Beim „Sondeln“ entdeckt Andreas Schuck manchmal wahre Schätze. foto: uli heichele

Andreas Schuck aus Hebertshausen sucht Ehering per Metallsonde

Der Sondler des verlorenen Schatzes

Eine Frau verliert ihren wertvollen Verlobungsring im Englischen Garten und bittet auf Plakaten um Hilfe. Andreas Schuck aus Hebertshausen ist zur Stelle – und durchsucht mit seinem Metalldetektor die Wiesen. Er „sondelt“ leidenschaftlich gerne. Ein ebenso skurriles wie beliebtes Hobby.

Hebertshausen/München – Es hat fast etwas Außerirdisches, wenn Andreas Schuck aus Hebertshausen mit seinem Metalldetektor auf Schatzsuche geht. „Sondeln“ nennt sich das. Ein ebenso skurriles wie beliebtes Hobby. Und es kann noch dazu höchst nützlich sein – wenn man etwa auf der Suche nach einem verlorenen Verlobungsring im Englischen Garten ist…

Am Sonntagmorgen um acht Uhr war Schuck mit seiner Sonde auf den Wiesen am Monopteros unterwegs. Ein Freund hatte ihm erzählt, dass eine Dame, die dort einen wertvollen Ring verloren hatte, auf Plakaten um Hilfe bittet. Und Schuck machte sich mit einem seiner Geräte auf die Suche.

„Ich habe erst vor zwei Jahren mit dem Sondeln angefangen“, sagt der 49-Jährige. Ein großes Interesse an Geschichte habe er schon immer gehabt. Daraus entstand dann seine liebste Freizeitbeschäftigung: die moderne Schatzsuche.

Die Metalldetektoren sind schon ab 30 Euro im Internet erhältlich. Nach oben hin gibt es freilich viel Spielraum: bis zum hohen vierstelligen Bereich ist alles möglich. Die Suchgeräte funktionieren mithilfe eines Magnetfeldes. Sobald sich ein metallischer Gegenstand in oder auf der Erde befindet, wird das Feld unterbrochen und das Gerät gibt ein Signal. Bestimmte Gegenstände blendet der Detektor von Schuck aber aus. Wie zum Beispiel Kronkorken. Am Monopteros hat er hauptsächlich verlorene Euromünzen gefunden. Der gesuchte Verlobungsring war bisher nicht dabei. Zu groß sind die Wiesen und auch die Ablenkung – mitten in München mit einem Metalldetektor. „Viele haben mich angesprochen, und ich habe jedes Mal erklärt, wie das Sondeln funktioniert. Da blieb nicht mehr allzu viel Ruhe zum Suchen“, scherzt er.

Dem Handwerker macht die Schatzsuche trotzdem Spaß: „Sondeln macht süchtig. Alleine die Spannung beim Signal: Ist es eine Alufolie oder eine Münze. Zwei bis drei Mal pro Woche geht er auf Schatzsuche. Im Voraus recherchiert Schuck im Bayernatlas, welche Gebiete sich lohnen könnten.

Vor Kurzem hat Schuck den Jackpot gelandet: Eine etwa 3300 Jahre alte Gewandnadel. In einem Acker in seinem Wohnort Hebertshausen entdeckte er das bronzefarbene, 79 Zentimeter lange Schmuckstück. „Damals haben die Menschen mit solchen Nadeln ihre Kleidung geschlossen. Einmal so etwas zu finden, habe ich wirklich niemals erwartet“, schwärmt Schuck. Den Fund musste er beim bayerischen Landesamt für Denkmalpflege melden. „Der Zuständige wird dann entscheiden, ob mir der Staat die Nadel abkaufen möchte.“ Besteht kein Interesse, will Schuck das wertvolle Stück aber auf keinen Fall selbst veräußern. Stattdessen erhält es einen Platz in seiner Vitrine. Neben Knöpfen aus dem Mittelalter und Munition aus dem Dreißigjährigen Krieg. Und wird damit nicht der letzte Schatz gewesen sein.

Sophia Oberhuber

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