Revolution bei Fußball-EM? Schock für Fans - TV-Rechte verkauft

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Er rührt Brautpaar und Gäste: Bürgermeister Richard Reischl ist bekannt für seine bewegenden Trauungsreden. Am Donnerstag gaben sich Kathrin Scheibenzuber und Michael Fottner (Mitte) das Ja-Wort, vor den Trauzeugen Stefanie Scheibenzuber und Fabian Bernstein.

Eine ganz besondere Hochzeitszeremonie

Eine Zeremonie, die ans Herz geht

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Die Gemeinde Hebertshausen steuert auf ein Rekordjahr zu, was die Trauungen angeht. Dank eines Standesbeamten, der sich Zeit nimmt für Braut und Bräutigam.

HeberthausenVoller Anspannung betreten Kathrin Scheibenzuber (31) und Michael Fottner (28) den geschmückten Saal des Rathauses Hebertshausen, lächeln nervös ihren Familienangehörigen zu. Dem Brautpaar steht eine bedeutungsvolle halbe Stunde bevor, an deren Ende sie Ja zueinander sagen, sich küssen werden. Dass es eine halbe Stunde wird, die sie niemals vergessen werden, dafür sorgt der Standesbeamte und Bürgermeister Richard Reischl. Er erzählt, wie das Brautpaar sich kennenlernte, erläutert, warum die beiden mit Respekt, einer guten Streitkultur, Vertrauen und Humor miteinander umgehen – sogar ihre Macken schildert er. Bei der Trauung wird herzlich gelacht, vor Rührung geweint. Brautpaar und Gäste sind sehr berührt von Reischls Worten.

Vorneweg bittet Reischl das Brautpaar, sich trotz aller Nervosität zurückzulehnen und zu genießen. „Versucht, die Momente zu sammeln, abzuspeichern, bewusst zu erleben, damit Ihr später davon erzählen könnt.“ Kathrin Scheibenzuber, Erzieherin in der Gemeinde Hebertshausen, und Michael Fottner vom Küchenhaus Schreier nehmen sich die Worte zu Herzen, als sie sich am vergangenen Donnerstag das Ja-Wort geben. „Die standesamtliche Hochzeit war etwas ganz Besonderes“, sagt die Braut im Nachhinein. „Die Worte, die Herr Reischl zu uns gesagt hat, sind mir sehr nahe gegangen.“

24 Trauungen haben in diesem Jahr bereits in der 5700 Einwohner zählenden Gemeinde stattgefunden, die zusammen mit Haimhausen und der Großen Kreisstadt zum Standesamtsbezirk Dachau gehört. Bis Ende des Jahres könnten es noch 30 werden – was ein Rekordjahr an Hochzeiten bedeuten würde. Die Brautpaare kommen nicht nur aus der Gemeinde, sondern aus dem ganzen Landkreis, sogar aus München. Das dürfte auch am Standesbeamten liegen: Bürgermeister Richard Reischl nimmt sich viel Zeit.

„Ich interessiere mich sehr dafür, wer die zwei Menschen sind, die da vor mir sitzen“, erklärt Reischl. Er bittet Braut und Bräutigam zu einem Vorgespräch, einige Wochen vor der Trauung. „Er wollte sehr viel wissen“, sagt Kathrin Fottner. Reischl geht gewissen Eigenschaften auf den Grund: dem Respekt, dem Vertrauen, dem Humor. Er fragt nach Familie, Kindheit. Er hört zu, beobachtet – und schreibt seine Rede.

Und Reischl will wissen, wie die beiden sich kennengelernt haben. Michael war durch Zufall nach einem Volksfestbesuch in einem Lokal in Weng bei Fahrenzhausen gelandet. Er wirkte ein bisschen verloren, als Kathrin mit ihm ins Gespräch kam – „wohl eher aus Mitleid“, wie der Bürgermeister witzelte. Am Ende bekam Michael bei Kathrin einen Schlafplatz – „und seine dreckigen Haferlschuhe sind auch noch geputzt worden, weil Kathrins Mutter sie für die Schuhe vom Papa gehalten hat“, berichtet Reischl. Das Brautpaar und die Gäste müssen herzlich lachen.

Im Vorgespräch fordert Reischl das Brautpaar auf zu erzählen, was den anderen ausmacht, aber auch welche Macken er hat. Michael Fottner habe seine Kathrin in einer wunderbaren Art und Weise beschrieben: Sie habe eine herzliche Art, sie können sich beide viel und lange unterhalten, ihr Humor sei wunderbar. Kathrin beschrieb Michael als Menschen, der sie beruhigen und beschleunigen kann, der erkennt, wenn sie ein Problem hat, auch wenn sie es verstecken will. Reischl wünschte den beiden, jeden Tag aufs Neue im anderen einen Schatz zu finden. Auch die Macken wollen gepflegt werden: dass beim Bräutigam alles auf den letzten Drücker passiert oder dass die Braut Schwarzseherei betreibt.

„So ein Vogel trägt dazu bei, dass man den anderen provozieren kann – und das ist gut“, so Reischl. Eine gute Streitkultur sei wichtig, um Kompromisse zu finden. „Lasst es krachen, aber mit der richtigen Art“. Der Bürgermeister spricht über die Familien und Trauzeugen, zitiert in persönlichen Worten, was ihm Braut und Bräutigam erzählt haben, und berührt die Herzen der Zuhörer.

Kathrin Fottner erinnert sich besonders an einen Moment kurz vor der Trauung: „Herr Reischl ist zu uns gekommen, als alle Gäste schon im Trauungssaal waren. Er hat gesagt, wir können nun fünf Minuten verschnaufen, und wenn wir soweit sind, sollen wir kommen.“ Diese letzten Minuten alleine mit ihrem Bräutigam seien sehr schön gewesen – vor der unvergesslichen halben Stunde.

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