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Rund 50  Besucher kamen zur TSV Hauptversamlung.

Probleme beim Indersdorfer Sportverein

Um die TSV-Finanzen steht es schlecht

Indersdorf - Um den TSV Indersdorf steht es nicht gut. Allein im vergangenen Jahr schrieb der Sportverein 19 130 Euro Verlust, immer mehr Mitglieder treten aus. Doch dem will der Vereinschef entgegenwirken.

Immer mehr junge Leute entscheiden sich für ein Abo im Fitnessstudio, statt für eine Mitgliedschaft im Verein. Das bekommt nun auch der TSV Indersdorf zu spüren: „Wir haben in diesem Jahr 19 130 Euro Verlust gemacht“, berichtete Kassierer Peter Wünsch bei der Jahresversammlung in der Sportgaststätte des Vereins.

Deshalb werde die finanzielle Situation für den TSV brenzliger, betonte auch der Vereinschef Bernhard Wetzstein: „Wie geht es denn in den nächsten Jahren weiter, wenn noch mehr Mitglieder kündigen?“, fragte er sich kritisch: „Ist vielleicht unser Angebot nicht gut genug?“ Deshalb regte Wetzstein dazu an, mehr Kurse für Ältere und Frauen anzubieten. Denn nur rund 32 Prozent der TSV-Mitglieder seien Frauen – auch dieses Tatsache spiegelte sich im Publikum in der Sportgaststätte.

Wegen der finanziell angespannten Lage sag sich der Vorstand Bernhard Wetzstein gezwungen zu handeln. Bei der Hauptversammlung mit rund 50 Gästen schlug er eine Aufnahmegebühr von 15 Euro für neue Mitglieder vor, denn: „Es sind immer mehr Leute, die den Verein verlassen“, berichtete der Vorsitzende. Für die Verwaltung der ein- und austretenden Mitglieder durch eine neue Computersoftware hätte der Verein einen großen Aufwand. Doch im Zuge von Wetzsteins Vorschlag entstand im Publikum Gemurmel und Kritik wurde laut: „Des is koa Zuckerl. Vor allem mit Kindern“, meinte ein Mitglied, „Mia gfoit des gonet“, schallte es von einem anderen Tisch oder „15 Euro sind schon happig“, murmelte das langjährige TSV-Mitglied Helmut Ebert.

Nach einer kurzen Diskussion, ob die 15 Euro Aufnahmegebühr auch bei der Neuanmeldung von Kindern anfiele, ließ Wetzstein abstimmen. Obwohl zuvor einige Negativstimmen zu dem Vorschlag aufkamen, stand die Mehrheit der Anwesenden hinter dem Vorschlag ihres Vorsitzenden. Nur eine handvoll Mitglieder stimmte gegen die Aufnahmgebühr. Demnach müssen Neumitglieder, die sich ab ersten April beim TSV Indersdorf anmelden, 15 Euro zahlen.

Doch neben der finanziellen Belastung, hat der TSV Indersdorf auch mit dem Finden eines neuen Sportplatzes zu kämpfen: „Das muss in nächster Zeit schon mal was passieren“, betonte Andi Bogner von der Fußballabteilung. Die Kunstrasenfläche stehe schließlich nicht mehr zur Debatte. Vor kurzem hatte der Verein auch den Bolzplatz in Langenpettenbach in Augenschein genommen, aber: „Er müsste sehr aufwendig hergerichtet werden. Uns ist das zu viel und zu teuer“, stellte Bernhard Wetzstein fest. Außerdem zogen die Leiter der verschiedenen Sportabteilungen eine Jahresbilanz. Einige berichteten auch von den sinkenden Mitgliederzahlen: In der Tischtennisabteilung gebe es zum Beispiel keine Jugendmannschaft mehr, beim Tennis seien die meisten Spieler „UHus“, wie Abteilungsleiter Harald Jäger berichtete – also Herren ab 65 plus. Jedoch gesellten sich zu den Stockschützen eine handvoll neuer Mitglieder. Vermutlich wegen der rund 23 500 Euro teuren, neuen Bahn, so Martin Siegl.

Außerdem fehle es dem Verein auch an Hallenkapazitäten, kritisierte Florian Stahl aus der Taekwondo-Abteilung: „Wenn wir weiter wachsen wollte, brauchen wir auch Raum“ und pochte gleichzeitig auf Unterstützung aus der Gemeinde.

Nach der Ehrung von langjährigen Mitgliedern, schlossen sich die Neuwahlen des Vorstandes und des Ältestenrates an. Der zweite Vorstand Walter Britzl wurde als Ehrenmitglied ausgezeichnet und trat gleichzeitig seinen Posten ab. Andi Bogner, der das als ehemaliger zweiter Kassier übernimmt nun dieses Amt. Die Mitglieder bestimmten beinahe immer einstimmig auch die anderen Positionen: Bernhard Wetzstein bleibt weiter Vorsitzender, Peter Wünsch Kassier, Angelika Hintermeier Schriftführerin sowie Robert Busch und Helmut Reischl Kassenprüfer. Auch der Ältestenrat wurde mit 43 zu 4 Gegenstimmen wieder bestätigt. Doch einen Nachfolger für Geschäftsführer Sepp Schuster sucht der TSV derzeit noch: „Es ist schwer in der heutigen Zeit, neue Leute für Aufgaben zu finden“, sagte Bernhard Wetzstein. Der TSV muss sich wohl im kommenden Jahr auf einige Herausforderungen einstellen und vor allem gegen das Vereinssterben kämpfen.

Anna Schwarz

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