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„Deutlich erhöhter Krankenstand“ bereitet Post Probleme

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Von: Petra Schafflik

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Berliner Bundesnetzagentur
Bei der Bundesnetzagentur wurde eine Beschwerde eingereicht. © IMAGO/Sascha Steinach

Die Post hat Probleme mit der Zustellung im Landkreis Dachau. Sie erklärt das mit einem hohen Krankenstand.

Hebertshausen – Keine Post im Briefkasten? Für die meisten Bürger wohl erst einmal kein Grund zum Grübeln. Doch Firmen oder Behörden erhalten täglich zahlreiche Sendungen, da werden Pannen bei der Zustellung sofort bemerkt. So auch im Hebertshausener Rathaus. „Wir haben vorige Woche vier Tage keine Post bekommen“, beklagt der zweite Bürgermeister Martin Gasteiger (FBB). „Wir bekommen täglich einen ganzen Behälter mit Sendungen, da fällt es natürlich sofort auf, wenn wir nicht beliefert werden.“ Für die Verwaltung ist diese Störung durchaus ein Problem, schließlich könnten auch Fristsachen verspätet eingehen.

Nicht nur Hebertshausen ist betroffen von den Problemen bei der Zustellung

Doch nicht nur die Gemeindeverwaltung ist betroffen, auch Bürger hätten sich gemeldet. „Ganz Straßenzüge bekommen keine Zustellung.“ Klagen von Landkreisbewohnern aus anderen Gemeinden hat Gasteiger ebenfalls gehört.

Die Deutsche Post bestätigt auf Nachfrage der Heimatzeitung die Probleme. „Leider erfolgt die Zustellung in besagter Region derzeit nicht in der Qualität, wie es unsere Kundinnen und Kunden gewohnt sind“, so Pressesprecher Klaus-Dieter Nawrath. Tatsächlich beschränkt sich die Störung nicht auf Hebertshausen. „Die geschilderte allgemeine Lage gilt für die Region Dachau“, räumt der Pressesprecher ein. Grund sei „ein deutlich erhöhter Krankenstand“ aufgrund der aktuellen Corona-Infektionswelle. Und in Hebertshausen kam dazu ein „technisches Problem“, das aber behoben sei.

Verzögerung sollen grundsätzlich nur einen Tag betragen

Zwar gebe es eine vorausschauende Notfall- und Pandemieplanung, die aber Verzögerungen in einzelnen Regionen nicht gänzlich verhindern könne. Grundsätzlich sei die Post bemüht, „dass die Verzögerungen maximal einen Tag betragen“.

Was in Hebertshausen jedenfalls nicht ganz geklappt hat. Betroffene Kunden bittet Nawrath um Verständnis, „wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten“. Im Rathaus konnte Martin Gasteiger schließlich über die Bundesnetzagentur einen Kontakt zum Zustellzentrum in Dachau bekommen. Und von dort die Zusage erhalten, dass ab diesen Montag das Rathaus wieder beliefert wird. Auch die Pressestelle der Deutschen Post verspricht, sämtliche Sendungen möglichst schnell zuzustellen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran“, so Sprecher Nawrath.

Doch Martin Gasteiger hat bei der Bundesnetzagentur auch Beschwerde eingelegt. Denn die Post hat sich verpflichtet, von Montag bis Samstag täglich Post zuzustellen. Geregelt ist das in der sogenannten Post-Universaldienstverordnung. Doch dieses Regelwerk ist offenbar ein zahnloser Tiger. Denn wie Nadia Affani von der Bundesnetzagentur auf Anfrage mitteilt, sieht das Postrecht „keine förmlichen Sanktionsmöglichkeiten für temporäre beziehungsweise regional auftretende Qualitätsmängel vor“. Allerdings habe man „die Grundversorgung mit Postdienstleistungen fortlaufend im Blick“.

Im Hebertshausener Rathaus ist man erst einmal froh, dass am Montag wieder regulär Post eingetroffen ist.

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