Mit der Amtskette des Dachauer Bürgermeisters. repro: br

Hans Zauner hat das Anzapfen eingeführt

Dachau - Er war eine der profiliertesten Persönlichkeiten der jüngeren Dachauer Geschichte: Hans Zauner. Am heutigen Dienstag jährt sich sein Geburtstag zum 125. Mal.

Hans Zauner wurde am 28. Dezember 1885 um 9 Uhr als Sohn eines Buchbindermeisters in Bad Tölz geboren. Beruflich trat er in die Fußstapfen seines Vaters. Als junger Buchbindergeselle zog er durch ganz Europa, um seinen Blick zu erweitern und seine handwerklichen Kenntnisse zu vervollkommen. Seine letzte auswärtige Stelle hatte er in Südtirol. Von dort holte ihn sein Vater weg, da er für ihn die zum Verkauf freistehende Buchbinderei Heinrich Trinkgeld in Dachau ausfindig gemacht hatte. Am 9. März 1909 erwarb Hans Zauner, inzwischen Buchbindermeister, mit Unterstützung des Vaters den Betrieb und baute ihn zu einem mustergültigen Unternehmen mit Druckerei und Geschäft aus. Zauner heiratete eine Dachauerin, die Tochter des Erbauers des E-Werks, Thomas Schwarz.

Bald hatt sich der Tölzer Verdienste in seiner Wahlheimat erworben. 1927 wurde er mit dem Vertrauen sämtlicher Handwerksmeister zum Obermeister der vereinigten Innungen des Bezirks Dachau gewählt und leitete bis 1945 als Kreishandwerksmeister die Dachauer Handwerkerschaft. 1927 gründete er die Verbandsberufsschule, die damals als erste ihrer Art in ganz Bayern galt. Zauner war auch Vertreter der Kreishandwerkerschaft bei der Handwerkskammer Oberbayern und Mitglied der Prüfungskommission München.

Im Jahre 1928 wurde Zauner als parteiloser Kandidat in den Bezirkstag, 1929 in den Marktgemeinderat Dachau gewählt. Er fungierte als ehrenamtlicher Verwalter des E-Werks und des Familienbades. Durch Zauners Initiative wurde 1933 der Antrag auf die Stadterhebung der Marktgemeinde Dachau gestellt. Diese erfolgte am 15. November. Die große Gewerbeschau anlässlich der Stadterhebung war Hans Zauners Werk. Ab dem Jahr 1935 bekleidete er das Amt des zweiten Beigeordneten neben dem Bürgermeister, im Jahr 1940 stieg er zum ersten Beigeordneten auf.

Am Ende des Krieges fiel ihm die Aufgabe zu, die Stadt den Amerikanern zu übergeben, die ihn vorübergehend zum Kommissarischen Bürgermeister beriefen. 1952 wurde Hans Zauner zum Bürgermeister Dachaus gewählt. Er blieb es bis 1960. Zahlreihe Aufgaben wurden während seiner Bürgermeistertätigkeit vollendet: der Bau von Volksschulen, der Oberrealschule, der Ausbau des Familienbades, die Errichtung einer Kläranlage, die Aufstellung eines Bebauungsplanes für Dachau-Ost in Zusammenarbeit mit Stadtbaumeister Treu. Anlässliches dessen 70. Geburtstages betonte zweiter Bürgermeister Franz Xaver Böck, dass sich Zauner allgemeinde Anerkennung erworben habe. Böck überreichte dem Jubilar einen schweren goldenen Siegelring mit dem Dachauer Wappen. 1955 erhielt Zauner das Bundesverdienstkreuz.

Hans Zauner wurde 87 Jahre alt. Er starb am 2. Oktober 1973 und ruht im Dachauer Waldfriedhof.

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