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Irgendwo am neuen Marktplatz soll ein Element installiert werden, das an die 59 Indersdorfer Ortsteile erinnert. Wie und wo steht noch nicht fest. Die Grafik zeigt eine der neuen Sitzgelegenheiten und den Brunnen vor dem Rathaus.

Alle 59 sollen künftig am neuen Marktplatz verewigt werden - nur: wie?

Die Krux mit den 59 Ortsteilen an einem Platz

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Indersdorf hat so viele Ortsteile wie keine andere Gemeinde im Landkreis. Alle 59 sollen künftig am neuen Marktplatz verewigt werden. Bleibt nur noch die Frage zu klären: wie?

Indersdorf – Dem neuen Marktplatz auch ein bisschen ein Indersdorfer Gesicht geben – das wollten die Freien Wähler mit einem Antrag erreichen. Ihre Idee: Indersdorfs 59 Ortsteile am Marktplatz irgendwie gestalterisch zu verewigen. Alle Fraktionen stimmten dem Antrag im September zu. Der Planer sollte verschiedene Möglichkeiten erarbeiten, eine Bürgerbeteiligung wurde in der Diskussion vorerst abgetan (wir berichteten). Jetzt wurden die Vorschläge in der Gemeinderatsitzung vorgestellt.

Beim ersten Vorschlag sind die Ortsteile als in den Boden eingelassene, runde oder quadratische Steine dargestellt. Diese Steine sollen, je nach Einwohnerzahl, verschiedene Größen haben, Markt Indersdorf wäre mit seinen 2718 Einwohnern logischerweise am größten. Die Idee war, dass die Steine so angeordnet werden sollen, wie ihre Lage tatsächlich zueinander ist – herunter skaliert auf die Größe des Marktplatzes.

Beim zweiten Vorschlag sind die Namen der 59 Ortsteile in weißer Schrift auf die Vorderkanten der Brunnenstufen graviert.

Um es kurz zu machen: Keine der Varianten gefiel der Mehrheit. Im Brunnen würde man die Schrift nicht lesen können, wegen des Wassers, so der Tenor. Und auch die einzelnen Bodenplatten überzeugen nicht – zu abstrakt für viele. Nur Florian Socher (Umweltdenker) fand es toll, „dass man bei dieser kleinen Form von Geocaching seinen Ortsteil suchen könnte.“ Doch der Vorschlag wurde mit 7:9 Stimmen abgelehnt.

Die Mehrheit der Gemeinderäte wollte es: simpel. Die Form des Gemeindegebietes und eine geografische Zuordnung – und überhaupt: bloß nicht auf dem Boden. „Das verdreckt nur“, sagte zum Beispiel Hans Lachner (CSU). Viele fänden es schön, wenn eine entsprechende Tafel am Rathaus angebracht werden würde.

Wer schon mal im Sitzungssaal des Indersdorfer Rathauses war, weiß, was den Räten gefällt. Das große Kunstwerk aus Holz in Gemeindeform – sowas, in der Art, nur kleiner, stellt sich die Mehrheit für den Marktplatz vor, das wurde in der Sitzung deutlich.

Die Gemeinderäte einigten sich darauf, dass der Planer ein paar entsprechende Vorschläge für mögliche Umsetzungen erarbeiten soll.

Kommentar

Die Bürger wurden wieder nicht gefragt

Wieder haben die Gemeinderäte eine Chance vertan, die Indersdorfer bei einem einfachen Gestaltungselement für den neuen Indersdorfer Marktplatz zu beteiligen. Derweil hätten sicher viele Bürger eine Meinung dazu gehabt, wie ihre 59 Ortsteile künftig am Marktplatz verewigt werden sollen. Es wäre leicht möglich gewesen, den Planer in einem fixen finanzellen Rahmen drei Vorschläge erarbeiten zu lassen und den Bürgern vorzulegen. Vor den Marktplatz-Planungen betonten alle Räte geschlossen, wie wichtig ihnen eine Bürgerbeteiligung bei dem Projekt sei. Vieles konnte wegen bestehender Zwänge ohnehin nicht zur Abstimmung freigegeben werden. Deshalb sollte den Räten eigentlich daran gelegen sein, die Bürger wenigstens bei einfachen Gestaltungsfragen mitentscheiden zu lassen – und wenn es nur bei einer einfachen Online-Abstimmung gewesen wäre, um ein Stimmungsbild zu bekommen.

Christiane Breitenberger



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