Pfarrer Konrad Seidl beim Ostergottesdienst in Haimhausen.
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Abschluss eines 250 000-Euro-Projekts: Haimhausens Pfarrer Konrad Seidl segnet beim Ostergottesdienst die restaurierte Orgel. 

Segnung der generalüberholten Orgel

St. Nikolaus in Haimhausen: Pfarrei macht sich ein Ostergeschenk

Vor wenigen Wochen wurde die sanierte Haimhausener Kirche wieder geöffnet und nun erklingt auch wieder die Orgelmusik. Zum Osterfest beschenkte sich die Pfarrei mit der Segnung der generalüberholten Orgel, die ein besonderes Schmuckstück ist.

Haimhausen ‒ In den Jahren 1898 und 1899 wurde die Franz-Borgias-Maerz-Orgel in die Haimhausener Pfarrkirche St. Nikolaus eingebaut. Für 4000 Mark war das Instrument von dem bekannten Münchner Orgelbauer erworben worden und hatte seinen Platz auf der zweistöckigen Empore bekommen, die 1874 im Zuge der Kirchenerweiterung entstanden war. Eine Besonderheit sind die Orgelpfeifen der tiefen Töne.

Zwischenzeitlich erfolgten Restaurationen und nun mit der Generalsanierung der einsturzgefährdeten Kirche wurde auch die Orgel erneuert, für stolze 250 000 Euro. Dabei ging die Firma Rudolf von Beckerath mit Fingerspitzengefühl vor und ersetzte nur das definitiv nicht mehr reparierbare Material. Das Instrument wurde auseinander gebaut, gereinigt, rekonstruiert, restauriert und etwas erweitert. Die Zahl der Register wurde von zehn auf 15 erhöht. Die Fachfirma bewertete in einem Bericht der Baumaßnahmen diese Überholung als „die einzig richtige Entscheidung“. Man betonte zudem, dass die Orgel mit dem jetzigen Standard nicht nur für die Untermalung der Gottesdienste bereitstehe, sondern auch konzertant gespielt werden könne. „Die Orgel darf jetzt nicht als Museumsstück angesehen werden“, schreiben die Restauratoren und übergaben das faszinierende Instrument mit dem Wunsch, dass es auch so oft gespielt wird.

Kann jetzt auch konzertant genutzt werden: die restaurierte Orgel in St. Nikolaus. 

„Es ist quasi alles neu“, sagt der Haimhauser Organist Dr. Albrecht Baumer, „man kann jetzt viel exakter spielen“. Beim Ostergottesdienst mit der feierlichen Orgelweihe war ihm die Freude an dem alten, neuen Instrument anzusehen.

Zu Beginn des Gottesdienstes übernahm der Ruhestandspfarrer Konrad Seidl die Weihe der Orgel. „Die Orgel ist die Königin der Instrumente“, sagte Seidl bei der Weihe.

Pastoralreferent Bernhard Skrabal ergänzte grinsend, dass man mit der Orgel vieles gerade rücken könne. Mit dem Register tutti könne man den Chor übertönen, wenn der die Töne einmal nicht ganz so richtig treffe. Er betonte, dass das musikalische Wunderwerk mit gerade einmal 15 Registern und den mehr als 1000 Pfeifen nach dem Wiedereinbau in die Kirche auch schon sicherheitstechnisch abgenommen worden sei. Skrabal ist offen für Sonderveranstaltungen, wenn einheimische Musiker in dem Gotteshaus Konzerte abhalten wollen.

Mit der Generalsanierung der Kirche musste die Orgel auch ausgebaut werden und die Maßnahme war vor der Wiedereröffnung logisch. Stolze 250 000 Euro nimmt der Pfarrverband Fahrenzhausen-Haimhausen für die Orgelsanierung in die Hand. Die Hälfte der Summe war bereits als Rücklage vorhanden und der Rest soll nun über Spenden in den kommenden Monaten und Jahren finanziert werden. Hierfür gibt es auch ein Spendenkonto, wo die Bürger die Pfarrei unterstützen können: Kath. Kirchenstiftung St. Nikolaus Haimhausen, IBAN DE 48 7016 9465 0002 8003 90. Nico Bauer

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