Mann sitzt in Kirchenbank
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Will es „langsam ausschwingen lassen“: Bernhard Skrabal verabschiedet sich als Pastoralreferent in Haimhausen.ly

Bernhard Skrabal verabschiedet sich als Pastoralreferent – Er bleibt der Pfarrei jedoch erhalten

„Mir fällt immer was ein“

  • Leyla Yildiz
    VonLeyla Yildiz
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Er geht, aber nicht ganz: Bernhard Skrabal hört als Pastoralreferent des Pfarrverbands Fahrenzhausen-Haimhausen auf. Noch ist es kein Abschied für immer.

Haimhausen – Er ist die gute Seele des Pfarrverbands Fahrenzhausen-Haimhausen: Bernhard Skrabal leitet seit 13 Jahren als Pastoralreferent die Geschicke der Kirchengemeinde. Ihn zeichnen vor allem seine Bescheidenheit und die Ruhe aus, die er ausstrahlt. Ende Juli ist nun eine Ära zu Ende gegangen: Skrabal hat sich mit einem Gottesdienst in den offiziellen Ruhestand verabschiedet.

Ganz auf ihn verzichten muss der Pfarrverband jedoch noch nicht. Er bleibt für ein Jahr als Seelsorger auf Teilzeit erhalten. Seine jetzige Stelle übernimmt der bisherige Pastoralassistent Alexander Daniel.

Skrabals Weg führte ihn schon früh in den Dienst der Kirche, obwohl er ursprünglich Architektur studieren wollte. „Mit meinem Engagement in der der kirchlichen Jugendarbeit bin ich aber schließlich zum Theologiestudium gekommen“, sagt er. 1983 stieg Skrabal ins Berufsleben ein. Der heute 66-Jährige durchlief viele Stationen.

Seine erste Stelle hatte er in der Pfarrei St. Josef in Karlsfeld, ehe er im erzbischöflichen Jugendamt als Referent für Schüler sowie für Liturgie und Ministranten tätig wurde. Weitere berufliche Stationen waren die Pfarreien Mariä Himmelfahrt in Dachau und Dachau-Süd. 1998 erhielt Skrabal den Job als Pfarrverbandsbeauftragter in Hebertshausen-Ampermoching. In dieser Zeit war er vor allem mit der Renovierung der Pfarrkirche und des Kindergartens beschäftigt. Die Aufgabe als „Baumeister“ nahm er dann mit in den Pfarrverband Fahrenzhausen-Haimhausen, als dort die Renovierung der Pfarrkirche St. Nikolaus in Haimhausen anstand. „Die letzten 25 Jahre hatte ich mit dem Schwerpunkt Bauen zu tun“, sagt Bernhard Skrabal. „Das hat mir aber Spaß gemacht.“

Zu seinen Tätigkeiten zählten zudem der Religionsunterricht an verschiedenen Schulen im Landkreis und die Vorbereitung auf Erstkommunionen. Die Vielfalt der Aufgaben und die Abwechslung schätzte Skrabal sehr. „Ich habe Freiräume zum Gestalten gehabt – die hat mir die Kirche gegeben“, erklärt er. „Im Rückblick hätte ich mir keine andere Arbeit vorstellen können.“

Im kommenden Jahr als Teilzeit-Seelsorger möchte Bernhard Skrabal sich verstärkt um Aufgaben kümmern, die ihm Spaß machen. Beispielsweise Krankenbesuche, Gottesdienste einmal im Monat und vor allem Beerdigungen. „Ich beerdige sehr gerne“, meint er. „Das gibt die Möglichkeit, das Leben und die biblische Botschaft miteinander zu verweben.“ Es gehe darum, einen Menschen würdig zu verabschieden.

Der komplette Rückzug aus dem Berufsleben im nächsten Jahr fällt ihm seiner Aussage nach nicht mehr schwer. „Ich habe mich schon die letzten Jahre von vielen Aufgaben verabschiedet“, sagt er. „Darum kann ich jetzt langsam ausschwingen lassen.“

Langeweile im Ruhestand wird Skrabal aber nicht haben. Vor allem seine Enkelin wird sich freuen, dass ihr Opa mehr Zeit für ihn hat. Sein Plan ist, sich zudem mit der Geschichte zu beschäftigen und Kirchen von innen zu fotografieren. „Mir fällt immer irgendetwas ein, auch wenn’s ein Schmarrn ist“, sagt er und lacht.

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