+
Voller Vorfreude aufs Jubiläum: Christiane Kettinger (l.) und Marja-Leena Varpio in der Kulturkneipe. 

Haimhauser Kulturkreis feiert 35-jähriges Bestehen

Ein besonderes Theaterstück zum Jubiläum

  • schließen

Der Haimhauser Kulturkreis feiert heuer sein 35-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum ist eine einzigartige Theaterproduktion geplant, die es nirgendwo sonst zu sehen gibt.

Mit dem „Kleinen Prinzen“ hat alles angefangen: Vor 35 Jahren wollte ein Münchner Theaterensemble ein Gastspiel in Haimhausen geben und das bekannte Stück von Antoine de Saint-Exupéry aufführen. Eine Gruppe Haimhauser Bürger versuchte das zu ermöglichen – und beantragte einen Zuschuss bei der Gemeinde. „Dort hieß es, dass wir einen Verein gründen sollen, um Geld zu bekommen“, erinnert sich Marja-Leena Varpio, 62.

Gesagt, getan: 30 Gründungsmitglieder schlossen sich zum Haimhauser Kulturkreis zusammen. Varpio war von Anfang an dabei, seit 15 Jahren ist sie die Vorsitzende. Jetzt sitzt sie gemeinsam mit Christiane Kettinger, 74, die sich ebenfalls schon sehr lange engagiert, in der Haimhauser Kulturkreiskneipe und wird fast ein bisschen nostalgisch, wenn sie sich an die vergangenen Jahre zurück erinnert.

Gemütlich ist es in der Kneipe, an den Wänden hängen neben einigen alten Plakaten von vergangenen Veranstaltungen viele Fotos von bekannten Kabarettisten und Musikern, die Bandbreite reicht von Gerhard Polt über Claus von Wagner und Sigi Zimmerschmied bis hin zu Martina Schwarzmann. Es gibt einen Tresen und natürlich Tische zum griabigen Zusammensitzen und Ratschen. Früher war die Kneipe ein Schützenstüberl, vor 25 Jahren hat sie dann der Kulturkreis übernommen und mit Hilfe von Architekten aus dem Verein in Eigenregie umgebaut.

Heute hat sie sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Regelmäßig schenken Freiwillige dort Getränke aus, dann ist sie für alle Interessierten geöffnet. „Wir wollten eine Wirtshauskultur in Haimhausen erhalten“, erklärt Varpio. „Das ist gelungen, die Kneipe ist gut besucht.“ Einige Jahre später kam zur Kneipe noch ein angrenzender Saal dazu, in dem familiäre Kulturveranstaltungen wie Konzerte und Kabarettabende stattfinden. Waren es in den Anfangsjahren noch vier bis fünf Veranstaltungen im Jahr, die der Kulturkreis organisiert hat, sind es mittlerweile über 30.

Die Einrichtung hat inzwischen über 400 Mitglieder und kann auf viele große Events zurückblicken. Es gab Kulturfahrten zu Städten in Deutschland, Österreich und Italien, große Feiern wie ein Rokoko- und ein Biedermeierfest, Kunstausstellungen und aufwändige Theaterproduktionen, die weit über die Grenzen Haimhausens bekannt wurden.

Zum 35. Jubiläum ist wieder ein großes Projekt geplant. „Haimhauser Ball der Vampire“ heißt das Theaterspektakel, das im Sommer im Haniel’schen Theaterstadl gezeigt wird. „Unser Anspruch ist, etwas Besonderes zu machen, das es nirgendwo sonst gibt und das einen Bezug zu Haimhausen hat“, verrät Christiane Kettinger. Regie führt der Münchner Regisseur Philipp Jescheck, die Produktionsleitung hat Sebastian Feldhofer, Verwaltungsdirektor am Münchner Volkstheater, übernommen, und das Stück hat der Autor Carsten Golbeck extra für Haimhausen geschrieben.

Es handelt von Vampiren, die im Untergrund des Haimhauser Schlosses leben – und plötzlich mit den Dorfbewohnern aneinander geraten. Rund 20 Laiendarsteller werden auf der Bühne stehen, für Musik sorgen der Chor Stimmbruch, Bläser der Haimhauser Dorfmusik und die Münchner Kult-Band „Dr. Will & the Wizards“. Professionelle Licht- und Tontechnik sorgen für spektakuläre Effekte. Insgesamt beteiligen sich in etwa 100 Helfer an dem Projekt.

Schon vor zwei Jahren hat man mit den ersten Vorbereitungen begonnen, nächste Woche starten die szenischen Proben. Auch bei den Beteiligten steigt langsam die Vorfreude und die Anspannung. „Aber es wird sicher etwas Einzigartiges“, verspricht Marja-Leena Varpio. In all den Jahren, die sie sich im Kulturkreis engagiert, hat sie etwas gelernt: „Der Kulturkreis ist ein bisschen wie auf einem Abenteuerspielplatz für Große“, sagt sie. „Man weiß nie, wie sich die Sachen entwickeln.“ Eines auf jeden Fall ist sicher: „Wir halten zusammen“, sagt Christiane Kettinger. „Bei uns herrscht eigentlich immer Harmonie.“

Hochkarätiges Neujahrskonzert

Weitere Infos zum Kulturkreis und ein Programm findet man online unter www.haimhauser-kulturkreis.de. Ein Höhepunkt findet am morgigen Samstag, 12. Januar, um 20 Uhr im Auditorium der BIS an der Hauptstraße 1 statt: Dann gibt das Westböhmische Symphonieorchester Marienbad unter der Leitung von Klaus Linkel ein Neujahrskonzert. Auch der Chor Stimmbruch beteiligt sich daran. Der Eintritt kostet 25 Euro, Karten gibt es im Vorverkauf bei den Bäckereien Mayerbacher und Polz, bei der Postfiliale Haimhausen sowie in der Kulturkneipe an der Hauptstraße 46b. Diese ist mittwochs und samstags sowie jeden ersten Freitag im Monat von 19.30 bis 24 Uhr geöffnet.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ferienprogramm auch Ostern und Pfingsten
Ferienkindern wird in Dachau künftig auch in den Oster- und Pfingstferien ein Programm geboten. Billig ist die Teilnahme nicht.
Ferienprogramm auch Ostern und Pfingsten
Dachau soll endlich Jugendkulturzentrum bekommen
Seit fast zwölf Jahren wird darüber diskutiert, jetzt soll gehandelt werden! Nach dem einstimmigen Willen des Familien- und Sozialausschusses entsteht auf dem früheren …
Dachau soll endlich Jugendkulturzentrum bekommen
Streetworker gesucht
Streetwork ist eine tragende Säule der gemeindlichen Jugendarbeit in Karlsfeld. Oder besser: sollte es sein. Denn die Stelle ist seit Monaten unbesetzt.
Streetworker gesucht
MGH wächst, gedeiht und hat Geldsorgen
Das Dachauer Mehrgenerationenhaus der Arbeiterwohlfahrt hat sich zu einem Treffpunkt in der Stadt entwickelt. Jetzt feierte es bei einem Neujahrsempfang seinen elften …
MGH wächst, gedeiht und hat Geldsorgen

Kommentare