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Anni Hirner ist mit 81 Jahren gestorben.

Trauer um beliebte Geschäftsfrau

Bei Anni Hirner kauften alle ein

Haimhausen - Anni Hirner im Kreis ihrer Familie mit 81 Jahren nach einer langen Erkrankung daheim in ihrer Wohnung über ihrem Geschäft, dem Haushalts- und Spielwarenladen, gestorben. 

Anni Hirner kannte jeder in Haimhausen. Jedes Kind, das einmal ein Spielzeug oder ein Ersatzteil für sein Fahrrad bei ihr gekauft hat, kannte die Geduld der Geschäftsfrau. Sie hatte viel Verständnis, wenn man sich mit ein paar Pfennigen Taschengeld eine kleine Freude machen wollte und sorgfältig auswählen musste. Nun ist Anni Hirner im Kreis ihrer Familie mit 81 Jahren nach einer langen Erkrankung daheim in ihrer Wohnung über dem Geschäft gestorben.

Die blaue Kleiderschürze war ihr Markenzeichen, mit dem sie stets sauber und adrett gekleidet in ihrem Haushalts- und Spielwarenladen im Herzen von Haimhausen ihre großen und kleinen Kunden bediente. Es gab keine Schraube, keinen Pinsel, den sie nicht führte. Stets wusste sie genau, wo sie das Gewünschte fand.

Als viertes Kind der Bäcker- und Bauernfamilie Mayerbacher hatte sie schon früh das Mitarbeiten gelernt. Das Vieh im Stall musste versorgt, die Feldarbeit erledigt werden. In der Backstube wartete der Teig und im Laden der Verkauf. So wurde ihre Arbeitskraft daheim nach ihrer Hochzeit mit Luitpold Hirner schwer vermisst. Noch nicht ganz 21 Jahre alt, heirateten die beiden Nachbarskinder mit Sondererlaubnis, da man damals erst mit 21 Jahren volljährig war.

Das junge Paar zog in den Haushalt der Familie Hirner ein und kaufte das benachbarte Grundstück, um dort eine Tankstelle mit Autowerkstatt zu errichten. Hier fand die tüchtige junge Frau neue Aufgaben in der Buchhaltung, als Tankwart und beim Aufbau des eigenen Kfz-Betriebs. Zwischendrin holten die Eltern die mittlerweile fünffache Mutter immer wieder in die Bäckerei, wenn sie Hilfe brauchten. Auch in der Küche der benachbarten Postwirtschaft schätzte man ihre Koch- und Backkünste.

Immer, wenn die Familie zusammenkam, sorgte Anni Hirner am Herd dafür, dass es allen schmeckte. Ein dramatischer Lebenseinschnitt war, als sie, gerade 42 Jahre alt, 1978 Witwe wurde. Die gutgehende Werkstatt musste verpachtet werden. Sie behielt die Tankstelle und übernahm von ihrer Schwiegermutter das Haushaltswarengeschäft. Mit ihrer enormen Tatkraft, die man der ruhigen und gelassenen Frau niemals angesehen hätte, packte sie ihre neuen Aufgaben an und erweiterte ihr Sortiment. Als sie vor etwa 15 Jahren ihr Geschäft schloss, fehlte die „Notversorgung“ für alle Haushaltsbelange in Haimhausen sehr.

Gruppenreisen, vor allem nach Lourdes, waren von da an ihr größtes Hobby. Bei Pfarrfesten war sie immer eine der Köchinnen und Bäckerinnen im Hintergrund. Sie war jemand, der sich im Stillen über die Komplimente über ihre Torten freute. Ihre Töchter erinnern sich an die vielen heiteren Hüttenabende im Zillertal, wo sich die ganze Verwandtschaft traf. Anni Hirner und ihr Ehemann hatten die Hütte zufällig bei einem Urlaub entdeckt. Mit viel Aufwand renovierten sie das geliebte Kleinod in den Bergen, als sie einen Pachtvertrag unterschrieben hatten, und schufen einen Mittelpunkt für die große Familie. Dort wurde gelacht, gegessen und gefeiert. „Diese schönen Erinnerungen helfen uns in der Trauer um unsere Mutter“, waren sich die Töchter mit einem leisen Lächeln einig.

Die Trauerfeier findet morgen um 10.30 Uhr in der Marienkirche in Inhausen mit anschließender Beerdigung auf dem Friedhof Haimhausen statt.

sh

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