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Ein magischer Abend im Schlosspark

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Von: Petra Schafflik

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Begeistert verfolgte das Publikum am vergangenen Wochenende das Ensemble Dramadama mit Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“ im Schlosspark Unterweilbach.
Begeistert verfolgte das Publikum am vergangenen Wochenende das Ensemble Dramadama mit Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“ im Schlosspark Unterweilbach. © ps

Ein Open-Air-Theater mit Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“ hat im Schlosspark Unterweilbach das Publikum begeistert.

Unterweilbach – Ungewöhnliche Szenen spielten sich am vergangenen Wochenende im Schlosspark Unterweilbach ab: Schlicht in Weiß und Beige gekleidete Männer und Frauen schritten, rannten, sprangen und tänzelten da herum, führten lautstarke Gespräche, warfen sich spitze Bemerkungen oder handfeste Beleidigungen an den Kopf. Beobachtet wurde das Geschehen von zahlreichen Gästen, die an weiß eingedeckten Biertischen Platz genommen hatten.

Des Rätsels Lösung: Der private Schlossgarten der Familie von Trebra hatte sich für zwei Abende in ein Open-Air-Theater verwandelt. Auf Einladung der Gemeinde trat in dem idyllischen Ambiente die Holzkirchner Theatergruppe Dramadama auf, inszenierte die heitere Shakespeare-Komödie „Viel Lärm um Nichts“. Anlass für dieses besondere Event war einerseits das 50-jährige Bestehen der Gemeindebücherei, das mit einem kulturellen Leckerbissen gefeiert werden sollte. Gleichzeitig waren am Samstag auch viele ehrenamtlich Aktive eingeladen.

Bei all den Schulweghelfern, Mitstreitern der gemeindlichen Impfaktionen, Drohnenteam-Helfern, Unterstützern der Geflüchteten aus der Ukraine wie auch Lehrkräften der Schule bedankte sich Bürgermeister Richard Reischl im Namen der Gemeinde „mit dem Open-Air-Theater in dieser schönen Atmosphäre“. Eine Geste, die ankam. Denn tatsächlich erlebten die Zuschauer – insgesamt an die 550 Gäste verfolgten an beiden Abenden die wunderbare Vorstellung – dann einen kurzweiligen, heiteren und durchaus ungewöhnlichen Theaterabend.

Die Shakespeare-Komödie um siegreiche Helden, eine heiratswillige Tochter, eingefleischte Singles und einen intriganten Widersacher gestaltete Regisseurin Lydia Starkulla mit dem zwölfköpfigen Ensemble in ungewohnter Manier als Schauspiel inmitten des Publikums.

Eine Bühne gab es nicht, der ganze Schlosspark war die Bühne

Eine Bühne gab es nicht, vielmehr wurde überall gespielt: Die Darsteller flanierten, rannten und diskutierten auf einigen als Laufweg ausgelegten Holzplanken, kamen aber auch aus dem Schlossportal oder von der Terrasse, sprangen hinter hohen Buchsbaum-Büschen hervor, spielten am Fenster der oberen Etage, tanzten auf der Wiese oder spazierten durch die Zuschauerreihen.   

Mit einem „Platz für Don John!“ schmiss sich der übellaunige Prinz neben einigermaßen erstaunten Zuschauern auf die Sitzbank, und die herrlich einfältig dargestellten Wachen warfen ihre Schreibkladde ruppig vor dem Hausherrn Clemens von Trebra auf den Tisch, mit der deutlichen Anweisung: „Schreib auf!“

Als schließlich Braut Hero, geleitet von Vater Don Leonato, aus der Schlosspforte trat, kam der Sound nicht aus den Lautsprecherboxen, sondern es läutete im Dachgiebel die Glocke der Schlosskapelle.

Die Zuschauer verfolgten amüsiert und begeistert dieses Spiel, das ständig neue Überraschungen bereithielt, und spendeten dem Dramadama-Ensemble einen tosenden Schlussapplaus.

Doch zu Ende war der Abend noch nicht. Viele Gäste verweilten in der langsam hereinbrechenden Dunkelheit an den Tischen, waren in Gespräche vertieft oder ließen die besondere Stimmung der festlich beleuchteten Schlossfassade und des Parks auf sich wirken. Alle waren sich wohl einig mit dem Fazit des Bürgermeisters: „Ein magischer Abend.“

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