Dr. Andreas Niezel

Nachfolgerin steht bereits fest

Haimhauser Hausarzt Dr. Andreas Niezel hört nach 30 Jahren auf

Über 30 Jahre lang kümmerte sich Dr. Andreas Niezel als Hausarzt um die Bürger von Haimhausen – dabei hat er vieles erlebt und schätzen gelernt. Ende Juni scheidet er aus dem AVZ aus. Seine Nachfolgerin steht schon in den Startlöchern.

Haimhausen – Er hat Babys aufwachsen gesehen, den Menschen mit Rat und Tat zur Seite gestanden und vor allem die Haimhauser medizinisch versorgt. Dr. Andreas Niezel war über 30 Jahre lang Hausarzt in Haimhausen. Ende Juni ist Schluss – er geht in den Ruhestand.

Niezel wusste schon sehr früh, dass Arzt sein Traumberuf ist. „Mit 15 Jahren war mir das klar“, sagt er. Wie funktioniert der Organismus, welche Prozesse gehen im Körper eines Menschen vor? Diesen Fragen wollte er mit seinem Medizinstudium auf den Grund gehen. Nach dem Studium wusste er, dass die Allgemeinmedizin genau das richtige für ihn ist. „Das Besondere daran ist die Nähe zur Medizin und zum Menschen“, sagt Niezel. „Als Hausarzt bin ich Mittler zwischen dem, was der Mensch spürt, und dem, was die Medizin anbietet.“

So führten ihn seine Wege 1989 nach Haimhausen. Dort stieg er noch als Assistenzarzt in die Praxis von Dr. Claus Gild ein. Ein Jahr später gründeten die beiden zusammen mit Dr. Eva Ross eine Praxisgemeinschaft. Im Laufe der Jahre wuchs die Praxis. „Mit viel Engagement ist sie groß geworden“, sagt Niezel. 2011 schlossen sich die Ärzte mit einer Hausarztpraxis in Fahrenzhausen zusammen – fortan nannte sich die Praxisgemeinschaft „AVZ – Allgemeinärztliches Versorgungszentrum“. Zweimal ist die Praxis umgezogen, im Herbst 2019 das letzte Mal. Da bezogen sie die Räume in dem neuen Ärzte- und Gemeindehaus an der Hauptstraße. Moderne Einrichtung und mehr Platz gingen damit einher.

Die größeren Räume stellten sich während der Corona-Pandemie als großer Vorteil heraus. „Wir haben einen separaten Raum am Eingang, den wir als Quarantänezimmer nutzen konnten“, sagt er. „Vom Parkplatz aus haben wir durch die Autofenster Corona-Abstriche gemacht.“

In den vergangenen 30 Jahren hat Andreas Niezel sehr viele positive Erfahrungen gemacht. „Gerade jetzt, wo ich aufhöre, sagen die Menschen, dass ich ein wichtiger Bestandteil in ihrem Leben war“, so Niezel. „Es ist einfach ein Arbeitsfeld, das klar zeigt, dass man wirklich gebraucht wird.“ Ob Unterstützung bei einem Todesfall, die palliative Betreuung oder als Ansprechpartner bei kleineren Dingen – Andreas Niezel war für seine Patienten da.

Das hat gleichzeitig einen negativen Aspekt. „Der Beruf zeigt zwar, dass man ganz gebraucht wird, aber er geht auch auf die Familie“, sagt er. „Ich hatte mein Handy vor der Neuordnung des Bereitschaftsdienstes immer dabei – neben dem Bett oder neben der Duschkabine.“

Für die Erreichbarkeit eines Hausarzts ist das Handy besonders wichtig. Im Laufe der Zeit wandelte sich das von einem „sieben Kilogramm schweren Funktelefon“, wie Niezel sagt, zu einem modernen Smartphone. Das war nicht das Einzige, was sich in den vergangenen 30 Jahren geändert hat. Auch die Medizin hat sich stetig weiterentwickelt. „Ich muss da an die Zeit denken, als eine Endoprothese für das Knie noch nicht verwendet wurde“, sagt er. „Heute ist das gang und gäbe.“

Die Stelle im Praxis-Team übergibt Niezel am 1. Juli an seine Nachfolgerin Dr. Sarah Schmidt. Niezel schätzt ihre Arbeit sehr. „Sie ist eine Person, die durch Empathie nah am Menschen ist und gleichzeitig viel Erfahrung als Fachärztin mitbringt.“ Er ist sich sicher, dass sie ein würdiger Ersatz für ihn ist. Seinen Patienten möchte er nur eines mit auf den Weg geben: „Schätzen Sie die Dinge, die gesund sind und schauen Sie nicht nur auf die Beeinträchtigungen.“ Layla Yildiz

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