Haimhausen will Fairtrade-Gemeinde werden.
+
Mehr faire Produkte soll es bald in Haimhausen geben.

Gemeinderat fasst einstimmigen Beschluss

Haimhausen will Fairtrade-Gemeinde werden

  • vonLeyla Yildiz
    schließen

In fünf Schritten zur „Fairtrade-Gemeinde“ – das wollen die Gemeinderäte für Haimhausen erreichen. Fairtrade-Gemeinden fördern gezielt fairen Handel auf lokaler Ebene. Dabei kann jeder mithelfen.

Haimhausen – Die Gemeinde Haimhausen hat die Möglichkeit, Fairtrade-Gemeinde zu werden. Damit könnte sie als Vorbild dazu beitragen, fairgehandelte Produkte wertzuschätzen.

Die Idee dazu hatte die dritte Bürgermeisterin Sabrina Spallek (Grüne). „Ich habe das bei einer Online-Veranstaltung der Grünen von Petershausen gesehen und es mit unserem Bürgermeister Peter Felbermeier besprochen“, sagt sie. „Er meinte, dass die Gemeinde schon viel in diese Richtung betreibt.“

Und so stellte Spallek das Thema schließlich in der Dezembersitzung des Gemeinderats vor. Dabei nannte sie ihren Ratskollegen fünf Kriterien, die die Gemeinde für ein solches Zertifikat erfüllen müsste. Als Erstes müsste sich der Gemeinderat dazu verpflichten, an der Kampagne „Fairtrade-Town“ teilzunehmen und in den Sitzungen mindestens zwei fairgehandelte Produkte anbieten. Beispielsweise eine Limonade oder einen Saft aus fairem Erzeugnis. Gleiches gilt für das Büro des Bürgermeisters.

Das zweite Kriterium ist die Gründung einer lokalen Steuerungsgruppe, wie Sabrina Spallek sagt. Diese Gruppe besteht aus mindestens drei Mitgliedern aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft. Zusammen organisieren und koordinieren sie alle Aktivitäten im Bezug auf das Projekt, sind zuständig für den Informationsaustausch sowie für die Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit.

Diese Gruppe hat sich bereits gefunden, sie besteht sogar aus sechs Mitgliedern. Die Leitung hat Anne-Kathrin Mechtholdt.

Der dritte Punkt ist, dass sich mindestens drei Geschäfte und zwei Gastrobetriebe in der Gemeinde dazu bereit erklären, zwei fairgehandelte Produkte anzubieten. „Hier sind die Ansprüche nicht hoch“, sagt Spallek.

Als viertes Kriterium müssen in öffentlichen Einrichtungen Produkte aus fairer Erzeugung verwendet werden, zudem muss dort über das Konzept „Fairtrade“ aufgeklärt werden. Das gilt unter anderem für Vereine, Schulen und Kirchen.

Der letzte Punkt beinhaltet eine regelmäßige Berichterstattung über die Geschehnisse rund um die Fairtrade-Gemeinde im Gemeindeblatt oder auf der Internetseite der Gemeinde Haimhausen.

In der Januarsitzung hat der Gemeinderat jetzt einstimmig beschlossen, dass alles in die Wege geleitet werden soll, damit Haimhausen das Zertifikat erhält.

Ihr sei es wichtig zu betonen, so Spallek, dass sie die Idee nicht als Grünen-Gemeinderätin hatte, sondern als dritte Bürgermeisterin: „Das ist parteiübergreifend! Deshalb kam der Antrag auch aus der Verwaltung heraus und nicht von den Grünen.“ Sie und Anne-Kathrin Mechtholdt von der Steuerungsgruppe freuen sich, wenn sich möglichst viele Haimhauser fänden, die sich in das Projekt einbringen möchten.

Was ist Fairtrade?

Die Organisation Fairtrade Deutschland definiert fairen Handel (fair Trade) wie folgt: Fairtrade verbindet Konsumentinnen und Konsumenten, Unternehmen und Produzentenorganisationen und verändert Handel(n) durch bessere Preise für Kleinbauernfamilien sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare