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Mit dem Bus durch die Gemeinde Hebertshausen: Das Interesse an der Rollenden Bürgerversammlung wird jedes Jahr größer. 

Ein Bus reicht nicht mehr

Rollende Bürgerversammlung in Hebertshausen: Das Interesse steigt jährlich an

Mit einem großen und einem kleinen Bus startete diesmal die Rollende Bürgerversammlung auf den Weg durch die Gemeinde Hebertshausen.

Hebertshausen – Rund 70 Leute aus allen Ortsteilen waren gekommen. Im großen Bus befand sich Bürgermeister Richard Reischl und im Kleinbus hatte 2. Bürgermeister Martin Gasteiger das Zepter in der Hand.

Die Rollende Bürgerversammlung gibt es seit vier Jahren und die Resonanz hat sich von Jahr zu Jahr gesteigert. In der Mehrzahl kommen ältere Jahrgänge, die nicht mehr zu den abendlichen Bürgerversammlungen gehen wollen.

Vor dem Start am Rathaus sprach Bürgermeister Richard Reischl gleich die Parksituation an der Schule und am Rathaus an. Hier musste eine Regelung her, da das Parken immer chaotischere Dimensionen annahm. Insbesondere am Morgen, wenn die Schulbusse anrollen, die Autos der Eltern und dazu landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs sind. Die Parkdauer wurde jetzt auf eine Stunde begrenzt, und der Rathausparkplatz ist für die Gemeindemitarbeiter reserviert.

Erste Station war dann der Friedhof in Hebertshausen. Die Außenanlagen sind fertig. Es gibt jetzt auch eine öffentliche Toilette. Die Treppenanlage muss noch erneuert werden. Ansonsten sei die Kirche am Zug. Ende 2019 müssten aller Arbeiten beendet sein. Am neuen Friedhof wurden Apfelbäume gepflanzt.

Es gibt Überlegungen, für jedes neugeborene Kind einen Baum zu pflanzen. In diese Richtung geht auch die geplante Blühwiese am Rande der Hechenberger Straße. An der Alten Dorfstraße soll das ehemalige Kitzberger-Anwesen bebaut werden. Ein Bauträger erstellt dort drei Wohnhäuser und ein Ärztehaus. Zwei Allgemeinärzte und ein Facharzt sowie eine Apotheke sollen dort eine Bleibe finden.

An der Kreuzung Eisingertshofen betonte Reischl, dass es dort seit dem Bau der Ampelanlage keine nennenswerten Unfälle mehr gäbe. Der Bus schwenkte nach rechts in Richtung Prittlbach. Von der Kreuzung bis zum Dorfanfang soll ein Radweg entstehen. Allerdings liegt das Gelände auf Dachauer Flur. Entsprechende Verhandlungen sollen bald mit Dachau geführt werden.

Nächster Halt: Friedhof Prittlbach und alte Schule. Das Leichenhaus wurde vom Bauhof komplett saniert. Es wurden Ruhebänke aufgestellt und eine Urnenwand entstand. Neben dem alten Schulhaus soll das neue Dorfgemeinschaftshaus entstehen. Der Startschuss könnte noch heuer erfolgen.

„Nicht nur die Scheichs haben Öl. Auch in Prittlbach läuft die Ölförderung“, scherzte Richard Reischl. Davon konnten sich die Businsassen bei der Vorbeifahrt der Förderanlage überzeugen. Der oft überbelegte Parkplatz am S-Bahnhof kam in Sicht. Eine Erweiterung werde kommen, versprach der Gemeindechef: „Gebaut wird aber in die Höhe“.

Fuß- und Radweg auf dem Bahndamm

Ein Fuß- und Radweg soll auf dem alten Bahndamm vom S-Bahnhof in Richtung Unterweilbach entstehen. Bei der Gelegenheit wird auch gleich das Glasfaserkabel nach Unterweilbach mit verlegt. In Unterweilbach wurde der Spielplatz erneuert. Dabei haben auch einige Asylbewerber freiwillig mitgeholfen. Darüber freute sich der Bürgermeister sehr: „Die Asylbewerber fühlen sich wohl bei uns, und sie wollen mit ihrer Arbeitsleistung ihre Dankbarkeit zeigen.“

Vor Reipertshofen wird auf einer Anhöhe im Wald demnächst ein Waldfriedhof entstehen. Weiter ging die Fahrt nach Ampermoching. Die Gemeinde hat die Halle neben den Bauhofhallen gekauft. Sie wird saniert. Die alte Blechhalle gegenüber dem Edeka ist verschwunden. Ein Discounter (Penny) siedelt sich dort an. Baubeginn: heuer.

Die Fahrt ging weiter zum Hebertshauser Feuerwehrgerätehaus. Hier wird der POP (Point of Presence) für Glasfaser installiert. Auch die Katastrophenschutzhalle des Landkreises findet in unmittelbarer Nachbarschaft des Feuerwehrhauses Platz. „Damit ist dann aber Schluss mit der Bautätigkeit in Richtung Ampermoching“, meinte Reischl.

Auf dem Gelände der ehemaligen Holzschleiferei – die Gemeinde ist jetzt Eigentümer – sollen Etagen-, Mitarbeiter- und Mietwohnungen entstehen. Die Amperbrücke muss komplett neu gebaut werden. Dazu wird der Übergang für mindestens ein Jahr gesperrt. Kosten: voraussichtlich zwei Millionen Euro.

Endlich wird auch der Bau des neuen Jugendzentrums begonnen. Ein Unternehmer will den Bau bis zum Herbst fertigstellen. In diesem Zuge wird ein beleuchteter Weg in Richtung Amperbrücke entstehen.

Baubeginn am Jugendzentrum

Die Rollende Bürgerversammlung rollte langsam aus. Das Schulhaus kam in Sicht. Für den Bürgermeister ist der Erhalt der Mittelschule ein großes Anliegen. 120 000 Euro steckt die Gemeinde in die Digitalisierung. Auch ein neues Blockheizkraftwerk wird errichtet.

Im Rathaus warteten dann Kaffee und Kuchen. In der Fragestunde machte Renate Gründl den Vorschlag, das Tempolimit auf der Ortsdurchgangsstraße rund um die Uhr festzusetzen. Das sei Sache des Straßenbauamtes, informierte der Bürgermeister. Die Geschwindigkeitsbegrenzung war nur wegen der Schulen möglich, die ja nur tagsüber besucht werden.

Auf das Parkproblem innerhalb der Ortschaft wies Peter Portner hin. Das will die Gemeinde unter anderem mit der Neuregelung der Parksituation um das Rathaus und die Schule in den Griff kriegen. Parkverbotsschilder würden zudem oft einfach nicht wahrgenommen.

Beim Bürgermeister-Reischl-Weg ist keine Beschilderung notwendig, da die Straßenbreite von nur 4,50 Metern laut Straßenverkehrsordnung kein Parken erlaubt. Das ist für die Anwohner etwas unverständlich, da dort immer geparkt worden sei. Einige Anwohner und Besucher suchen nun Parkplätze in anderen Straßen. Diese sind inzwischen oft so zugeparkt, dass fast kein Durchkommen mehr ist.

Nach gut zwei Stunden war die Rollende Bürgerversammlung zu Ende. Wenn der Zuspruch weiter ansteigt, „dann müssen zwei große Busse her“, lachte der Bürgermeister.

Klaus Rabl

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