das Tier war das Ganze eine Ausnahmesituation: „Wir haben ihm die Augen verbunden, um es zu beruhigen.“

Kreisbrandinspektor Georg Reischl war mit vor Ort: „Als wir gekommen sind, hatten ihm die Tiermediziner schon Schmerzmittel gespritzt, deshalb war es eigentlich ganz ruhig, aber konnte halt nicht mehr aufstehen“ – eine tragische Situation für den Reiter, hat Reischl beobachtet: „Er war nervlich angespannt, weil sein liebgewonnenes Tier hilflos da lag.“ Es waren schon Bekannte von ihm da, die ihm beistanden,als der Kreisbrandinspektor eintraf. 

Wie kam es zu dem Unglück?

Das Pferd wurde von Tierärzten und seinem Besitzer betreut, während die Helfer die Rettung vorbereiteten.

„Der Reiter wollte das Pferd über die Brücke führen, aber das Tier ist dabei wohl mit den Hufen abgerutscht“, sagt Reimoser. Zur Sicherheit rief der Besitzer neben den Einsatzkräften auch zwei Tierärzte an den Unfallort: „Denn das Pferd hat sich an den Beinen verletzt.“ Der Pferdebesitzer blieb glücklicherweise unverletzt. Für die Kräfte der Feuerwehr Haimhausen, Berufsfeuerwehr München, Kreisbrandinspektion und des THW Dachau war der Unfall außergewöhnlich: „Wir hatten schon Einsätze, bei denen Pferde im Gelände gestürzt sind und mit dem Bulldog-Frontlader gerettet werden mussten oder eine Kuh, die in die Güllegrube gefallen ist“, sagt Reimoser: „Aber damals konnten wir direkt neben der Grube parken und unseren eigenen Kran benutzen.“ 

Der größte Feuerwehrkran des Landkreises kann seinen Arm etwa 13 bis 14 Meter ausfahren: „Aber für diese Pferderettung hätte das nicht gereicht, weil bei so einer Länge nicht so viel Gewicht dranhängen darf.“ Das verunglückte Pferd wog rund 700 Kilogramm. Gegen 15.17 Uhr wurde der Spezialkran angefordert: „Um 16.45 ist er dann aus Pasing eingetroffen.“ Gerettet wurde das Pferd mit dem Großtier-Bergegeschirr des THW Dachau: „Das hat man vor allem für Kühe und Pferde angeschafft.“ 

„Wir haben das Pferd zu zehnt in den Tiertransporter gezogen“

Anschließend wurde das Tier leicht angehoben, unter der Brücke hervorgeschoben und über das Altwasser zum Tiertransportanhänger gehoben. Dann waren die Einsatzkräfte wieder dran: „Das Pferd lag auf Planen, und wir haben es zu zehnt in den Tiertransporter gezogen“, erzählt Georg Reischl. Einsatzende war etwa eine halbe Stunde später, dann wurde das Pferd liegend in einem Transporter in die Tierklinik gefahren. 

Eine Tierretter-Ausbildung hatten die Haimhauser Feuerwehrler übrigens nicht, sagt Reimoser: „In der Grundausbildung ist das kein fester Bestandteil“, er sieht keinen Bedarf dafür: „Die Ausbildung umfasst ja eh schon sehr viele Bereiche, und wir unterstützen die Tierrettung eher von technischer Seite.“ Es gebe aber Feuerwehrler, die freiwillig dazulernen: „Wenn ein Reiterhof in der Nähe ist, kann man sich dort schulen lassen, wie man mit den Tieren am Unfallort umgeht

Dieser Fall erregte außerdem großes Aufsehen. Nachdem sie mit ihren Pferden auf einer Fußgängerbrücke über die Große Laine eingebrochen waren, verlangten Reiterinnen eine Entschädigung von der Gemeinde Jachenau. Mittlerweile hat der Bürgermeister mit der Sache abgeschlossen. In Pittenhart ist im Ortsteil Wimm ein Pferd in ein Kellergewölbe eingebrochen, die 16 jährige Reiterin und das Tier kamen jedoch mit dem Schrecken davon. Zu einem ungewöhnlichen Tiereinsatz rückte die Feuerwehr München aus: Eine Stute war am Böhmerweiher die Böschung hinabgerutscht und steckte im Morast.

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