Verständigung von Angehörigen nach einem Unfall

Motorradfahrer wollte seine Familie selbst informieren

Die Verlobte des Motorradfahrers, der vor zwei Wochen beim Überholen in ein entgegenkommendes Auto geprallt war, hatte gesagt, dass die Polizei sie nicht informiert hatte. Die Polizei erklärt nun, dass der Motorradfahrer selbst seine Familie verständigen wollte. Er sei am Unfallort ansprechbar gewesen und habe sein Smartphone bei sich gehabt.

Dachau – Vor zwei Wochen prallte ein 28-jähriger Motorradfahrer aus München kurz vor Sulzrain mit einem entgegenkommenden Auto frontal zusammen und wurde hierbei schwer verletzt (wir berichteten). Der Münchener war daraufhin auf der Suche nach der jungen Ersthelferin, die ihm unmittelbar nach dem Unfall beistand. Deshalb wandte sich seine Verlobte an die Heimatzeitung mit der Bitte um einen Suchaufruf. Die 28-jährige Ersthelferin konnte schnell ausfindig gemacht werden: Die Polizei meldete sich aufgrund des Suchaufrufes in der Heimatzeitung und teilte die Daten der jungen Frau mit (wir berichteten).

Die Verlobte des Motorradfahrers hatte gesagt, dass sie als Angehörige nicht über den Unfall informiert worden sei. Sie habe erst am Abend einen Artikel im Internet gelesen, dass ein Motorradfahrer vor Sulzrain schwer verunglückt sei. Daraufhin habe die Münchnerin bei der Dachauer Polizei angerufen und erfahren, dass es sich bei dem Verunglückten um ihren Verlobten handelte.

Es war hier der Eindruck entstanden, die Beamten hätten es versäumt beziehungsweise unterlassen, die Familie des Opfers über den Unfall zu informieren. Doch das war nicht so.

Polizeihauptkommissar Werner Gschoßmann erklärt das übliche Vorgehen der Beamten im Falle eines Verkehrsunfalls mit Verletzten: „Es läuft bei Verkehrsunfällen in der Regel so, dass die Verständigung von Angehörigen durchaus von uns übernommen wird, sofern das der Wunsch des Verunfallten ist oder er sich nicht mehr artikulieren kann.“ Bei tödlichen Unfällen führen die Beamten die Verständigung der Angehörigen immer persönlich durch, erklärt der Polizeihauptkommissar. Dabei werden sie meistens von einem Krisenteam der Rettungsleitstelle oder einem Seelsorger begleitet. Bei dem Unfall mit dem Motorradfahrer war es so, dass der Münchener „an der Unfallstelle die ganze Zeit über ansprechbar war und auch sein Smartphone bei sich hatte“, sagt Gschoßmann. Die Beamten hatten an der Unfallstelle die Information, dass der Motorradfahrer die Verständigung seiner Angehörigen selbst übernehmen wolle.

„Eventuell war das nach dem Transport ins Krankenhaus nicht mehr möglich. Das ist bedauerlich, konnten wir aber nicht wissen“, sagt der Polizeihauptkommissar.

nn

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Armin Weigel

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