Der Friedhof in Ampermoching
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So sieht es momentan auf dem Friedhof in Ampermoching aus. Foto: ps

Planung im Gemeinderat Hebertshausen vorgestellt – Kirschbäume zur „Aufmunterung und Freude“

Ampermochinger Friedhof wird kräftig umgestaltet

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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Die Friedhöfe der Gemeinde Hebertshausen werden seit einigen Jahren hergerichtet und mit Urnenwänden ausgestattet. Nach Hebertshausen und Prittlbach ist jetzt der Gottesacker in Ampermoching nächster auf der Liste.

Hebertshausen/Ampermoching – Dort wird zum einen die Aussegnungshalle renoviert. Das Gebäude erhält einen frischen Anstrich, das Dach wird neu gedeckt, die alten Fenster ausgetauscht und ein behindertengerechtes WC installiert, erklärte Florian Bachmaier vom Bauamt den Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung.

Für eine behutsame Neugestaltung des Friedhofsareals hat Landschaftsarchitektin Gunhild Brandhoff vom Münchner Büro Brandhoff Voss einen Entwurf angefertigt. Die Expertin hat schon die Konzepte für die bereits neu gestalteten Friedhöfe in Hebertshausen und Prittlbach erstellt.

Ihren Plan für Ampermoching präsentierte sie jetzt den Gemeinderäten. Vorgesehen ist, Weg und Vorplatz der Aussegnungshalle, die aktuell mit Kies bedeckt sind, verkehrssicher zu pflastern. Die Stufe zum Eingang des Leichenhauses bleibt, doch auf einer Seite wird eine Art Rampe Besuchern mit Rollator oder im Rollstuhl den Zugang erleichtern. Hinter der Hecke soll künftig der Müllplatz verschwinden, auf der zentralen Grünfläche wird mittig eine Blumenwiese angelegt, nur schmale Randstreifen sollen noch regelmäßig gemäht werden.

Am Rand der Wiese hin zur Aussegnungshalle werden drei Kirschbäume gepflanzt. Das alte Holzkreuz wird erneuert und ein kleines Stück versetzt. So entsteht vom Eingang über den Vorplatz der Aussegnungshalle und das neue Kreuz hinweg ein freier Blick in die Landschaft. Urnenwände, wie sie von Bürgern verstärkt angefragt werden, aber bisher auf dem Ampermochinger Friedhof fehlen, werden entlang der Hecke im Randbereich des Friedhofs installiert.

„Eine gelungene Planung, das wertet den Friedhof enorm auf“, lobte Martin Gasteiger (FBB). Gut findet Clemens von Trebra (CSU), „dass nun eine gestalterische Linie durch unsere Friedhöfe erkennbar wird“. Die SPD-Fraktion forderte ein größeres Augenmerk auf die Biodiversität. „Wir haben einen Biologen gefragt“, erklärte Marianne Klaffki (SPD). Demnach sollten statt der vorgeschlagenen Kirschbäume lieber Weißdorn, Schlehe oder Weiden am Vorplatz der Aussegnungshalle gepflanzt werden.

Diskussion über die Auswahl der Bäume und Sträucher

Ausschlaggebend für die Wahl der japanischen Nelkenkirsche waren andere Aspekte, erklärte Bürgermeister Richard Reischl. Die Bäume sollen den Friedhofsbesuchern in ihrer Trauer „Aufmunterung und Freude“ signalisieren, „nicht vorrangig Bienen ernähren“. Diese Wirkung „ist der Kirchenverwaltung ganz wichtig“, sagte Reischl. Weißdorn und Schlehe wachsen strauchartig, eine Weide als Friedhofsbaum sehen Landschaftsarchitektin Brandhoff wie auch Clemens von Trebra (CSU) als erfahrener Waldbesitzer „sehr kritisch.“ Daher konnte sich Klaffki mit ihrer Anregung nicht durchsetzen.

Die beiden Behindertenbeauftragten der Gemeinde haben die Planung geprüft – Yvonne Irlenborn trug Verbesserungsvorschläge vor. Die schlichte Eingangstür zum Friedhof, die aus Sicht der Planerin bleiben könnte, ist für Rollstuhlfahrer zu schmal und auch nicht selbstständig zu öffnen, sagte Irlenborn. Und statt kleinteiligem Pflaster plädierte Irlenborn für einen möglichst glatten, ruhigen Bodenbelag. Im Behinderten-WC wäre eine Liege sinnvoll für diejenigen Rollstuhlfahrer, die eine Inkontinenzversorgung benötigen. Diese Anregungen sollen in die Planung einfließen. „Ein anderes Tor installieren wir auf jeden Fall“, erklärte Bürgermeister Reischl gegenüber der Heimatzeitung.

Das Planungskonzept billigte der Gemeinderat einstimmig. Für das Projekt sind im Etat 200 000 Euro eingeplant, die Renovierung der Aussegnungshalle wird zusätzlich bis zu 50 000 Euro kosten.

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